„Wie ein Steinzeitmensch in meiner digitalen Höhle“ – Retrospektive des Aachener Künstlers Tim Berresheim in Düsseldorf

Foto: Birgit Franchy

Über 20 Jahre ist es her, dass Tim Berresheim Kunst studiert hat. „Damals konnte man sich nur wenig Bildung abholen, die mit Digitalität zu tun hatte“, erklärt er. Also fing er an, sich alles selbst beizubringen. Ziel war es, der Realität eine neue Ebene hinzuzufügen, die analoge und die digitale Welt zu verbinden. Das versucht er durch Augmented- und Virtual-Reality-Formate.

Tim Berresheim befasst sich intensiv mit Kunst und Kunsthistorie, beginnend bei Höhlenkunst. Um die Realität zu erfassen, stehen heute neben Fotografie oder Malerei für Künstler ganz neue Methoden zur Verfügung. Mit Laser- und 3D-Scanning hat Berresheim beispielsweise Höhlen vermessen, um die dadurch erzeugten Bilder als Hintergrund in seinen Werken zu verwenden. „Ich arbeite wie ein Steinzeitmensch mit den ersten groben Werkzeugen in meiner digitalen Höhle“, sagt er.

Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt nun eine große Einzelausstellung des Künstlers, dessen Werke sogar schon in der Sammlung des Museum of Modern Art in New York angekommen sind. Das halbe NRW-Forum wurde eigens vorbereitet, um die Werke optimal zu präsentieren. Gezeigt werden monumentale Wandarbeiten, große Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen sowie von ihm gestaltete Kassetten- und Plattencover. Auf einem iPad, das Besucherinnen und Besucher in die Hand nehmen können, befindet sich ein Augmented-Reality-Avatar von Berresheim, der sich durch den Raum bewegen lässt.

KI-Kunst, bei der mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Werke oder Realitäten erschaffen werden, lehnt Berresheim übrigens ab. Er liebt das aktive Denken, Wahrnehmen, Forschen, Wirken und Verarbeiten, wie in einem kleinen Begleitheft zur Ausstellung zu lesen ist.

Foto: Birgit Franchy

Tim Berresheim: Neue alte Welt
Die Ausstellung läuft bis zum 26. Mai 2024.
NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2
nrw-forum.de/ausstellungen/tim-berresheim

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