Monat: September 2014

Filmtipp: Die Pinguine aus Madagascar

Mit dem vierten Teil der „Madagascar“-Reihe ist frühestens im Sommer 2018 zu rechnen – was jetzt von meiner Seite nicht nach pochender Erwartungshaltung klingen soll. Im Gegenteil: Trotz des enormen Erfolges ein Franchise-Produkt, wie es kaum weiter entfernt sein könnte von den artifiziellen und dennoch konventionell und familiengerechten Bilduniversen, die etwa regelmäßig aus den Pixarstudios zu erwarten sind.

Der kleine Medicus – Bodynauten auf geheimnisvoller Mission im Körper

Senator Film versucht sich mit einer deutschsprachigen Konkurrenz gegenüber den überdimensionierten und finanziell nicht schlagbaren Hollywood-Tonangebern. Das vor einigen Jahren extrem erfolgreiche und größtenteils positiv rezensierte Kinderbuch von Dietrich Grönemeyer setzte neue Akzente in der Verbindung von Wissensvermittlung, künstlerischer Konsistenz und Ambition, serviert mit klugem Humor, der für alle Altersklassen etwas bereithält. Schonmal ein guter Ansatz, eine deutschsprachige Vorlage in einen Animationsfilm zu übersetzen, der leider im Charakterdesign allzu sehr doch wieder an den üblichen Filmwelten festklebt.

Filmtipp: Mein Freund, der Delfin 2

„Free Willy“ begeisterte mit einem ähnlichen Konzept in den Neunzigerjahren ein Millionenpublikum und löste gleichermaßen eine langanhaltende mediale Debatte um Haltung von Meerestieren und deren Gebrauch für die Unterhaltungsindustrie aus. Ähnliche Effekte bildeten sich beim Vorgänger des vorliegenden Films heraus, der wie sein geistiger Vorgänger um den „Killerwal“ Willy schon in den Plot jene Kritik integriert, die den Filmen schließlich selbst entgegengebracht wird.

Filmtipp: Der kleine Nick macht Ferien

Dem spezifisch französischen Ton für Kinder- und Familienfilme bzw. für Komödien überhaupt setzt Laurent Tirard atypische Federstriche entgegen, die wohl auf sein Studium und seine Lehrjahre im amerikanischen Mainstream zurückzuführen ist. Selbst der einigermaßen desaströsen Asterix-Realverfilmungsreihe konnten da ein paar Nuancen beigemischt werden. Die von den Großmeistern Goscinny und Sempé erdachte Kinderbuchreihe ist seit den frühen Sechzigerjahren kanonisiert als Meisterleistung und Messlatte für Illustration und Storytelling in symbiotischer Verschmelzung. Erwachsenen bricht das Herz angesichts der leisen Wehmut dieser Bücher, für Kinder ist der didaktische und auch ästhetische Wert unschätzbar groß.