StädteRegion Aachen: Antibiotika für Kinder darf im Ausland bestellt werden

in Aktuelles um die Ecke, Familienleben, Gesundheit
Foto: iStock, triocean

Große Krankheitswellen und Mangel an Arzneimitteln prägen die Zeit nach den Coronamaßnahmen seit dem letzten Winter. Der Mangel an Antibiotika für Kinder ist nach wie vor ein Problem bei der Versorgung von Familien mit kranken Kindern. Jetzt ist es der StädteRegion Aachen in Abstimmung mit dem zuständigen Landesministerium erlaubt, eine Allgemeinverfügung zu erlassen, die Erleichterungen von den geltenden Regulierungen ermöglicht. Den öffentlichen Apotheken im Gebiet der StädteRegion Aachen ist es ab sofort gestattet, in Deutschland nicht zugelassene antibiotikahaltige Säfte für Kinder aus Mitgliedsstaaten der EU oder des EU-Wirtschaftsraumes und im Einzelfall auch aus Drittstaaten zu bestellen, auch ohne dass dafür konkrete Rezepte vorliegen.
So soll es möglich sein, einen Monatsvorrat für die Kundinnen und Kunden anzulegen. Die neue Regelung soll zunächst bis Ende des Jahres gelten.
Gesundheitsdezernent Dr. Michael Ziemons erhofft sich so eine Erleichterung in der StädteRegion und nimmt an, dass die Lage im Dreiländerecke der Region dabei gut in die Karten spielt. Die Regelung sei „längst überfällig gewesen“, so der Dezernent, allerdings dürfe die StädteRegion solche Erleichterungen eben nur im Schulterschluss mit übergeordneten Ministerien erlassen.

Ob die Verfügung dabei zu schnellem Erfolg führt sei dahingestellt, denn beinahe jedes zweite rezeptpflichtige Arzneimittel ist laut Ziemons mittlerweile von Lieferengpässen betroffen.
Durch die aufwändige Recherche der Apotheken nach lieferbaren Alternativen entsteht vor Ort ein enormer Zeit- und Kostenaufwand, dieser muss auch ersteinmal leistbar sein. Zudem müssen die Apotheken Kundinnen und Kunden intensiver beraten, denn die Beipackzettel sind bei Medikamenten aus dem Ausland natürlich nicht auf deutsch verfasst.

Die Ursachen für den Medikamentenmangel sind vielfältig: starke regulatorische Einschränkungen und Probleme durch die Verlagerung von Wirkstoff- und Arzneimittelproduktion ins Ausland werden als Hauptursachen ausgemacht

„Medikamentenflohmarkt“ keine gute Idee

Weiter abraten möchte die StädteRegion davon, Antibiotika im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft auszutauschen, wie dies Ende 2022 von Ärztepräsident Klaus Reinhardt empfohlen wurde.
Antibiotikas müssen entsprechend der Erkrankung ausgewählt werden. Hinzu kommt, dass durch nicht optimale Lagerung und Alter die Wirksamkeit eingeschränkt sein kann. „WhatsApp-Gruppen ersetzen nicht die Apotheke“, mahnt Sarah Scheufeld, Amtsapothekerin der StädteRegion.

Hinterlasse einen Kommentar