Stachelige Gartenbesucher – Igelschutz im eigenen Garten

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Nachts sieht man sie schon mal auf Nahrungssuche durch den Garten trippeln. Tagsüber ziehen sie sich zurück. Für Igel sind unsere Gärten wichtige Lebensräume. Mit einigen Tipps können Gartenbesitzer ihre Gärten igelfreundlich gestalten und den kleinen Stacheltieren aushelfen.

Igelgärten sind idealerweise möglichst naturnah mit vielen Naturelementen wie Hecken, einem Teich, Obstbäumen, Steinmauern oder Wiesen gestaltet. Statt auf Mineraldünger und chemische Bekämpfungsmittel zu setzen, sollte man auf umweltverträgliche Alternativen ausweichen. Nur gelegentliches Rasenmähen und Heckenschneiden sowie natürliche Verstecke wie Wurzeln, Trockenmauern, Kompost oder Reisighaufen machen den Igelgarten perfekt. Vorsicht ist bei Mährobotern geboten, die nur tagsüber verwendet werden sollten. Da Igel sich bei Gefahr zusammenrollen und bei Verletzungen keine Schmerzenslaute kundgeben, ist die Gefahr, die von elektrischen Gartengeräten ausgeht, groß. Mögliche Fallen wie Kellertreppen, Lichtschächte, Teiche und Regensammelgefäße sollten am besten mit Rettungsplanken versehen und regelmäßig kontrolliert werden. Weil Igel sehr mobil sind, ist es zudem wichtig, dass Zäune und Mauern zwischen Gärten für sie passierbar sind.

Ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für Igel zunehmend knapp. Zu dieser Zeit beginnen Alttiere damit, ihr Winternest zu bauen, während Jungtiere noch weiter versuchen, an Gewicht zuzulegen. Bei anhaltenden Bodentemperaturen um den Gefrierpunkt suchen Igel ihr Winterquartier auf. Hierfür können schützende Erdmulden oder Hecken dienen. Oder auch ein Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Diese natürlichen Überwinterungsmöglichkeiten kann man außerdem um ein Igelhäuschen aus Holz ergänzen.

In der Regel verbringen Igel ab Mitte November bis April in ihrem Winterquartier den Winterschlaf – bei schlechten Wetterbedingungen sogar bis in den Mai hinein. Geschaffene Unterschlüpfe sollten während dieser Zeit nicht mehr umgesetzt werden, da die schlafenden Tiere nicht reagieren oder flüchten können. Sollten die Temperaturen innerhalb dieser Zeit in die Höhe gehen, so ist es erst mal nicht ungewöhnlich, dass Igel zwischendurch wach werden. Wachen die Tiere jedoch oft auf, so ist dies sehr kräftezehrend für sie, da das Nahrungsangebot im Winter knapp ist. Diesen Igeln kann man aushelfen, indem man einen Napf mit Feucht- oder Trockenfutter für Katzen sowie einen Wassernapf bereitstellt. Wichtig: Bitte kein Dosenfutter oder Speisereste verfüttern. Da Igel viel Eiweiß und Fett benötigen, ist auch Hundefutter aufgrund seiner Zusammensetzung nicht geeignet.

Wenn einem Jungigel ohne Mutter, verletzte oder unterernährte Tiere sowie Igel, die am Tag oder bei Frost unterwegs sind, auffallen, brauchen sie Hilfe und sollten versorgt werden. Unterkühlte Igel können mit einer in ein Frotteehandtuch eingewickelten, lauwarmen Wärmflasche gewärmt werden. Mit Ausnahme von Igelkindern, die unbedingt den Körperkontakt zu Artgenossen brauchen, leben Igel als Einzelgänger und müssen einzeln untergebracht werden. Jungigel benötigen beim Aufpäppeln für den Winter zusätzlich eine konstante Raumtemperatur von rund 15 Grad Celsius, damit sie die Nahrungsaufnahme nicht einstellen. Die Inpflegenahme sollte jedoch Ausnahme bleiben und eine Auswilderung zum Ziel haben. Nach Absprache und Zusammenarbeit mit Igelstationen, Igelberatungsstellen und Tierärzten können Finder ihr Tier entweder selbst zuhause betreuen, wenn die Gegebenheiten geeignet sind, oder an eine Igelstation übergeben.

In der Region Aachen nimmt der Aachener Tierpark hilfsbedürftige Igel auf. Das Aachener Tierheim nimmt keine Igel auf, da es sich um Wildtiere handelt.

Aachener Tierpark
Obere Drimbornstraße 44, 52066 Aachen, 0241 59385
kontakt@euregiozoo.de

 

Lesertipp: So baut man ein Igelhaus

Hier geht es zur Anleitung:
garten.schule/wie-baut-man-ein-igelhaus/

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