Geburtshaus Aachen schließt nach 26 Jahren

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Eine der vielen Geburtsstationen, die in den letzten Jahren geschlossen hat | Foto: Birgit Franchy

Acht Hebammen, zwei Geburtsvorbereiterinnen und ein Arzt hatten sich 1997 zusammengetan, um ein Geburtshaus in Aachen zu gründen. Nun muss es schließen – aufgrund von Hebammenmangel.

Als das Geburtshaus im Jahr 1997 eröffnete, lag es voll im Trend. Es war eine Zeit, als Frauen sich wieder eine natürliche Geburt wünschten, ohne die damals noch sterile Umgebung in einem gekachelten Kreißsaal. Aachen hatte zu dem Zeitpunkt gleich mehrere Häuser, die eine Geburt im kleinen, familiären Umfeld ermöglichten. Da war noch das Pegasus-Zentrum und auch die private Itertal-Klinik. Beide schlossen im Zeitraum zwischen 2005 und 2009. Das Geburtshaus, seit 2003 im hübschen Gut Lehmkülchen in der Passstraße, blieb.

Über mangelnde Anmeldezahlen konnte man sich nie beschweren, das Bedürfnis von Frauen, im Geburtshaus zu gebären, ist bis heute ungebrochen. Was fehlt, ist der Hebammennachwuchs. In den letzten zehn Jahren wurde es für diese Berufsgruppe zunehmend unattraktiv, sich selbstständig zu machen. Die Kosten für eine Berufsversicherung, die eine Geburtsbegleitung umfasst, stiegen exorbitant an. Viele selbstständige Hebammen lehnen es deshalb heute ab, Geburten zu begleiten, wollen nur Vorsorge und Nachsorge anbieten. Das reicht jedoch nicht, um im Geburtshaus zu arbeiten.

2022 feierte man noch das 25-Jährige und freute sich auf weitere Jahre, jetzt kommt überraschend das Aus. „Schweren Herzens müssen wir das Geburtshaus aufgrund von Hebammenmangel zum 31.12.2023 schließen“, steht auf der Website. Nachdem seit letztem Jahr zwei Stellen frei wurden, schaffte es das Team nicht, diese neu zu besetzen. Mit nur noch drei verbliebenen Hebammen lässt sich das Haus jedoch nicht in die Zukunft führen. Während ein Teil des Teams in den Ruhestand gehen wird, wechselt eine Mitarbeiterin in den neuen Hebammenkreißsaal des Marienhospitals.

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