Die zweite Woche der Osterferien startet, der Löwenzahn blüht (habe ich grade noch gesehen) und hier kommen Tipps was man draußen so machen kann, wenn man noch gar nichts vorhat – zum Beispiel Löwenzahn sammeln und Löwenzahngelee brauen. Entstanden ist der Beitrag von Andrea Claessen 2021 mitten in der Coronazeit, als man sich gefreut hat, wenn man mal an die frische Luft konnte.
Löwenzahngelee kochen
Es riecht schon nach Sommer! Der Löwenzahngelee strahlt in seiner gelben Farbe und schmeckt herrlich frisch auf einem Brot mit oder ohne Quark.
Man braucht: 150 g Löwenzahnblüten, Zitrone, 250 g Gelierzucker (2:1), 4 Schraubgläser
So geht’s: Erst einmal viele Löwenzahnblüten sammeln. Dann das Grün von den Blüten entfernen, sodass nur noch die gelben Blütenblätter übrigbleiben. 150 g davon in einem Topf mit 800 ml Wasser aufkochen und unter gelegentlichem Rühren 5 Minuten kochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die Blütensuppe vollständig abkühlen lassen.
Den Sud durch ein mit einem Mulltuch ausgelegtes Sieb gießen und auffangen. Es sollten sich 750 ml Flüssigkeit ergeben (eventuell mit etwas Wasser auffüllen). Die Zitrone auspressen und den Saft zu dem Löwenzahnsud geben. Den Gelierzucker ebenfalls hinzugeben und alles unter Rühren erhitzen. Drei Minuten sprudelnd kochen lassen. Zur Probe etwas von der Flüssigkeit auf einen kalten Teller geben. Wird sie fest, kann das Gelee abgefüllt werden, bleibt sie flüssig, weitere drei Minuten kochen lassen und die Probe wiederholen.
Das fertige Gelee in saubere Gläser füllen und fest verschließen. Die Gläser auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.
Eine Hütte im Wald bauen
Es gibt viele Möglichkeiten, eine Hütte im Wald zu bauen. Für ein Tipi können einfach drei große Äste schräg aneinandergelehnt werden. Was am Anfang noch etwas wackelig erscheint, wird dann durch weitere Äste immer fester. Aber Achtung: Nicht die Türe vergessen.
Wem ein freistehendes Indianerzelt aus Stöcken zu klein oder zu wackelig erscheint, der kann auch ein Tipi rund um einen Baum bauen. Das ist nicht nur für kleine Kinder einfacher, sondern auch stabiler.
Mithilfe von langen Ästen und Stöcken können auch Hütten mit richtigen Wänden gebaut werden. Hierzu benötigt man aber schon etwas mehr Zeit. Am besten beginnt man zwischen zwei (oder mehr) Bäumen. Man beginnt auch hierbei mit großen, langen Ästen und wird dann immer kleinteiliger. Zum Schluss können noch Laub, Moos oder kleine Äste zum Verdichten genommen werden.
Einen Barfußpfad anlegen
Gibt es ein schöneres Gefühl, als im Sommer barfuß über eine Wiese zu laufen? Und wie fühlen sich Steine, Stöcke und Waldboden unter den blanken Fußsohlen an? Kinder wissen das meist noch, aber unsere erwachsenen Füße sind es nicht mehr gewohnt, ohne Schuhe den Boden zu berühren.
So geht’s: Im Wald ganz viele verschiedene Dinge sammeln und einen kleinen Weg damit legen. Damit sich die einzelnen Komponenten nicht allzu schnell vermischen, können Stöcke als Abgrenzungen dazwischengelegt werden. Das Befühlen des Pfads ist aber auch schön, wenn der Übergang fließend ist. Als Füll-material für die Felder dienen beispielsweise Waldboden, Stöcke, Steine, Erde, Tannenzapfen, Löwenzahnblüten, Äste, Gras, vertrocknete Blätter, Moos und eigentlich alles, was sich im Wald findet.
Mit den Füßen angeln
Wer holt die meisten Steine aus dem Fluss? Angeln mit den Füßen macht nicht nur Spaß, sondern ist auch eine Geschicklichkeitsübung, die besonders das Balancevermögen und die Greifreflexe der Zehen fördert.
Wenn gerade kein Fluss in der Nähe ist, können auch kleine Stöcke mit den Füßen aufgehoben oder Blüten gepflückt werden.
Nix tun
Langeweile kann so schön sein. Denn wenn nicht jede Zeit mit Aktionen gefüllt wird, sondern Eltern und Kinder diesen Zustand einfach aushalten, kommt oft ein ungeahntes Maß an Kreativität und Eigeninitiative zum Vorschein. Also einfach mal ins Gras legen und die Augen zumachen.
Wolken beobachten
Luftschlösser, Giraffen, Drachen und Monster, das alles zieht am Himmel unbemerkt über uns hinweg, während wir auf der Erde beschäftigt sind. Doch Wolken sind ein ganz besonderes Naturphänomen, das sich in Ruhe zu betrachten lohnt. Denn sie haben eine faszinierende Wirkung sowohl auf Erwachsene als auch auf Kinder. Wolken verändern sich die ganze Zeit und nehmen Gestalten an, die aussehen wie Tiere oder Gegenstände. Wie sehen die Wolken heute aus? In welche Richtung werden sie vom Wind bewegt?
