Aachen: Impfung für Kinder ab 5 Jahren jetzt möglich – STIKO gibt keine generelle Empfehlung

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Auch bei uns können Kinder jetzt geimpft werden. Die STIKO hat am 9. Dezember 2021 eine eingeschränkte Empfehlung ausgesprochen. Hier das Wissenswerte dazu, sowie weiterführende Links zum Thema.

Aachen: Impfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren in Praxen und im Impfzentrum

Kindern zwischen fünf und elf Jahren können bei ihren Kinderärztinnen und Kinderärzten oder in der Kinderimpfstelle der StädteRegion Aachen in den Aachen-Arkaden, Trierer Straße 1 geimpft werden. Es sind zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen geplant. Die Kinderimpfstelle ist montags bis freitags von 8:00 bis 20:00 Uhr sowie samstags und sonntags jeweils von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Geimpft wird ausschließlich mit vorheriger Terminbuchung. Im Kinderimpfzentrum wird keine Zweitimpfung nach „Off-Label-Erstimpfungen“ durchgeführt. Auch Boosterimpfungen sind aktuell nicht vorgesehen. Verimpft wird wie bei Jugendlichen ausschließlich der BioNTech-Kinderimpfstoff, nachdem die STIKO für Jugendliche von 12 bis 17 Jahren die Empfehlung für Moderna zurückgezogen hatte (kingkalli.de/stiko-aenderung-impfempfehlung-unter-30-nur-noch-mit-comirnaty-biontech-wegen-herzmuskelentzuendung/).
In die Impfung der Kinder müssen die Sorgeberechtigten einwilligen. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Terminbuchung findet man unter: staedteregion-aachen.de/kinderimpfung

STIKO-Empfehlung vom 9. Dezember 2021

Die Ständige Impfkommission STIKO, ein un­ab­hängiges Experten­gremium, deren Tätigkeit vom Robert Koch-Institut koordiniert wird, hat am 9. Dezember 2021 eine Empfehlung zur Kinderimpfung ausgesprochen (Link zum Epidemiologischen Bulletin mit Originaltext).

In Abwägung aller bisher vorhandenen Daten empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren mit verschiedenen Vorerkrankungen (Link zum Flyer des RKI mit der Liste der Vorerkrankungen). Zusätzlich wird die Impfung Kindern empfohlen, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können wie z. B. Hochbetagte sowie Immunsupprimierte. Auf individuellen Wunsch können auch 5- bis 11-jährige Kinder ohne Vorerkrankungen gegen COVID-19 nach entsprechender ärztlicher Aufklärung geimpft werden. Dafür bedarf es der Einwilligung der Sorgeberechtigten.

Bei Impfung wird empfohlen diese mit zwei Impfstoffdosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty (10µg) im Abstand von 3 bis 6 Wochen durchzuführen. Ziel der Empfehlung ist es schwere COVID-19-Verläufe und Todesfälle bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren zu verhindern. Zwar ist die 7-Tagesinzidenz in der Altersgruppe sehr hoch, so dass man davon ausgehen kann, dass ohne Impfung ein Großteil der 5- bis 11-Jährigen mittelfristig infiziert werden wird, allerdings weist die STIKO erneut darauf hin, dass die meisten Infektionen asymptomatisch verlaufen, d. h. auch infizierte Kinder nicht erkranken oder bei Erkrankung einen sehr milden Verlauf erleben. Derzeit besteht für Kinder ohne Vorerkrankungen in dieser Altersgruppe nur ein geringes Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung, Hospitalisierung und Intensivbehandlung.

Nebenwirkungen der Impfung können noch nicht abgeschätzt werden

Hinzu kommt, dass das Risiko seltener Nebenwirkungen der Impfung auf Grund der eingeschränkten Datenlage derzeit nicht eingeschätzt werden kann. Das ist der Grund, warum die STIKO für 5- bis 11-jährige Kinder ohne Vorerkrankungen laut eigener Angabe, derzeit keine generelle Impfempfehlung aussprechen will. Sobald weitere Daten zur Sicherheit des Impfstoffs in dieser Altersgruppe oder andere relevante Erkenntnisse vorliegen, wird die STIKO diese umgehend prüfen und die Empfehlung ggf. anpassen.
Nebenwirkungen werden in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut erfasst. Hier waren bei der ersten Erhebung nach Impfstart bei den Jugendlichen Herzmuskelentzüdungen als „unerwünschte Ereignisse von besonderem Interesse“ aufgefallen (Link zum Beitrag: kingkalli.de/neuer-pei-sicherheitsbericht-herzmuskelentzuendung-jugendliche-coronaimpfung/). Auf Anfrage wurde der nächste Sicherheitsbericht wurde für die zweite Dezemberhälfte angekündigt.
Die STIKO spricht sich im Epidemiologischen Bulletin erneut und nachdrücklich dagegen aus, dass der Zugang von Kindern und Jugendlichen zur Teilhabe an Bildung, Kultur und anderen Aktivitäten des sozialen Lebens vom Vorliegen einer Impfung abhängig gemacht wird.

Weiteres:

Unsere Beiträge zum Thema Coronaimpfung bei Kindern und Jugendlichen mit Blick in die Berichte des RKI, der STIKO und der Verbände der Kinder- und Jugendmedizin:
kingkalli.de/tag/impfung/

Hörenswertes Kommentar zur STIKO-Entscheidung auf mdr von Epidemiologe Alexander Kekulé:
Ab Min. 47:30 gibt es 20 Minuten zum Thema Kinderimpfung
Angesprochene Aspekte: Warum eingeschränkte Impfempfehlung? Nutzt Impfung auch bei Omikron (eher nicht)? Kinder impfen „weil sie es wollen“?
https://www.youtube.com/watch?v=Qk3OAoaiuUo

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