Zehn Jahre befand sich das imposante Neue Kurhaus im Dornröschenschlaf, nach einer eindrucksvollen Sanierung soll es am 14. Juni 2026 mit einem Tag der offenen Tür wiedereröffnet werden. Fast exakt 110 Jahre nach seiner ersten Inbetriebnahme! Wir durften im Mai vorbeischauen und uns einen Eindruck davon machen, was in Zukunft von dem Haus erwartet werden kann.
Wie ist es geworden?
Wer historische Gebäude liebt, wird schon beim Betreten der riesigen Eingangshalle begeistert sein. Der Blick fällt auf Wandgemälde, die wiederentdeckt und restauriert wurden. Unter Teppichböden aus Kasinozeiten fand man Steinböden und Parkett. An vielen Stellen in dem großen Kurhaus kamen alte Stilelemente zum Vorschein, die im Laufe der Jahrzehnte nicht mehr wertgeschätzt und verschalt worden waren. Stuck, Marmorsäulen, alte Treppengeländer oder Rundfenster wurden in den letzten Jahren liebevoll restauriert und mit moderner Haustechnik kombiniert. Es ist angenehm warm, nicht etwa klamm oder muffig, es hallt nicht, Unterhaltungen funktionieren in Zimmerlautstärke.

Geht man geradeaus durch die Halle, kommt man in den Großen Saal, eine Konzerthalle mit Bühne und Empore. Auch sie wurde klassisch restauriert. Links und rechts der Eingangshalle befinden sich verschiedene weitere Säle, die ihre historischen Namen wie Konversationssalon oder Lesesaal zurückerhalten haben. Jeder in etwas anderen Farben gestaltet, mit Stuck verziert oder holzgetäfelt. Ehemalige Innenhöfe sind heute mit Glas überdacht und können für Veranstaltungen mitgebucht werden. Auf der rechten Seite öffnen sich die Räume zu einer Terrasse Richtung Kurpark.
Wozu ist es gedacht?
Und damit wären wir auch schon beim Punkt, der das Gebäude auch für Familien spannend macht: Die Räume wird man für Hochzeiten und andere Familienfeiern genauso buchen können wie für Firmenveranstaltungen. Der Konzertsaal wird seinem alten Zweck zugeführt: Konzerte oder Kabaretts bekommen einen neuen Aufführungsort in Aachen.
Kurz zur Geschichte
Eröffnet wurde das Kurhaus am 8. Juni 1916 zur Aufwertung des Bäderbetriebs in der Stadt. Die Errichtung dauerte zwei Jahre, geplant war eigentlich eins, doch der Erste Weltkrieg verursachte die Verzögerung. Nach dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Kurhaus als Veranstal-tungsort, ab 1976 dann als Spielkasino. Seit 2015 stand das imposante Gebäude leer. Zwischenzeitliche Pläne, es als Flüchtlingsunterkunft oder Erlebnismuseum zu nutzen, wurden verworfen. Jetzt, 110 Jahre nach der ersten Eröffnung, soll es an seine ursprüngliche Geschichte anknüpfen.
Wann kann ich vorbeischauen?
Wer neugierig geworden ist, kann am 14. Juni zwischen 11:00 und 18:00 Uhr am Tag der offenen Tür vorbeischauen und einen Blick hinter die Kulissen erhaschen. Es wird den ganzen Tag Programm geben. Auch das neue Café Richtung Kurpark soll an dem Tag eröffnen.
Wer sich dafür interessiert, ein Event oder eine Familienfeier auszurichten, erhält auf aachen-event.com weitere Infos.
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