„Da spricht man nicht drüber“ — Wie Jakob den Suizid seines Vaters erlebt
Mechthild Hüsch und der Klinik- und Psychiatrieseelsorger Ulrich Roth haben sich eines Tabuthemas angenommen. Ein Junge muss sich mit dem Suizid seines Vaters auseinandersetzen.
Eigentlich dachte Jakob, die Polizei regelt den Verkehr und jagt Verbrecher. Aber dann steht ein Polizeiauto vor der Türe und Mama weint und Papa ist tot. Jakob bekommt ein Telefonat von Onkel Timo mit, der sich verquatscht. Papa hat sich erhängt, im Wald. Mit dem Seil vom Klettern, das Jakob sonst schützen soll.
Jakob bekommt mit, dass alle ihn schonen wollen und manche Leute komisch reagieren. Aber er will gar nicht geschont werden und findet, die Wahrheit ist schnell gesagt. Papa ist tot. Er hat sich erhängt.
Jakob will gerne aufwachen und dann ist alles wieder gut. Und er will wieder mit seiner Schwester streiten können. Aber das geht nicht, wenn sie immer verweinte Augen hat.
Sehr nah an der Lebenswelt eines etwa zehnjährigen Jungen zeigt das Buch auf, mit welchen Fragen sich Kinder konfrontiert sehen, wenn ein Familienmitglied Suizid begeht. Das Buch ist gedacht für betroffene Familien mit Kindern im Grundschulalter sowie für alle Bezugspersonen betroffener Kinder. Getreu dem Motto „reden statt schweigen, fragen statt ignorieren“ soll es Erwachsenen und Kindern den Einstieg in ein Gespräch erleichtern. Denn darüber spricht man sehr wohl.
Da spricht man nicht drüber
(Illustration), Ulrich Roth (Idee), erschienen 2013, 16,80 Euro
Taras Sternenzimmer
Ronnis kleine Schwester stirbt noch vor der Geburt in Mamas Bauch. Gerda Palm, die in Aachen seit vielen Jahren als Trauerbegleiterin arbeitet, hat ein Buch für Kinder verfasst, deren ersehntes Geschwisterchen verstirbt, noch bevor es zur Welt kommt. Das Buch erscheint im Oktober.
Ronni freut sich auf seine kleine Schwester. Doch plötzlich sagt Mama, dass Tara im Bauch gestorben ist. Wie konnte das passieren? Und jetzt? Aus der Sicht eines fünfjährigen Jungen wird erzählt, wie er die kurze Zeit einer Schwangerschaft und deren plötzliches Ende erlebt.
Die Eltern beziehen Ronni sehr früh und liebevoll mit ein und geben ihm damit die Möglichkeit, an ihrer Freude und ihren Visionen vom Leben mit einem weiteren Kind, ihren Vorbereitungen, ihrem Verlust und ihrer Trauer teilzunehmen. Dadurch kann er eigene kreative Lösungen entwi-ckeln.
Die Geschichte von Ronni und seiner Familie soll Eltern Mut machen zu einem offenen Umgang mit früher Fehlgeburt und dazu beitragen, dieses abstrakte Ereignis für ihre Kinder verstehbar zu machen. Betroffenen Eltern bietet es Anregungen, was in dieser Situation helfen kann: einen Platz schaffen, Erinnerungen gestalten, gemeinsam Trost finden.
Taras Sternenzimmer
Gerda Palm (Text), Ann-Katrin Hochmuth (Illustration)
Für Kinder ab 3 Jahren. Mit Infoteil und Empfehlungen für Eltern und Erzieher/innen
Hardcover 17 x 24 cm, 48 Seiten, 12 Euro
zu bestellen über palm-beratung.de


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