Zwischenzeugnisse: Tipps vom Kinderschutzbund Aachen

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Zwischen Freude und Enttäuschung – was ist ein kindgerechter Umgang mit Schulnoten?

Am 6. Februar gibt es Halbjahreszeugnisse. Für manche Kinder bedeuten sie Freude und Stolz, für andere Enttäuschung und Selbstzweifel. Wie Eltern reagieren können, wenn das Zeugnis nicht so ausfällt wie erhofft, erklärt Bernd Reiners, Leiter des Bereichs „Erziehungsberatungsstelle und Kinderschutz-Zentrum“ des Kinderschutzbundes Aachen e. V.

Das Zwischenzeugnis fällt schlechter aus als erwartet. Wie sollten Eltern reagieren?

Zunächst zählt die Sicht des Kindes. Wie bewertet es selbst das Zeugnis? Ist es zufrieden und geben die Noten keinen Anlass zur Sorge, besteht meist kein Handlungsbedarf. Weicht die elterliche Einschätzung deutlich ab oder äußert das Kind Unzufriedenheit, braucht das Gespräch Zeit und Ruhe. Eltern sollten sich schildern lassen, was belastet, und zugleich benennen, was gelungen ist. Erst danach geht es um Veränderungen: Was möchte das Kind selbst angehen? Welche Unterstützung wünscht es sich? Wichtig: Vereinbarungen sollten realistisch sein und im Alltag verlässlich begleitet werden.

Woran erkennen Eltern, dass ihr Kind unter Notendruck leidet?

Das ist unterschiedlich. Grundschulkinder äußern sich oft – aber nicht immer – offen, Jugendliche ziehen sich eher zurück. In jedem Fall lohnt das zugewandte Nachfragen. Zeigt sich Belastung, hilft es zu klären, woher der Druck kommt: aus der Schule, durch Vergleiche mit Freundinnen und Freunden oder Erwartungen im Elternhaus. Elterliche Ansprüche wirken oft unbewusst. Sie sollten sich immer an den Möglichkeiten des Kindes orientieren, nicht an früheren Noten oder eigenen Vorstellungen.

Ab wann wird ein Zwischenzeugnis zum Warnsignal?

Wenn das Kind gestresst und unglücklich damit ist. Ein deutliches Warnsignal liegt auch vor, wenn die Versetzung gefährdet ist. Dann braucht es Gespräche mit dem Kind und den Lehrkräften. Hilfe kann aus der Schule kommen, durch Nachhilfe oder auch von Beratungsstellen.

Wie unterstützt der Kinderschutzbund Kinder und Eltern?

Unsere Beratung zielt nicht auf bessere Noten ab, sondern auf einen anderen Umgang mit Stress. Jugendliche und Eltern erhalten kostenlose, auf Wunsch anonyme Beratung. Alternativ steht das Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ (0800 116111) zur Verfügung.
Zeugnisse verdienen Aufmerksamkeit, haben aber kein übergroßes Gewicht. Wer wird schon Jahre später nach Noten aus der dritten oder neunten Klasse gefragt? Entscheidend bleibt eine ruhige Gesprächsatmosphäre – getragen von Interesse, nicht von Angst.

Kinderschutzbund Aachen e. V., Erziehungsberatungsstelle und Kinderschutz-Zentrum
Talstraße 2, 52068 Aachen
0241 94994-16
info@kinderschutzbund-aachen.de

Offene Kinder- und Jugendlichensprechstunde
Donnerstags 15:00-16:00 Uhr
KIZ@Kinderschutzbund-aachen.de

Text: Stefanie Erkeling

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