In der Schulzeit streiken, sich aber in der Freizeit nicht um die Umwelt scheren – dieser Vorwurf wird den Jugendlichen oft gemacht. Janneke Wergen (19) und Daria Aileen Kremers (16) haben sich für uns bei Jugendlichen und Erwachsenen umgehört, ob die Debatte um Klimawandel und Umweltzerstörung auch zum Umdenken im privaten Bereich geführt hat.
Amanda:
Ich versuche, alles, was ich kaufen möchte, erstmal in der Stadt zu bekommen und nicht im Internet. Wenn ich es in der Stadt nicht finde, lasse ich es mir noch 48 Stunden durch den Kopf gehen, ob ich es wirklich brauche, und erst dann, wenn es wirklich nötig ist, bestell ich es im Internet. Ich habe Obstnetze und immer Taschen beim Einkaufen dabei, um keine kaufen zu müssen. Ich habe Pflanzen auf dem Balkon gesät, die ausgeschrieben sind als äußerst bienenfreundlich. Wir gehen inzwischen viel bewusster einkaufen, um weniger wegwerfen zu müssen. Außerdem vermeiden wir Nestlé.
Elly:
Ich nehme zum Einkaufen immer einen Beutel mit, um keine Plastiktüten kaufen zu müssen. Falls die Zeit dafür besteht, back ich Brot selbst. Ich achte auf Bioprodukte und artgerechte Haltung.
Linja:
Ich esse kein Fleisch und keinen Fisch und achte auf einen möglichst geringen Verzehr von tierischen Lebensmitteln. Ich benutze eine nachhaltige Zahnbürste, die nicht aus Plastik ist, und Duschzeug in Handseifenform. Ich gehe zu Fuß zu erreichbaren Orten oder benutze öffentliche Verkehrsmittel. Und wenn ich das Auto benutze, dann meist mit einer Mitfahrgelegenheit. Ich vermeide unnötiges Plastik (Beispiel: Strohhalme, sinnfreie Verpackungen) und benutze Glasflaschen. Ein Großteil meiner Klamotten ist secondhand. Ich achte darauf, kein Essen wegzuschmeißen. Beim Einkaufen benutze ich auch immer Stoffbeutel. Ich bin noch nie mit dem Flugzeug verreist.
Luka Sophie:
Ich gehe mit Tüten von zu Hause einkaufen, um im Laden keine kaufen zu müssen, und ich versuche, keine Plastiktüten für Obst und Gemüse zu benutzen. Ich kaufe weniger Sachen, die mehrmals in Plastik eingepackt sind.
Paula:
Seit der Fridays-for-future-Bewegung habe ich ein stärkeres Bewusstsein für Umweltverschmutzung entwickelt. Beispielsweise achte ich beim Einkaufen darauf, Produkte zu kaufen, die nicht in Plastik verpackt sind oder aus weit entfernten Ländern kommen. Außerdem kaufen wir unsere Lebensmittel größtenteils von Biobauern aus der Region.
Elisa:
Ich fahre viel öfter mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, statt meine Eltern zu bitten, mich mit dem Auto zu fahren. Ich habe mich auch intensiver über Massentierhaltung informiert und verzichte jetzt auf Fleisch. Außerdem versuche ich, meinen Konsum einzuschränken. Kleidung kaufe ich mir seltener und schaue mich auch zuerst in Secondhandläden um.
Sophia:
Ich lebe jetzt seit einem halben Jahr aus Umweltgründen vegan. Mich hat schockiert, dass 20 % der jährlichen Kohlenstoffdioxidemissionen von der intensiven Tierhaltung kommen. Djamil: Ich war mir schon vor FFF des Klimawandels bewusst, bin aber erst durch die Aktion noch mehr auf die Ernsthaftigkeit der Lage aufmerksam geworden. Mittlerweile esse ich kein abgepacktes Fleisch mehr und achte generell auf einen bewussteren und geringeren Fleischkonsum. Außerdem merkt man, nachdem man sich erstmal mit dem Thema beschäftigt hat, dass es eigentlich gar keinen so großen Produktverzicht bedeutet. Tipps: Man muss kein Vegetarier werden, sollte aber definitiv weniger und besseres Fleisch essen. Keine Angst, Skepsis haben, sondern einfach mal Neues ausprobieren!
Henri:
FFF hat mich insofern beeinflusst, als ich mehr Strom spare und Papierverschwendung sowie Fahrten mit dem Auto einschränke. Tipp: Immer im Kopf haben, dass man selber für die Zukunft der eigenen Kinder und Enkelkinder verantwortlich ist und das eigene Verhalten einen großen Einfluss auf deren Lebensqualität hat. Finn: Also ich bin sehr froh über meine eh schon umweltbewusste soziale Umgebung (Familie, Freundeskreis), dadurch fühlt sich die ganze Situation rund um FFF an wie eine Kettenreaktion, man trifft seine Freunde auf den Demos und somit findet auch ein Austausch im privaten Umfeld statt. Klimaschutz ist bei mir ein momentan ständig präsentes Thema. Für mich bedeutet die Teilnahme an Demos auch große Verantwortung (ich könnte nicht vormittags streiken und mich dann ein paar Stunden später zu Hause komplett anders verhalten). Protest für ein Thema heißt einfach komplettes Dahinterstehen/Dafürsein. Konkret verzichte ich besonders auf Billigflüge und reduziere meinen Plastikmüllkonsum. Tipp: Fahrt Fahrrad!
Paul:
Ich habe mich auf der Arbeit mit Kollegen über FFF ausgetauscht, wir sind dann zu dem Entschluss gekommen, dass man für gutes, faires Essen definitiv mehr investieren kann und sollte. Seitdem kaufe ich mehr Bioprodukte. Tipp: Versuchen, Lebensmittel nur noch zu kaufen, wenn sie nicht in einer Plastikverpackung sind.
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