„Free Willy“ begeisterte mit einem ähnlichen Konzept in den Neunzigerjahren ein Millionenpublikum und löste gleichermaßen eine langanhaltende mediale Debatte um Haltung von Meerestieren und deren Gebrauch für die Unterhaltungsindustrie aus. Ähnliche Effekte bildeten sich beim Vorgänger des vorliegenden Films heraus, der wie sein geistiger Vorgänger um den „Killerwal“ Willy schon in den Plot jene Kritik integriert, die den Filmen schließlich selbst entgegengebracht wird. Ging es im Vorgänger noch um die Rettung verkrüppelter Tiere und die Entwicklung einer künstlichen Fluke, mit der schwer verletzte Delphine eine neue Chance erhalten, sich im Wasser fortzubewegen, blickt der Nachfolger nun auf diese Leistung zurück und diagnostiziert für die Hauptfigur – Delphinweibchen Winter – eine weitere Krise. Diese ist dann wiederum Rückgriff auf bekannte Dramaturgien dieser Art von (pseudo-)kritischer Fiktionialisierung tierischen Leids: Winter konnte angemessen gesunden, vereinsamt aber nun zusehends in Gefangenschaft. Der Wasserpark, in dem das mit einer Prothese bei Freilassung in die Natur beeinträchtigte Tier ein Zuhause gefunden hat, versucht nun die Annäherung zu einem Artgenossen. Aus der Frage, ob dieser Artgenosse mit Namen Hope die Andersartigkeit von Winter akzeptieren kann, speist sich die Moral des Films.
Regie: Charles Martin Smith | Mit: Morgan Freeman, Ashley Judd, Kris Kristofferson | 107 Min., 3D | FSK: ohne Altersbeschränkung
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