Unterwegs mit Spielplatzkontrolleuren

in Aktuelles um die Ecke, yang52 (14+)

Wie sieht die Arbeit eines Spielplatzkontrolleurs aus und wie wird man zu einem? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir uns mit Esther Weirauch, der Leiterin des Sachgebiets Spiel und Gebäudegrün des Aachener Stadtbetriebs, und ihrer Kollegin Christina Ganser getroffen, die wir bei einer ihrer Kontrollen des Spielplatzes Suermondtpark begleitet haben.

Bei unserer Spielplatzkontrolle handelte es sich um eine Jahreshauptuntersuchung, welche einmal im Jahr von  Mitarbeitern der Stadt Aachen durchgeführt wird. Abgesehen davon gibt es sowohl eine wöchentliche visuelle als auch eine vierteljährliche operative Spielplatzkontrolle, bei denen Mängel festgestellt und je nach Dringlichkeit sofort behoben werden. Kontrolliert werden nicht nur die circa 240 Spielplätze, sondern auch die Spielanlagen der städtischen Schulen und Kindergärten.

Ganz zu Beginn erzählen die beiden uns, was sie für einen Beruf erlernt haben, denn Spielplatzkontrolleur wird man nicht einfach so. Esther Weirauch ist Gartenbau-Ingenieurin und Christina Ganser Meisterin der Landschaftsgärtnerei, beide sind beim Aachener Stadtbetrieb angestellt. Voraussetzung, um ihren jetzigen Job auszuüben, ist eine zweijährige Grund-erfahrung sowie das regelmäßige Besuchen von Fortbildungen und Seminaren. Mit im Gepäck haben sie extra angefertigte Prüfkörper, um nach und nach jedes Gerät ordnungsgemäß auf seine Sicherheit zu prüfen. Angekommen am Klettergerüst, starten wir mit der Messung der Bodenbeschaffenheit, wozu ein Messstab verwendet wird. Ist der Sand nicht mehr tief genug, um einen Sturz abzufedern, wird eine schnellstmögliche Auffüllung veranlasst. In unserem Fall war er in Ordnung und somit ging es mit dem nächsten Gerät weiter. An der Wippschaukel kam die Schaufel ins Spiel, das Fundament wurde freigelegt und auf Verschleiß kontrolliert. Auch hier war alles in einem guten Zustand, dabei muss man natürlich erwähnen, dass der Suermondtpark ein erst vor zwei Jahren eröffneter Spielplatz ist und somit Langzeitschäden unwahrscheinlich sind – geprüft wird natürlich trotzdem. Zwei jedoch nicht dramatische Mängel wurden an einem Klettergerüst gefunden, hier war ein Pfosten locker und auch eine Schraube glänzte durch ihre Abwesenheit. Diese Schäden werden noch vor Ort auf einem Tablet in der Datenbank erfasst und von einem Spielplatzwart sobald wie möglich repariert bzw. werden die fehlenden Teile ersetzt.

Unsere nächste Anlaufstelle ist die Schaukel, an der die Ketten auf die Größe ihrer Öffnungen untersucht werden. Bei einer vorherigen Untersuchung wurden dort bereits Mängel erkannt: Die unteren Öffnungen waren zu groß, sodass ein Finger hätte stecken bleiben können. Somit mussten Fingerfangstellenschutzschrauben herhalten, um das Problem zu beseitigen und schwere Unfälle wie beispielsweise das „Abtrennen von Gliedmaßen“ zu verhindern. Was es nicht alles gibt. Anschließend wurden durch Bespielen eines weiteres Klettergerüsts die Standfestigkeit und Belastbarkeit getestet; alles top. Die Seilbahn ist unsere nächste Station, auch hier der Selbsttest. Mithilfe eines Zollstocks wird der Abstand zum Boden gemessen. Ist die Lücke zwischen Boden und Sitz groß genug, sodass im Fall der Fälle ein Kind darunterliegen könnte, ohne eingequetscht zu werden? Ja, ist sie. Auch Fußballtore und Basketballkörbe werden noch schnell auf ihren Halt getestet und zu guter Letzt wird der Spielplatz auf giftige Pflanzen abgesucht, denn nicht jede ist so schnell und leicht für jeden zu erkennen wie ein feuerroter Fliegenpilz.

Nach unserem Treffen sind wir uns sicher: Die Sachbearbeiterinnen und Kontrolleure ermöglichen mit ihrer Arbeit die größtmögliche Unfallprävention, doch selbstverständlich kann auch diese nicht allen Verletzungen vorbeugen. Natürlich tragen Kontrolleure und Sachbearbeiter nicht die alleinige Verantwortung, sondern auch die Eltern, welche ihre Aufsichtspflicht nicht unterschätzen und ihre Kinder nicht überschätzen sollten.

Diese Tipps geben erfahrene Spielplatzkontrolleure Eltern, Babysittern, Pateneltern … für den nächsten Spielplatzbesuch:

Festes Schuhwerk ist immer von Vorteil (keine Gummistiefel zum Klettern)

Auf Pullover, Jacken und Oberteile mit langen Kordeln verzichten.

Ohne Helm ist das Kind sicherer, da sonst die Gefahr besteht, dass es hängen bleibt und sich stranguliert.

Kindern ist es möglich, die für ihr Alter vorgesehenen Geräte eigenständig zu nutzen. Sie hochzuheben ist kontraproduktiv.

Die Kinder im Blick behalten, das Smartphone vernachlässigen.

Auf jedem Spielplatz befindet sich ein Hinweisschild mit einer Hotlinenummer und einer Internetadresse. Sollten Mängel oder Schäden entdeckt werden, bitte melden.

Text: Svenja Wirtz und Zoe Muscheid

 

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