Kinder fragen nach dem Tod

in Aktuelles um die Ecke, Familienleben

In Zeiten, in denen die Menschen verunsichert sind und Kinder unweigerlich auch in ihrem Umfeld aufschnappen, dass von Krankheit und Tod gesprochen wird, mehren sich auch ihre Fragen. Was ist der Tod, und werden Mama, Papa, Oma und Opa oder die Lehrerin auch sterben? Erwachsene sind von diesen Fragen meist mehr verunsichert als Kinder. Der Tod gehört zum Leben, aber wie spricht man mit Kindern darüber, damit sie ihn als natürlichen Bestandteil des Lebens verstehen und möglichst angstfrei groß werden?

Oma hat Geburtstag, die Familie ist zu Besuch. Der fünfjährige Enkel ergreift das Wort: „Oma, wie alt bist du?“ „75“. „Ist das mehr als 100?“ „Nein, das ist weniger, aber trotzdem schon alt“, antwortet die rüstige Großmutter. „Na, dann wirst du ja bald sterben“, so der Enkel. Das ist der Moment, wo der betretenen Gesellschaft die Gabel aus der Hand fällt und den Eltern der Kuchen im Halse steckenbleibt.
Nicht immer passt es, wenn Kinder in ihrer ungestümen Art ein Thema aufgreifen, das Erwachsene am liebsten weit von sich schieben. Der Enkel ist aber vielleicht gerade in einer Phase, wo er sich immer wieder Fragen wie diese stellt. Er möchte von der Oma wissen, wer später in dem Haus wohnen wird, wenn sie nicht mehr da ist und ob sie dann neben Opa im Grab liegen wird. Als er im Garten das Grab des hier beerdigten Familienhundes entdeckt, schlägt er vor, diesen doch auszugraben und anzuschauen.
„Wenn Kinder nach dem Tod fragen, brauchen sie ehrliche Antworten“, so Regina Borgmann vom Bestattungshaus InMemoriam. Für Familien, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen – oder müssen, weil jemand im nahen Umfeld verstorben ist und Kinder betroffen sind –, haben die Aachener Bestatterinnen eine hilfreiche Anleitung zusammengefasst oder beraten betroffene Familien persönlich.

Kein Kind ist zu klein, um einen natürlichen Umgang mit dem Tod zu lernen. Kinder müssen beispielsweise nicht „verschont“ werden, indem man sie nicht mit zu einer Beerdigung nimmt, sondern sie dürfen sehen, dass Menschen um eine verstorbene Person trauern.
Ganz wichtig ist im Umgang mit dem Tod die Sprache. Hier gilt es, zu sagen, was ist, und nicht durch eine verschleiernde Wortwahl Verwirrung zu stiften. Sätze wie „Oma ist von uns gegangen“ oder „wir haben Opa verloren“ lassen das Kind im Unklaren und wecken in ihm den Wunsch, die Person zu suchen und sie wiederzufinden.
Offenheit und Ehrlichkeit sind die wichtigsten Eckpfeiler. Das gilt sowohl in Situationen, wo Kinder nach dem Tod fragen, als auch, wenn es darum geht, darüber zu sprechen, was nach dem Tod kommt. Hier rät Borgmann: „Vermitteln Sie nur das, was Sie selbst glauben können. Kinder spüren Unstimmigkeiten und wollen wissen, was Sie glauben und was Ihnen tröstend erscheint.“

Wer unsicher ist und sich zu diesem Thema gerne beraten lassen möchte, kann zu InMemoriam Kontakt aufnehmen. Dort erhält man auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte, wenn es darum geht, da zu sein, wenn Kinder trauern oder sich mit dem Tod auseinandersetzen.
Infos: inmemoriam.web

Text & Foto: Birgit Franchy

Hinterlasse einen Kommentar