St. Andreas: Aktives Gemeindeleben in der Soers

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Der Martinszug der Kirchengemeinde in der Soers ist sehr beliebt | Foto: iStock, terra24

In der Soers gibt es aktives Gemeindeleben. Was los ist, haben uns Christiane Rath, Gemeindereferentin, Christiane Strack aus dem Gemeinderat, Bereich Jugend und Familie, und Rolf Bertram, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit erzählt.

Die katholische Kirche verliert Mitglieder und soll die Menschen nicht mehr erreichen, heißt es immer wieder. Wie sieht das bei Ihnen im Stadtteil aus?

Rath: Die Gemeinde in unserem Stadtteil ist sehr aktiv, worüber wir sehr froh sind. Froh macht uns dabei vor allem auch, dass wir alle Generationen erreichen können und mit St. Andreas einen zentralen Ort der Begegnung und Beziehung im Stadtteil bieten. Dadurch dass wir unser Gelände mit einem schönen Spielplatz mit Basketball, Fußball, Sandkästen und sogar einem Kicker für draußen ausgestattet haben, ist hier immer etwas los. Hier tummeln sich bei gutem Wetter häufig viele Familien. Viele Soerser engagieren sich ehrenamtlich in der Kirche und stellen so gemeinsam mit uns immer wieder Tolles auf die Beine.

Wie schaffen Sie es, so viele Menschen anzusprechen? Was bieten Sie vor allem für Familien an?

Strack: Familien mögen unser breites Angebot, das über den normalen Kirchenbetrieb hinausgeht. Natürlich machen wir auch Taufen, bei denen die Familien in der Gemeinde begrüßt und willkommen geheißen werden, oder monatliche Kleinkinder-, Familien- und Schulkindergottesdienste, die für die jeweiligen Zielgruppen ansprechend gestaltet werden. Wir haben außerdem immer viele Messdiener, die bei uns neben dem Unterricht auch einiges an Freizeitprogramm geboten bekommen. Darüber hinaus haben wir weitere niedrigschwellige Angebote, zu denen man einfach vorbeikommen kann. In unserer Soerser Leseecke können mittwochs von 16 bis 18 Uhr Kinderbücher, CDs und ganz neu auch einige Tonies ausgeliehen werden. Inzwischen haben wir auch einiges an Literatur für Erwachsene dabei. Mittwochs bieten wir zudem von 9:30 bis 12 Uhr eine Krabbel-/Spielgruppe für Kleinkinder, die noch nicht in die Kita gehen und ihre Eltern an. Das ist ein idealer Treffpunkt für Soerser, andere Familien aus dem Viertel kennenzulernen und miteinander in Austausch zu kommen.
Einmal im Monat bieten wir nach dem Familiengottesdienst außerdem noch einen Gemeindetreff in unseren Räumlichkeiten an, bei dem gemeinsam gegessen und getrunken werden kann. Zum Familiengottesdienst und zum Gemeindetreff kommen nicht nur Familien mit Kindern, sondern häufig auch Menschen ohne Kinder.
Zusätzlich haben wir noch einen Kinderchor, der unter Leitung unserer Kirchenmusikerin Petra Krause alle zwei Jahre eine große Vorstellung vorbereitet. Zuletzt haben die Kinder Ende Oktober „Lydia – die Purpurhändlerin“ aufgeführt. Bei der Aufführung war unsere Kirche richtig voll, beide Male waren ungefähr 200 Zuschauer da. Ein großer Erfolg für alle am Kinderchor Beteiligten. Es war erstaunlich zu sehen, wie professionell teils noch recht kleine und schüchtern wirkende Kinder ihre Rollen gespielt haben.

Gibt es auch Programm für Jugendliche?

