Astrid Kochs führt gemeinsam mit ihrem Mann Kristoff in der vierten Generation das Familienunternehmen „Kochs. Küchen & Lifestyle“ am Grünen Weg in Aachen. Wir haben die Mutter dreier Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter über Familienleben in der Küche und das Leben als berufstätige Eltern befragt.
Die Küche ist seit jeher ein Ort, in dem sich das Familienleben abspielt. Welchen Wert hat die Küche heute in der Familie und was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert?
Die Küche ist wieder mehr zum zentralen Raum geworden – oft Dreh und Angelpunkt des Hauses, das stille Kämmerlein ist passé. Heute sind Küchen und Essbereiche meist größer als das Wohnzimmer. Die Leute essen am Tisch und bleiben dort sitzen, auch mit Freunden, das Sofa ist nur noch zum Chillen und lesen da.
Die Einbindung der Küche in das Gesamtkonzept eines Einfamilienhauses wird also immer wichtiger. Oft steht erst die Küche, bevor der weitere Grundriss des Hauses fertig ist – das bedeutet natürlich auch bei uns, dass die Planung immer weiter im Voraus stattfindet und wir den Kunden viel länger auf seinem Weg begleiten.
Worauf achten Familien heute verstärkt, wenn sie eine neue Küche kaufen / ihre Küche einrichten? Gibt es aktuelle Trends?
Sicher gibt es Trends. Dank Pinterest und Instagram wissen manche Leute gar nicht mehr, was sie überhaupt wollen, so groß ist der Ideenpool. Da sind wir vom Fach wichtig, damit man schaut, was passt – nicht nur in den Raum, sondern zum ganzen Style der Einrichtung, zur Lebenssituation und auch zum Budget.
Wir sehen uns – wenn man uns lässt – als ehrlichen Sparringspartner, der verstehen möchte, was gebraucht wird. Dabei geht es nicht um die Ausreizung eines gesteckten Budgets, sondern darum, für das Budget möglichst alle Wünsche abzudecken, egal wie groß und wild sie auch sein mögen.
Nach wie vor ungebrochen ist das Thema der offenen Küche gen Wohnbereich. Dafür ist es uns auch so wichtig, zu erfragen, wie denn der Rest des Raumes aussieht, und da auch eine Brücke zu schlagen, entweder in der Kombi mit vorhandenen Teilen, die integriert werden, oder mit einem kompletten Wohnraumkonzept. Wir können vom Flur bis zum Bad alle Räume einrichten – und dafür kommen immer mehr Menschen zu uns. Küche ist wie Lego, man kann es überall einsetzen. Und dabei helfen wir gerne!
Was erwarten Menschen heute, wenn sie sich beim Einkauf in einem Familienunternehmen wie Ihrem beraten lassen?
Ehrliche Beratung, das Extra an Service, Verständnis für die jeweilige Situation, einen fairen Preis und ein breites Fachwissen. Aber manchmal fühlen wir uns wie ausgesaugt. Die Menschen kommen und erhalten die ganze Expertise und es scheitert dann am Ende am Preis. Weil Internet oder die Großfläche günstiger sind. Das tut weh. Und lässt einen oft zweifeln an der Ehrlichkeit des Kunden.
Sie haben drei Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Unser Termin musste zum Beispiel verlegt werden, weil sie ein erkranktes Kind von der Schule abholen mussten. Vor welchen ständigen Herausforderungen stehen Sie als berufstätige Mutter?
Unsere Kids sind 3, 6, 8. Uns geht es nicht besser als allen Familien, die Grätsche zwischen Job und Familie ist enorm. Der große Vorteil bei uns ist: Mein Chef ist mein Mann. Der hat natürlich mehr Verständnis, wenn ein Kind krank ist, da es seine Kids sind. Wenn es hart auf hart kommt, geht das kranke Kind mit in die Firma und malt bei mir am Schreibtisch.
Termine muss ich manchmal ausfallen lassen, aber eher selten. Unserer Familie – besonders meine Mama – unterstützt uns. Ohne Familie ging es nicht im Familienunternehmen. Und es heißt immerzu: Orga. Orga. Orga. Man darf nichts dem Zufall überlassen. Der kommt von ganz alleine …
Und sobald es geht, verzichte ich auf meine Uhr. Der Termindruck ist manchmal enorm, da ich ja nicht nur mich beruflich und privat, sondern auch noch die drei Kids und deren Hobbys und Co. organisiere.
Haben Sie überhaupt Zeit, Ihre eigene Küche ausgiebig zu nutzen? Wer kocht bei Ihnen zu Hause?
Ja und nein. Morgens mache ich flott das Frühstück für die Kids, schmiere die Brote für Frühstück und Lunch – unsere Kinder mögen kein Mensaessen und sind sogenannte Kalt-
esser – und bereite das Futter für unseren Kleintierzoo. Nachmittags machen wir meist Kakao und Kaffee und erzählen vom Tag. Wenn es gut läuft, naschen wir noch Kekse oder Kuchen vom Wochenende.
Abends unter der Woche koche ich – einfach und gut, aber immer frisch. Convenience gibt es bei uns nicht. Zum einen aus Überzeugung wegen der ganzen Zusatzstoffe und des anfallenden Mülls, zum anderen, weil ich sehr stark auf Zusatzstoffe reagiere, quasi als natürlich Abwehrreaktion. Und am Sonntag kocht mein Mann – oder grillt. Das ist wie Sterneküche zu Hause. Besser geht kaum, warum wir auch sehr selten essen gehen …
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