„Vertretungsstützpunkt“ – Kontinuität wichtig für Kinder

in Aktuelles um die Ecke, Familienleben

Wenn eine Tagespflegeperson kurzfristig ausfällt, ist schnell Not am Mann (im Fall der Kindertagesbetreuung meist „an der Frau“). Ihrer gesetzlichen Verpflichtung eines Betreuungsangebots kommt die Stadt Aachen nun nach: Auf Kalverbenden hat ein Vertretungsstützpunkt für die Kinderpflege seine Arbeit aufgenommen.

„Es war zunächst sehr schwierig, geeignete Räume zu finden und dann geeignetes Personal“, blickt Bettina Konrath, Geschäftsführerin des Vereins Familiäre Tagesbetreuung, auf den langen Weg zur ersten Aachener Vertretungsgroßtagespflegestelle zurück. Seit einigen Jahren sind Städte und Kommunen verpflichtet, solch eine Vertretungsregelung für Tagespflegepersonen zu organisieren. Soll sagen: Fallen Tagesmütter oder -väter kurzfristig aus, etwa durch Krankheit, muss für die Betreuung der Kinder eine vertrauenswürdige Alternative her. Diese hat nun im ehemaligen „Haus der Jugend“ in Kalverbenden ihre Pforten geöffnet. Eine Erleichterung für Eltern, Kinder und Tagespflegepersonen zugleich, denn es sollten natürlich schöne Räumlichkeiten sein, „keine umgewandelten Gewerberäume, die einem auch mal schnell angeboten werden“, so Heinrich Brötz, Leiter des städtischen Fachbereichs.

Die zentrale Lage in Burtscheid ist ideal, gibt es doch gerade dort die meisten Kindertagespflegepersonen. So müssen die Kinder im akuten Fall eben nicht quer durch die ganze Stadt gefahren werden. Die denkmalgeschützten Räume in Kalverbenden haben einiges zu bieten: Auf rund 100 Quadratmetern warten Wickelräume, eine Küche, Schlaf- und Gemeinschaftsräume sowie ein Garten mit Sandkasten und Spielhaus auf die kleinen Besucher. Die beiden ausgebildeten Tagesmütter Angela Fasbender und Stephanie Abendroth freuen sich auf ihre neue Aufgabe; bis zu neun Kinder werden sie täglich aufnehmen können.

Damit das Projekt gut anläuft, haben die beiden bereits 35 Tagespflegepersonen im Umfeld angeschrieben und dazu eingeladen, sich ein Bild von den neuen Räumlichkeiten zu machen. Überhaupt: Sich kennenzulernen steht hier absolut im Vordergrund, denn schließlich sollen Kinder und Vertretungspersonen eine gewisse Bindung zueinander aufbauen. „In der Kindertagespflege sind 89 Prozent der Kinder unter drei“, so Bettina Konrath, „eine Bezugsperson ist für diese Altersgruppe besonders wichtig.“ Regelmäßige Besuche (mindestens zweimal im Monat) sollen diese Beziehung vertiefen. Heinrich Brötz ergänzt: „Es ist für die Kinder wichtig, dass sie Kontinuität haben. Und für die Familien und Tagespflegepersonen ist es wichtig, dass sie die Kinder mit gutem Gewissen hierherschicken können.“

Nicht alle Eltern können ihre Kinder zu den Großeltern oder Freunden bringen; der Stützpunkt greift also in einer absoluten Notsituation. In der Stolberger Straße soll bald eine weitere Stelle eröffnet werden: Die Räume sind bereits hergerichtet, befinden sich in einer Anlage der gewoge und können von den künftigen Tagespflegemüttern und -vätern nach ihren Wünschen eingerichtet werden. Bettina Konrath: „Wer Interesse hat, kann sich bei uns melden.“
Robert Targan

familiaere-tagesbetreuung-aachen.de



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