Mit Bestürzung habe ich vom Tod von Jutta Kröhnert erfahren, die am 1. Dezember im Alter von 62 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben ist.
Kennengelernt habe ich Jutta vor fast einem Vierteljahrhundert. Sie war vor 24 Jahren Vorsitzende der Kultur- und Theaterinitiative Akut im Theater 99 am Gasborn. Ich brachte damals erstmals meine Broschüre „rundum Familie“ heraus. Zu unserem Termin hatte Jutta kurzerhand ihren kranken Sohn mitgebracht; er lümmelte während unseres Gesprächs auf einem Sitzkissen herum. Das fand ich lässig und beeindruckend. Besonders beeindruckte mich Juttas freundliche, charismatische und zugleich bestimmte Art.
Im Laufe der Jahre sollte ich Jutta noch oft im Zuge unserer Arbeit begegnen.
Die studierte Germanistin war nicht nur Vorsitzende von Akut, sondern auch als Darstellerin, Autorin, Regisseurin und Erzählerin aktiv.
Kinder und Jugendliche lagen ihr besonders am Herzen. Bei den Schultheatertagen hatte sie die künstlerische Leitung inne. Auch beim Nachfolgeprojekt „Rampenfieber“ war sie engagiert.
In der Corona-Zeit setzte sie sich intensiv für die Kulturszene ein, die unter den Maßnahmen enorm zu leiden hatte. Schon im Mai 2020 hatte sie die Aktion „Rettungsschirm“ auf dem Katschhof mitorganisiert, um auf die Situation der Kulturschaffenden und Soloselbständigen sowie auf das Berufsverbot der „nicht Systemrelevanten“ hinzuweisen. Gemeinsam sollten nicht nur die Theater, sondern auch Musiker, bildende Künstler, Tänzer, Autoren und Veranstalter für eine faire Behandlung und angemessene Ausgleichszahlungen in dieser Zeit kämpfen.
Und sie unternahm noch mehr: Sie suchte nach alternativen Veranstaltungskonzepten. Gemeinsam mit dem Theater Aachen startete sie das Projekt „Sieh mal an!“ für den künstlerischen Nachwuchs. Auch das Projekt „Stadtglühen“, das aus dieser Zeit stammt, hat Jutta Kröhnert mit ins Leben gerufen – und mich damals mit ins Boot geholt.
Jutta war auf vielen Ebenen aktiv und engagiert – sie wird eine sehr große Lücke, nicht nur in der Kulturlandschaft, hinterlassen.
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