Strack: Das Programm für Jugendliche ist bei uns eher begrenzt. An einem Freitag im Monat findet von 19:30 bis 21:30 Uhr bei uns das sogenannte PEEZ-Treffen für Jugendliche von elf bis 14 Jahren statt. PEEZ ist der von den Jugendlichen erfundene Titel für das Treffen, bei dem jedes Mal unterschiedliche Pizzen gemeinsam gebacken werden. Dabei wird immer eine Zutat verwendet, die man sonst eher nicht auf Pizza legen würde – zum Beispiel Marshmallos. Neben dem gemeinsamen Pizza-Essen steht dann gemeinsam spielen, quatschen und chillen auf dem Programm. Das ist unser einziges Angebot für Jugendliche in unseren Räumen. Veranstalter ist die KjG Franziska aus der Innenstadt. Dorthin zieht es auch viele Jugendliche, wenn sie aus unseren Angeboten herausgewachsen sind. Allgemein erleben wir es aber ohnehin so, dass die Jugendlichen ab einem gewissen Alter ihren Freizeitmittelpunkt viel eher in Richtung Stadt verlagern, da sich hier in der Soers eben jeder kennt und man nicht immer unter den sehenden Augen der Erwachsenen seine Freizeit verbringen möchte.

Sie leben selbst teils auch in der Soers. Wie ist es hier für Familien, was macht den Stadtteil besonders?

Bertram: Für mich ist die Soers ein wunderbarer Ort zum Leben. Wir sind in den 90er Jahren mit Kindern hierher gezogen, als gerade neu gebaut wurde. Besonders ist, dass seitdem durch diverse Neubaugebiete immer wieder junge Familien in das Viertel gezogen sind. Zuletzt beispielsweise durch das Neubaugebiet am Alter Tivoli. So ist die Soers immer sehr jung und durchmischt geblieben. Außerdem fühlt man sich manchmal hier ein bisschen wie auf dem Dorf, in der Soers kennt jeder jeden und das Gemeinschaftsgefühl ist sehr stark, wozu wir mit unserer Arbeit natürlich auch beizutragen versuchen. Gleichzeitig zur Dorfatmosphäre mit viel Grün und Natur, wie dem Lousberg, Müschpark und vielen Feldern, besteht aber auch noch die Nähe zur Stadt. Die Kombination macht es für uns perfekt. Hier kommt ein richtiges Heimatgefühl auf.

Fehlt es auch an etwas?

Strack: Etwas schade ist, dass es im Stadtteil keine Schulen gibt. Für die nächste Schule muss also immer der Weg in die Stadt gemacht werden. Ansonsten gibt es hier eigentlich alles, was man braucht. Lange Zeit gab es keinen Supermarkt, seit der HIT am Neubaugebiet Alter Tivoli entstanden ist, sind wir auch mit einem ausgezeichneten Supermarkt ausgestattet. Außerdem muss man sagen, dass die Hofläden Brüsseler und Bonnie in den letzten Jahren ihr Angebot immer mehr ausgeweitet haben und man dort wirklich super einkaufen kann.

Stehen in der Weihnachtszeit noch weitere Aktionen in St. Andreas an?

Im Dezember haben wir tatsächlich noch einen außergewöhnlichen Programmpunkt. Im Rahmen des WDR-Weihnachtswunders kommt Clown Marco zu einem Benefizauftritt in unsere Kirche. Alle Erlöse der Spendenaktion kommen über „Aktion Deutschland hilft“ Müttern in Not zugute. Außerdem findet am 10. Dezember unser Adventskonzert und am 17. unser nächster Weihnachtsgemeindetreff statt. Interessierte können da gerne einmal vorbeikommen. Für die Adventszeit planen wir zudem, Fenster in unserem Viertel zu schmücken, die dann täglich von außen begutachtet werden können. Genaueres dazu wird aber noch in unserem monatlich erscheinenden Andreasboten bekannt gegeben.

Der Andreasbote online unter:
franziska-aachen.de/gemeinden/st-andreas

Mehr zur „Peez(a) Time“ unter:
kjg-franziska.de/peez

 

Mehr über die Soers?

Hier geht es zum Stadtteilporträt:
kingkalli.de/stadtteile-vorgestellt-tivoli-chio-bauernhoefe-und-tuchmacher-die-soers-hinterm-lousberg

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