Aachener Kindertrauergruppe sucht Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen

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Als die Kinderärztin Marion Heyne vor rund vier Jahren nach Aachen kam, suchte sie gezielt nach einem Angebot, das trauernden Kindern zur Seite steht – und lernte das Kindertrauerprojekt „diesseits“ kennen. Schon in Bremen war sie über ihre Arbeit auf einer Kinderintensivstation auf eine ähnliche Initiative aufmerksam geworden.
Seit 2019 engagiert sich Marion Heyne nun ehrenamtlich bei „diesseits“. Einmal im Monat treffen sich hier Schulkinder bis etwa zwölf Jahre, die einen geliebten Menschen verloren haben und in ihrer Trauer Unterstützung brauchen.

Maria Pirch, Gemeindereferentin der Pfarre Franziska von Aachen, und zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen leiten die Gruppe in gemütlicher Atmosphäre an.
„Wir zünden eine Kerze an, haben unsere Rituale, und wenn sie möchten, fangen die Kinder an zu erzählen“, berichtet Marion Heyne. Es sei eine sehr schöne Aufgabe, die Kinder zu begleiten und ihnen ein wenig Halt geben zu können. „Es ist etwas fürs Herz“, wovon sie auch persönlich profitiere. Tod und Trauer würden in unserer Gesellschaft noch immer viel zu sehr verdrängt. Sie habe gelernt, sich dem Thema zu öffnen und Worte zu finden, so Heyne.

Der zeitliche Aufwand für das Ehrenamt ist mit rund sechs Stunden im Monat für Marion Heyne auch als Mutter einer zweijährigen Tochter gut zu schaffen. Außer einer Präventionsschulung durch die Pfarre und der Vorlage eines Führungszeugnisses gibt es auch keine formalen Voraussetzungen. An Fortbildungen nehmen die Teamer gemeinsam teil. Wer Lust hat, sich bei „diesseits“ zu engagieren, „ist also nie alleine, wir arbeiten immer als Gruppe“, sagt Heyne.
Interessierte können sich gerne melden bei Maria Pirch, telefonisch unter 0176 20614530 oder info@diesseits-aachen.de.
Mehr Infos auf www.diesseits-aachen.de

Wie läuft die Trauergruppe ab?

Die diesseits-Kindergruppe trifft sich am ersten Mittwoch im Monat von 17:00 bis 18:30 Uhr, außer in den Schulferien und an Feiertagen. Parallel zur Kindergruppe besteht für Väter und Mütter die Möglichkeit, sich in einem Nebenraum ebenfalls unter Anleitung über die Trauersituation in der Familie auszutauschen.
Maria Pirch, Projektleiterin und Trauerbegleiterin, empfiehlt, dass ein Kind frühestens vier bis fünf Monate nach dem Verlust des Angehörigen an der Trauergruppe teilnehmen sollte. „Kindern liegt viel daran, dass alles heil ist“, so Pirch. „Sie möchten wissen, wie geht mein Alltag jetzt? Wer kocht für mich, wer bringt mich zu Schule? Der Alltag muss geregelt sein. Erst dann kann beim Kind die Endgültigkeit des Todes ankommen.“
In der Gruppe geht es meist spielerisch und mit kreativen Angeboten wie Malen und Basteln um Themen wie Erinnerungen und Erfahrungen, um Vergängliches und Wachsendes etwa in der Natur, um Hoffnungen für die Verstorbenen und neue Beziehungen für die Lebenden. Vor allem geben sich Kinder gegenseitig Tipps, was ihnen gut tut, zum Beispiel schlimme Träume aufschreiben oder malen, in ein Marmeladenglas stecken und im Keller verstecken. Für Kinder, denen das Sprechen über Gefühle schwerfällt, gibt es neben der Gruppenarbeit auch die Möglichkeit der tiergestützten Kindertrauerarbeit mit Pferd oder Hund.

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