Kommentar. Ein Sohn weint nach den Bundesjugendspielen und seine mitfühlende Mama möchte diese direkt abschaffen und startet eine Onlinepetition. So geschehen diese Woche in Deutschland. Ob sie ihm damit einen Gefallen tut, darf bezweifelt werden.
Natürlich ist es schlimm, das eigene Kind weinen zu sehen. Vielleicht waren wir selber unsportlich und fühlen die alte Enttäuschung wieder aufflammen und die Demütigung, wenn die Klassenkameraden ihre Ehren- und Siegerurkunden hochhalten. Aber gehören Erfahrungen wie diese nicht dazu? Sind sie „unzeitgemäß“? Nein, mit kleinen Niederlagen umgehen zu lernen ist nicht unzeitgemäß und wird es nie werden, denn das Leben wird noch schwerere Prüfungen als die Bundesjugendspiele bereithalten. Und Mama ist (hoffentlich) nicht immer zur Stelle, um diese schon vorher aus dem Weg zu räumen.
Es gehört zu einer normalen Entwicklung dazu herauszufinden was einem liegt und was nicht. Vielleicht ist ein Kind unsportlich, dafür aber gut oder sogar sehr gut in anderen Dingen. Und Kinder die vielleicht sportlich sind, ärgern sich über die schlechte Note in Französisch. Oder sie können nicht singen, oder nicht malen …
So gut es auch gemeint ist, sich schützend vor den Nachwuchs werfen zu wollen, der beim Weitwurf „versagt“ hat, so ungut ist diese Reaktion. Denn der Nachwuchs muss selber in der Gesellschaft klarkommen und dies sind kleine Übungen für das Leben. Schlimmer noch, mit Aktionen wie diesen manifestieren Mütter eher die Rolle eines Außenseiters, der nicht ohne seine Mama klarkommen kann.
Bundesjugendspiele gehören dazu und viele Kinder und Jugendliche haben Spaß daran. Soll man ihnen den Spaß nehmen?
Manche, die keinen Spaß daran haben, entwickeln die besten Tricks und Ausreden, sich vor der Teilnahme zu drücken. Auch etwas, woraus man lernt eine Situation individuell zu meistern.
Und ein trauriges Kind, das weint weil es nicht gut abgeschnitten hat, sollte man tröstend in den Arm nehmen und später an seine eigenen Stärken erinnern, denn nicht jeder muss in allem gut sein.
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Wer mich jetzt verdächtigt eine Sportskanone gewesen zu sein: Ich gehörte zu den Mädchen, die eher zum Schluss in Mannschaften gewählt wurden und zu denen, die auch mal einen Ball gerade Mal zwei Meter vor sich auf die Bahn geknallt haben. Meine Höchstleistung im Weitwurf waren 12 Meter und beim Schulschwimmen hatte ich Angst zu ertrinken, weil ich keine Luft mehr bekommen habe, wenn ich schnell geschwommen bin. Geschichten, an die man sich mit einem leichten Grusel zurückerinnert. Aber die dazugehören, wie so viele alte Schulgeschichten.
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