Gesund und fit durch Sport – viele werdende Mütter möchten sich weiterhin durch Sport fit halten und das Training als Ausgleich zum Alltag nutzen. „Es ist generell alles erlaubt, solange man es nicht übertreibt und sich wohlfühlt“, rät Anja Salmassi, leitende Hebamme der Elternschule „Öcher Domstadtkinder“, Marienhospital Aachen. Das Wohlbefinden von Mutter und Kind sollte natürlich immer an erster Stelle stehen.
Neben den klassischen Geburtsvorbereitungskursen bietet die Elternschule u. a. den Kurs „Body & Mind Stretch“ an, der in Verbindung mit der oder als Alternative zur Geburtsvorbereitung besucht werden kann. Das Training beinhaltet Yoga-Elemente und setzt auf Entspannung. „Es geht darum, Körper, Geist und Seele auf die Geburt einzustimmen und dass die Frauen ein Gefühl für den eigenen Körper bekommen“, erklärt Anja Salmassi. Yoga-Übungen stärken die Muskulatur, lösen Verspannungen und verbessern die allgemeine Beweglichkeit – ideal, um sich auf die anstehende Geburt vorzubereiten. Eine weitere tolle Möglichkeit, sich in der Schwangerschaft sportlich zu betätigen und den ganzen Körper zu stärken, ist Wassergymnastik. Vor allem in der letzten Phase der Schwangerschaft ist der Auftrieb im Wasser sehr angenehm und besonders wohltuend für die beanspruchte Rückenmuskulatur.

Auch wenn viele Mütter im Anschluss an die Geburt den Wunsch haben, möglichst schnell wieder fit und sportlich aktiv zu sein, ist ein langsamer Einstieg empfehlenswert. Mit einem ernsthaften Training sollte gewartet werden, bis die Rückbildung abgeschlossen und der Beckenboden stabil ist. Anja Salmassi beobachtet hier, dass sich Frauen, ganz dem Klischee unserer Leistungsgesellschaft entsprechend, zunehmend unter Druck setzen. „Man hat den Eindruck, es muss alles perfekt sein“, bedauert sie. Gerade der Einfluss von Social Media verleitet dazu, uns mit anderen zu vergleichen. Dennoch betont die Hebamme, dass gleichzeitig auch viel in die entgegengesetzte Richtung passiere. „Frauen sind wieder verstärkt auf der Suche nach einer natürlichen Geburt. Man spürt eine Sehnsucht nach Natürlichkeit“, so ihre Beobachtung.
Die jeweilige Trainingsempfehlung ist immer sehr individuell und hängt zudem davon ab, wie viel Sport man vor der Schwangerschaft bereits gemacht hat. Marlies Sachse, stellvertretende Leitung ZGF Marienhospital, Dipl.-Sportlehrerin und MamaWorkout-Trainerin, rät jedoch, im ersten Jahr nach der Geburt lieber zu walken als zu laufen. „Wenn der Beckenboden zu früh belastet wird durch zu intensives Training und Joggen, kann dies u. a. Inkontinenz, Schmerzen im Beckenbereich und ein Aufklaffen der Bauchmuskelspalte zur Folge haben“, erklärt sie. Hier sind die zertifizierten MamaWorkout-Indoor- und -Outdoorkurse des ZGF eine gute Alternative. Nach abgeschlossener Rückbildung können Mütter z. B. beim Outdoor-Kurs mit Fast-Walking ihre Ausdauer verbessern und durch gezielte Kräftigungsübungen die geschwächte Muskulatur trainieren. Und das, ganz dem aktuellen Trend folgend, nach dem Motto: Fit mit Baby. Denn immer mehr Sportkurse setzen darauf, dass Mutter und Baby zusammen Sport treiben. Auch beim „MamaWorkout“, das von der Krankenkasse bezuschusst wird, sind die Kleinen im Kinderwagen mit dabei. So können Mütter sportlich aktiv sein und zugleich Zeit mit ihrem Baby verbringen.
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