Einen Hang runterrollen
Lang ausgestreckt oder mithilfe der Arme ist eigentlich egal. Hauptsache, es rollt. Bei diesem lustigen Spiel schafft es wohl niemand, ernst zu bleiben.
Sammelkiste für Naturschätze
Kinder lieben es, im Wald Dinge zu entdecken, aufzusammeln und mit nach Hause zu nehmen. Denn sie wissen: Im Wald verstecken sich viele wunderschöne Schätze. Schneckenhäuser, Eierschalen von Vögeln, besondere Steine, Blüten, Rindenstücke, Tannenzapfen, tote Insekten. Eine tolle Idee ist es daher, eine Sammelkiste mit in den Wald zu nehmen, in die die Kinder ihre Schätze einsortieren können. Am besten nimmt man hierfür eine Plexiglaskiste mit verschieden großen Fächern. Wie in einen Setzkasten können die kleinen Fundstücke dort einsortiert werden und es ergibt sich auch gleich eine Aufbewahrungsmöglichkeit für zu Hause. Das spätere Betrachten ist wie ein Besuch im Miniatur-Naturkundemuseum und macht immer wieder viel Spaß.
Waldmemory
Bei diesem Spiel geht es darum, gut aufzupassen und ähnlich wie beim Memory-Spiel das passende Gegenstück zu finden. Nur eben nicht auf dem Tisch, sondern im Wald.
Man braucht: einen Eierkarton pro Kind
So geht’s: Jedes Kind bekommt einen leeren Eierkarton. Dann geht ein Kind mit seinem Karton in den Wald, die anderen warten an einem schönen Platz, der vorher vereinbart wurde. Das Kind, das in den Wald gegangen ist, füllt nun in jedes Eierfach eine kleine Sache, die es im Wald findet (und wovon es noch mehr gibt). Beispielsweise eine Blüte, einen Zapfen oder ein Blatt. Wenn alle Fächer gefüllt sind, geht das Kind mit dem geschlossenen Karton zurück zu den anderen Kindern. Alle setzen sich in einen Kreis. Der befüllte Eierkarton wird nun in der Mitte des Kreises geöffnet. Während das Sammelkind bis 100 zählt, dürfen die anderen Kinder sich die gesammelten Dinge in Ruhe anschauen und versuchen, sie sich gut einzuprägen. Dann wird der Karton wieder geschlossen. Nun gehen die restlichen Kinder mit ihren Eierkartons in den Wald und versuchen, genau die gleichen Dinge zu sammeln. Wenn alle Kinder mit gefüllten Kartons zurückgekehrt sind, setzen sie sich wieder in den Kreis und öffnen die Kartons. Gewinner ist, wer die meisten gleichen Dinge gefunden hat.
Leiter-Dart
Manchmal genügt ein Blick in die Abstellkammer und eine neue Spielidee ist geboren.
Man braucht: eine Leiter, Papier, Stifte, Schere, Klebeband, Bälle oder Ähnliches, s. u.
So geht’s: Die Leiter aufstellen, jede Sprossenlücke mit einer Punktzahl versehen und los geht’s. Zum Werfen eignen sich Tannenzapfen, Tennisbälle oder auch mit Sand gefüllte Socken.
Blüten und Blätter trocknen
Wie schön, wenn alles blüht, oder? Leider währt die Blütezeit bei den meisten Pflanzen nur nicht lange. Macht nix. Getrocknete Blumen sind ewig haltbar und eignen sich wunderbar zum Dekorieren und Basteln.
So geht’s: Die Blumen pflücken und flach auf ein Papier legen. Kurz trocknen lassen (Löschpapier eignet sich hervorragend). Dann die Blumen mit dem Papier in ein dickes Buch legen und mit einem weiteren Löschpapier abdecken. Buch zuklappen und wenn nötig beschweren. Nach zwei Wochen sind die Blumen fertig!
Zapfenschleuder
Achtung: Eine Zwille bauen ist zwar nicht schwer, aber sie kann gefährlich sein. Also bitte nicht mit Steinen schießen, sondern lieber mit Tannenzapfen.
Man braucht: eine Astgabel, einen starken Gummiring, z. B. von einem Einmachglas, zwei Kabelbinder, eine Schere
So geht’s: Die Astgabel eventuell mit einer Säge zurechtschneiden. Den Gummiring zerschneiden und mithilfe der Kabelbinder an den beiden oberen Enden der Astgabel befestigen. Fest zuziehen. Überstehendes Plastik der Kabelbinder abschneiden. Einen Zapfen in das Gummiband legen und nach hinten ziehen, zielen und loslassen.
Steinmännchen
Mit Steinen lassen sich im Wald schöne Skulpturen bauen. Es kann aber auch ein lustiges Spiel daraus entstehen. Wer baut die schönsten Steinmännchen? Wer schafft es, die meisten Steine zu stapeln? Nacheinander legt jeder Mitspieler einen Stein auf den anderen. Wem der Turm einstürzt, der hat verloren.
Sommertheater
Kinder lieben das spielerische Erfahren von Geschichten und das Schlüpfen in andere Rollen. Wie wäre es also mit einer Inszenierung im sommerlichen Garten? Eine Bühne ist schnell gefunden und das Publikum freut sich sicherlich, mal wieder eine Theatervorführung zu sehen.
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