Europareise mit Kindern – wir machen das einfach!

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Gründe finden sich immer, große Pläne aufzuschieben: der Job, Zeitmangel und die vielen kleinen und großen Verpflichtungen des Alltags etwa. Auch Ute und Chris Ramacher aus Aachen redeten lange von ihren Träumen: „Wir ziehen ans Meer, wir reisen durch die Welt, wir möchten im Bulli leben“ – und setzten diese Wünsche im Sommer 2017 in die Tat um. Ein Jahr lang ging es mit den Kindern Ava (3), Ida (4) und Mio (6) sowie Hund Buddy auf eine Reise quer durch Europa. Zurück kam die Familie mit unzähligen Eindrücken und einem völlig neuen Blick aufs Leben.

Es klingt so einfach: aufbrechen, entdecken, die Reiseroute nach Lust und Laune immer wieder neu bestimmen. Dass es dann doch einer gewissen Vorbereitung bedurfte, daraus macht Ute Ramacher heute keinen Hehl: „In dem halben Jahr vor Reiseantritt haben Chris und ich quasi doppelt gearbeitet, um die Pläne finanzieren zu können. Auch unsere Kinder mussten sich natürlich auf die Reise einstellen. Unterwegs haben wir dann allerdings jeden Tag neu entschieden, wie lange wir an einem Ort bleiben möchten und wann es weitergeht.“ Im Hinterkopf existierte die Exkursion ohnehin schon lange; als Sohn Mio viereinhalb Jahre alt war, sorgte die nicht mehr allzu ferne Einschulung für sanften Zeitdruck und die Entscheidung: Wir machen das einfach! Zuvor musste jedoch der fahrbare Untersatz namens Vesuv aufgemöbelt werden; der VW-T3-Bulli erhielt eine neue Rückbank aus Holz inklusive Schlafbank, die Karosserie wurde überarbeitet und ein Panoramadach eingebaut – dem großen Abenteuer samt Blick in den Sternenhimmel stand danach nichts mehr im Wege.

Wertvolle Momente gemeinsam erleben

Über das niederrheinische Wachtendonk, Bremen, Kiel und Flensburg ging es für die Reisegruppe in Richtung Dänemark, wo Tochter Ava ihren zweiten Geburtstag auf der Insel Rømø feiern durfte. Später führte der Weg per Fähre nach Schweden: Camping am See, Grillen und Lagerfeuer sorgten dort für eine märchenhafte Atmosphäre. Ute Ramacher schwelgt in Erinnerungen: „Eine unglaubliche Ruhe und Natur, die wir dort erleben durften. Eines Abends sprach uns am Lagerfeuer ein Schwede an und fragte, ob er uns einen ,kleinen Fisch‘ schenken dürfe – dieser war so groß wie Chris’ Bein!“ Freiheit genießen, Idylle erleben und Blaubeeren sammeln, all das war Schweden für die fünfköpfige Familie.

Um die Route der Ramachers in Gänze nachzuzeichnen, dafür benötigt es viel Zeit – vielmehr sind es die kleinen wertvollen Augenblicke, die von den Eltern rückblickend hervorgehoben werden: Kindergeburtstage in der freien Natur, der erste Wackelzahn, Trennungsschmerz am Schnullerbaum: „Besonders schön war es, dass wir beide diese Momente gleichzeitig erleben durften“, verdeutlicht Ute Ramacher. „Normalerweise fällt der Zahn vielleicht aus, wenn der Papa auf der Arbeit ist. Wir durften jeden Augenblick gemeinsam und intensiv erleben – und sei es nur das ausgiebige Frühstück am Morgen. Ein großes Geschenk!“

Menschenliebe und Offenheit

Ihre Erlebnisse hat die Familie in einem Reise-Blog festgehalten; darin liest man von vielen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen: stummen Finnen, aufgeschlossenen Esten, herzlichen Südeuropäern. Überhaupt hilft solch eine Reise dabei, Klischees auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Das haben die Ramachers ganz besonders auf den Kanaren erlebt: „Die Inselgruppe wurde uns zu Hause immer ein wenig spöttisch als Heimat mürrischer Rentner verkauft, doch wir fanden das absolute Gegenteil vor. Wir haben dort unglaublich viel Menschenliebe und Offenheit erfahren, mit der wir absolut nicht gerechnet hatten.“
Auf Teneriffa schnitt sich Sohn Mio mit einem Taschenmesser in die Hand; als diese genäht wurde, biss der Sechsjährige tapfer die Zähne zusammen.

Ohnehin blieben kleinere Herausforderungen während der Reise nicht aus: Auf Sizilien erlitt Vesuv eine Panne, sodass der Bulli in einer Werkstatt landete und dadurch auch die Unterkunft der Ramachers kurzfristig wegfiel. Nach der ersten Nacht im Ersatz-Appartement zeigte sich, wie sehr die drei Kinder sich bereits ans Leben on the road gewöhnt hatten: Tochter Ida äußerte den Wunsch, doch bitte wieder im Vesuv schlafen zu dürfen.

Im Juni 2018 neigte sich die einjährige Reise dem Ende zu, ein Abenteuer mit Nachhall: „Unsere Kinder haben aufgrund der unzähligen Erfahrungen jede Menge Selbstsicherheit mitgenommen“, freut sich Ute Ramacher. „Sie haben viele verschiedene Kulturen kennengelernt und sind dadurch viel offener geworden. Mio kann mittlerweile surfen und die Mädchen klettern unbekümmert an Bäumen hoch.“ Dem Elternpaar liegt es am Herzen, andere junge Familien mit ihrem verwirklichten Traum zu inspirieren. Dabei muss es nicht gleich ein ganzes Jahr sein – auch in zwei Monaten etwa lässt sich eine komplett andere Welt entdecken. Ava, Ida, Mio, Ute und Chris Ramacher haben dies getan: auf engstem Raum die größte Freiheit erfahren.

Unter oecherprinten.com findet sich der Reise-Blog von Familie Ramacher.



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