Was ist denn da los? Kiosk in Burtscheid hat geschlossen

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Der nette Kiosk-Treffpunkt in Burtscheid, früher bekannt als „Knubbens Häusgen“ ist verschwunden, die Bilder übermalt. Nur die Friedenstaube mit Herzchen ist noch zu sehen. Als ich vorbeifahre und es sehe, bin ich ganz erschrocken. Ich mochte den Ort. Egal ob in der Weihnachtszeit, während Corona oder zur Fußball-WM, der Kiosk war offen und war ein Treffpunkt für Menschen. Ja, ich weiß, es war nicht erlaubt, dort Tische und Bänke aufzustellen und den Leuten zu gestatten, ihre Drinks zu nehmen. Aber mir fehlt doch etwas das Verständnis für eine fehlende Ausschankerlaubnis, zumal ja ein Toilettenhäuschen direkt gegenüber steht.
Und dass man den Kiosks mit der Sonntagsschließung so viele Steine in den Weg schmeißt, verstehe ich auch nur am Rande. Das Fass um das Ladenöffnungszeitengesetz will ich an dieser Stelle gar nicht zu weit aufmachen, auch wenn ich es falsch finde, dass Automatenkioske geöffent sein dürfen, während es Menschen verboten ist, frei zu entscheiden, ob sie arbeiten möchten.
War übrigens letztens in Bremen. Natürlich alle Kioske geöffnet und wie es meine Art ist, hab ich die Leute angesprochen, ob sie nicht schließen müssten. Niemand hatte dort je etwas davon gehört. Ich habe aber nachher nachgelesen, auch dort gelten die gleichen Gesetze, es wurde nur niemand damit behelligt.
Aachen ist da schon sehr speziell.

Nazim Aras 2017 | Foto: Birgit Franchy

„Mein Kiosk war mir heilig“

Nazim Aras, der den Kiosk 15 Jahre mit Leidenschaft betrieben hat und auch im Winter ohne Heizung teilweise 18 Stunden gearbeitet hat, bestätigt: „Auch in Köln ist jeder Laden auf und es stehen jeden Tag Leute davor und trinken ein Bierchen aber die Provinz Aachen ist halt eine Ausnahme.“
Die Sonntagsverbote und das Verbot eine „Außengastro“ zu betreiben hat Aras Strafen in fünfstelliger Höhe beschert.
Die Tische hatte Aras schon vor eineinhalb Jahren abgebaut, weil eine Ausschankgenehmigung fehlte.
Dabei lag es ihm daran, einen Ort zu schaffen, wo auch ältere und einsame Anwohner einen Treffpunkt haben, wo man auch für ein oder zwei Euro ein Getränk kaufen und beisammen sein kann. „Den Platz habe er immer sauber gehalten und dafür gesorgt, dass es keine Pöbeleien gibt“, sagt er. Der Kiosk war nett gestaltet und immer passend zu den Festen im Jahr dekoriert. Blumen oder ein Tannenbäumchen standen auf einem Stehtisch vor der Tür, während der WM wurden Fähnchen aufgehängt.
Aras berichtet von besonders unangenehmen Erlebnissen. So sei er teils nachts von Ordnungsamtmitarbeitern in Zivil „überführt“ worden, weil er ihnen ein Bier verkaufte.
„Mein Kiosk war mir heilig aber nicht unter diesen Umständen“, so Nazim Aras.
Der Vermieter soll auf der Suche nach einem neuen Betreiber sein.

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