The Playground Project in der Bundeskunsthalle Bonn

in Fotos – Vor Ort

Spielplatz und Museum? Dass das zusammenpasst wissen wir nicht erst seit Pawel Althamer und seinem Kinderkönigreich im Aachener Ludwig Forum 2014. Derzeit lädt die Bundeskunsthalle Bonn Indoor und Outdoor zur Ausstellung und Installation „The Playground Project“ ein. Neben vielen Hintergrundinformationen kann nach Herzenslust gespielt werden – nicht nur die Kleinen sind hierzu eingeladen. Gerade das Outdoor-Gelände lädt die ganze Familie ein aktiv zu werden.

Die Ausstellung beleuchtet Indoor die Bedeutung der Spielplätze, die seit Beginn der Industrialisierung entstanden. Sie dienten dazu, das Kind, das sich selbst überlassen auf der Straße herumlungerte, zu beschäftigen. Seitdem versuchten sich Künstler, Architekten, Landschaftsarchitekten, Aktivisten und Bürger daran, den optimalen Spielraum zu erschaffen und schufen kreative, witzige, teils zeitlose Gerüste, Geräte und Gruben, Kästen, Abenteuer- und Gerümpelspielplätze. Oft versuchten sie dabei nachzuahmen, was den Kindern auf dem Land als natürlicher Spielraum zur Verfügung steht und wo es klettern, buddeln, matschen und gestalten könnte.
All dies dokumentiert die Ausstellung mit tollen Fotos, Modellen und Filmchen, aber auch mit zahlreichen Originalspielgeräten, die fast alle genutzt werden können. Das große Baumhaus indes darf aus Sicherheitgründen nicht erklettert werden. Was früher noch ging, erscheint heute viel zu gefährlich.
Innen ist es schön klimatisiert, ein zusetzlicher Kreativraum steht nachmittags zur Verfügung, wo man Vier-Gewinnt-Spielen, an einer Metalldrahtskulptur basteln oder auf Papier eigene Spielplatzmodelle entwerfen kann.
Der Dachgarten ist Teil zwei der Ausstellung. Zeitgenössische Künstler/-innen durften ihn mit ihren Spielplatz-Kreationen und Visionen bestücken. Da schaukelt man auf Dreiersitzschaukelbänken, spielt Basketball auf eine Wurfplatte mit einer Vielzahl an Körben oder begibt sich an ein paar große Tische voller weißer Legosteine, um die Skyline von Bonn nachzubauen oder was einem sonst so einfällt.
Bei meinem Besuch ist es brüllendheiß, das Dach ist also recht leer. Das Wachpersonal nutzt die Gunst der Stunde, schaukelt selber und spaziert über die leere Fläche. Nur an den Legotischen ist etwas los, einer davon steht im Schatten. Lobend äußert sich der wachhabende Herr über die Kinder – nie habe eins Legosteine vom Dach geschmissen – alle würden sich eifrig und gemeinschaftlich am Bau der Stadt beteiligen.
Vom Dach führt eine gigantische Rutsche hinunter zum Vorplatz. Dort kann man Skateboard fahren oder sich in einem Springbrunnen abkühlen. Zahlreiche Kinder machen davon gerade Gebrauch, während die Eltern noch einen Kaffee trinken.
Ein absolut lohnenswerter Besuch, den ich gerne empfehle.

Bundeskunsthalle Bonn – „The Playground Projekt“
Öffnungszeiten: Di/Mi, 10:00-21:00 Uhr, Do-So und an Feiertagen, 10:00-19:00 Uhr
Die Kreativwerkstatt ist geöffnet: Di-Sa, 15:00-18:00 Uhr, Sonn- und feiertags, 11:00-17:00 Uhr
Alle Besucher/-innen bis einschließlich 18 Jahre haben an allen Tagen freien Eintritt in die Ausstellungen der Bundeskunsthalle.

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