Studieren in den Niederlanden: Ergotherapie

in Von und für Jugendliche

Wir wohnen im Dreiländereck mit den Niederlanden und Belgien. Was liegt da näher, als auch die Ausbildungsmöglichkeiten im Nachbarland zu checken? Jana Veelenturf hat sich für ein Studium der Ergotherapie in Heerlen entschieden, Kevin Strüder ist an der Kunstschule der Zuyd Hogeschool in Maastricht eingeschrieben. Wir haben beide zu ihren Studiengängen befragt. Hier das Interview mit Jana.

Jana, du studierst Ergotherapie an der Zuyd Hogeschool in Heerlen, warum hast du dich für den Standort entschieden?
Ergotherapie in Heerlen zu studieren hat einen sehr guten Ruf. Die Niederlande ist allgemein sehr weit, was das Thema Barrierefreiheit angeht, das ist hier selbstverständlich. Auch geht man hier weg vom Gedanken, alte Menschen in ein Altenheim zu stecken. Die Menschen leben zu Hause und der Ergotherapeut kommt zu ihnen. Wir werden hier auf sehr viele Alltagsszenarien vorbereitet.

Wie läuft das Studium ab?
Das Studium dauert vier Jahre, also acht Semester, danach ist es auch möglich, noch den Master anzuschließen. Wir lernen zwei Jahre Grundwissen, dafür haben wir hier neben der Theorie zum Beispiel auch eine Musterwohnung, in der wir mit Probanden praktische Übungen machen. Das geht vom Gebrauch eines Rollstuhls bis hin zur Zubereitung von Mahlzeiten. Egal ob ein Mensch einen Schlaganfall hatte oder ein Kind eine körperliche Einschränkung hat – hier lernt man damit umzugehen. Dann kommt ein einjähriges Praktikum. Dazu gehören auch Auslandspraktika – ich werde zum Beispiel in die Schweiz gehen. Und im letzten Jahr macht man seinen Bachelor.

Wie kommst du mit der Sprache zurecht?
Ich bin zweisprachig aufgewachsen, insofern ist Niederländisch kein Problem für mich. Es ist so gedacht, dass man bis zum Ende des ersten Jahres Niederländisch lernt und dann einen Test macht. Den muss ich auch absolvieren. Beim Studium sind die Professoren aber sehr nett und helfen auch immer gerne bei Verständigungsschwierigkeiten.
Von Vorteil ist es natürlich hier zu wohnen, dann lernt man die Sprache schneller. Fürs Partyleben fährt man dann aber eher nach Aachen oder Maastricht.

Wo möchtest du später arbeiten? Hast du dich schon festgelegt?
Festgelegt habe ich mich noch nicht. Das Tolle ist, dass man in so viele Bereiche hineinschnuppern kann, gerade auch in Form von Praktika. Man hat sehr viele berufliche Möglichkeiten.

Wie kommst du mit deinen Kommilitonen aus? Gefällt dir die Stimmung an der Uni?
Die Atmosphäre ist sehr schön, wir haben viel gemeinsame Projektarbeit und sind wie eine Familie. Ich fühle mich pudelwohl und kann Studium und Standort nur empfehlen!

http://international.zuyd.nl/studying/infos-fur-deutsche-studenten

Foto & Text: Birgit Franchy

Hinterlasse einen Kommentar