Wildkräuter sammeln

in Kochen, Backen, Ernährung

Nachdem wir letztens mit Kräutern aus Kaiser Karls Kräutergarten gekocht haben, widmen wir uns diesmal kulinarisch den Zutaten, die die freie Wildbahn zu bieten hat. Doch wie findet man geeignete Wildpflanzen? Entweder besorgen Sie sich einen guten Kräuterführer und bestimmen die Sorten anhand der Beschreibungen. Ein guter Einstieg ist aber auch eine geführte Wildkräuterwanderung, so wie sie Astrid Gerkowski in Heimbach anbietet. Beim Spaziergang über naturbelassene Wiesen und Wege am Rande des Nationalparks können die Teilnehmer sehen, fühlen und schmecken, was die Eifel an essbaren Wildpflanzen zu bieten hat. Nach der Wanderung wird ein Dreigängemenü serviert, in dem sich die wilden Zutaten wiederfinden.

Geschmacksverstärker vom Wegesrand
Die Blätter des Wiesenbärenklaus, die tatsächlich an eine Bärentatze erinnern, eignen sich als Spinatersatz, während die Blütenknospen wie Baby-Broccoli schmecken. Löwenzahnblätter oder Spitzwegerich sind wunderbar vitaminreiche Zutaten für einen frischen Salat. Der Geschmack von Wiesenlabkraub erinnert an eine Mischung aus Petersilie und Erbsschoten. Spitzwegerichknospen schmecken so ähnlich wie Champignons und die feinen Blätter der Pimpernelle hinterlassen ein mildes Gurkenaroma. Viele Blüten, wie z. B. die roten Kleeblüten, eignen sich nicht nur zur optischen Aufhübschung von Gerichten. „Wildpflanzen sind ein Geschenk der Natur“, schwärmt die Kräuterexpertin. Sie enthalten zehn Prozent weniger Wasseranteile als jedes Supermarktgemüse und sind daher äußerst reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Die Wildkräuterküche eignet sich nicht nur für erwachsene Feinschmecker, auch Kinder haben einen Riesenspaß beim Bestimmen und Zubereiten der Pflanzen. Wie bei allem macht auch hier die Übung den Kräutermeister! Mit der Zeit wird der Blick für die Pflanzen geschärft, und es wird eher schwerfallen, im Grünen nichts Essbares zu entdecken. Transportieren Sie das Pflückgut am besten in einem offenen Korb und bereiten Sie es am selben Tag zu. Pflücken Sie aber immer nur, was Sie sicher und eindeutig erkennen und meiden Sie Straßenränder, Hundespazierwege, gespritzte Ackerflächen und private Grundstücke. Und vergessen Sie bei Ihren Streifzügen durch Wald und Wiese bitte nicht, auf die Natur und ihre Lebewesen Rücksicht zu nehmen. Viel Spaß und Guten Appetit!

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