The Playground Project in der Bundeskunsthalle Bonn

in Fotos – Vor Ort

Weiße Legotürme, von Besuchern geschaffen, setzen sich wunderbar gegen die Bonner Skyline ab. Auf dem riesigen Dachgarten laden verschiedene Stationen dazu ein, dort zu spielen oder selbst kreativ zu werden. Die Bundeskunsthalle Bonn widmet outdoor und indoor eine Ausstellung einem gesellschaftlich, städtebaulich und auch künstlerisch relevanten Thema: dem Kinderspielplatz.

Die Ausstellung „The Playground Project“ in der Bundeskunsthalle Bonn ist konzipiert von Gabriela Burkhalter, die seit 2007 international zum Thema recherchiert. Sie beleuchtet indoor die Bedeutung der Spielplätze, die seit Beginn der Industrialisierung entstanden. Diese dienten dazu „das herumlungernde Kind“ von der Straße zu holen. Seitdem versuchten sich Künstler, Architekten, Landschaftsarchitekten, Aktivisten und Bürger daran, den optimalen Spielraum zu gestalten, und schufen kreative, witzige, teils zeitlose Gerüste, Geräte und Gruben, Kästen, Abenteuer- und Gerümpelspielplätze. Oft versuchten sie dabei nachzuahmen, was den Kindern auf dem Land als natürlicher Spielraum zur Verfügung steht, um zu klettern, buddeln, matschen und gestalten.All dies dokumentiert die Ausstellung mit historischen Fotos, Texttafeln, Modellen und Filmchen, aber auch mit zahlreichen Originalspielgeräten, die fast alle genutzt werden können. Das große Baumhaus indes darf aus Sicherheitsgründen nicht erklettert werden. Was früher noch ging, erscheint heute viel zu gefährlich, Spielplätze haben sich seit den 80er Jahren zum „kontrollierten Normraum“ entwickelt. Das moderne Kind wolle man heute schon mit einer „Rettungsboje ausstatten, bevor man es zum Händewaschen schicke“, beobachtete der Maler, Bildhauer und Kommunalpolitiker Xavier de la Salle treffend.

In der Indoorausstellung steht nachmittags auch ein Kreativraum zur Verfügung, wo man „Vier gewinnt“ spielen, an einer Metalldrahtskulptur basteln oder auf Papier eigene Spielplatzmodelle entwerfen kann.

Der Dachgarten ist Teil zwei der Ausstellung. Zeitgenössische Künstler/-innen durften ihn mit ihren Spielplatz-Kreationen und Visionen bestücken. Da schaukelt man auf Dreiersitzschaukelbänken, spielt Basketball auf eine Wurfplatte mit einer Vielzahl an Körben oder begibt sich zum Publikumsmagneten: ein paar Tischen voller weißer Legosteine. Vom Dach führt eine gigantische Rutsche hinunter zum Vorplatz. Dort kann man Skateboard fahren oder sich in einem Springbrunnen abkühlen. Der Besuch lohnt sich für alle, die sich für Kinder, Stadtplanung und öffentlichen Raum, aber auch für bespielbare Installationen interessieren und in die Historie der Spielplatzgeschichte eintauchen möchten. Während die Eltern lesen, können die Kinder herumtollen. Wer mehr wissen möchte, sollte für 34 Euro den Katalog zur Ausstellung mit nach Hause nehmen.

Bundeskunsthalle Bonn – „The Playground Projekt“
13.07. bis 28.10.2018
Öffnungszeiten: Di/Mi, 10:00-21:00 Uhr, Do-So und an Feiertagen, 10:00-19:00 Uhr
Die Kreativwerkstatt ist geöffnet: Di-Sa, 15:00-18:00 Uhr, Sonn- und feiertags, 11:00-17:00 Uhr
Alle Besucher/-innen bis einschließlich 18 Jahre haben an allen Tagen freien Eintritt in die Ausstellungen der Bundeskunsthalle.

Katalog zur Ausstellung
Gabriela Burkhalter: The Playground Project Überarbeitete und erweiterte Auflage 2018, 288 Seiten
34 Euro



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