Die Durchsagen im REWE Stenten am Krugenofen sind Kult und werden von den Kunden geschätzt.
Das Einkaufszentrum hat gerade den Titel „Lieblingsmarkt 2016“ ins Haus geholt und sich damit gegen 800 Konkurrenten aus ganz Deutschland durchgesetzt. Nicht ganz unschuldig daran sind die akustischen Produktvorschläge aus den Lautsprechern – von Josef Stenten junior persönlich eingesprochen. Ungewöhnlich: Im Markt arbeiten bis heute drei Generationen einer Familie. Birgit Franchy hat die Familie zum Titel befragt und durfte mit Josef Stenten senior plauschen.
Josef Stenten senior, Jahrgang 1925, stammt von einem Bauernhof hinter Verlautenheide. Als seine Schwester zur Zeit der Lebensmittelknappheit nach dem Krieg einen Laden in Eschweiler aufmacht, unterstützt er sie: „Ich wusste ja, wo man alles besorgen kann. Auf meinem Motorrädchen besorgte ich die Sachen von überall her.“ An den Niederrhein fuhr er für Hühnereier und lud sein ganzes Motorrad voll, hängte die Lebensmittel sogar ans Lenkrad.
Für Orangen bis zur Grenze nach Spanien
Die Arbeit macht ihm viel Freude und er entschließt sich zu einer Ausbildung im Obst- und Gemüsehandel. 1954 eröffnet er seinen eigenen Laden am Boxgraben in Aachen. Besonderen Wert legt er auch damals schon darauf, die Kunden mit außergewöhnlichen Waren zu versorgen: „Ich bin nach Rotterdam und Antwerpen gefahren. Apfelsinen mussten zur Weihnachtszeit auch sein. Dafür bin ich bis an die Grenze nach Spanien gefahren, um sie persönlich zu besorgen!“ Daheim dekoriert er das Schaufenster immer mit den Leckereien. Die Kunden wundern sich, wo die tollen Waren herkommen, und bemerken schnell, dass das Geschäft von Stenten etwas Besonderes ist.
Ganz wichtig sei auch die Freundlichkeit. Josef Stenten steht morgens selbst vor dem Laden und fegt die Straße, plauscht mit den Anwohnern und Kunden und bietet belegte Brötchen für die Studenten der Textilingenieurschule am Boxgraben an. Es wird immer viel gearbeitet.

Als Sohn Josef junior zur Welt kommt, ist es selbstverständlich, dass das Kind nach der Schule in den Laden kommt und schon als Erstklässler mithilft, Ware einzuräumen oder hinter der Kasse zu stehen.
Das Verkaufen liegt ihm im Blut. Vater Josef Stenten: „Der kleine Josef war der geborene Verkäufer, – ein Verkaufstalent! Wenn er da stand und das Persil anpries, konnte keiner Nein sagen.“ Die Familie erzählt sich immer noch, wie der kleine Josef sogar den letzten verkrüppelten Weihnachtsbaum noch an den Mann oder die Frau bringen konnte, weil er ihn so geschickt den Kunden empfahl.
Da war es nur selbstverständlich, dass Josef junior Jahre später in die Fußstapfen seines Vaters trat, – inzwischen an einem neuem Standort am Krugenofen, zuerst unter dem Namen EKZ und schließlich als REWE Stenten – und bei allen Vergrößerungen des Ladens mitwirkte. Als der Umbau des Krugenofens dem Markt anderthalb Jahre durch ständige Straßensperrungen schwer zusetzte, konnte man Josef Stenten junior oft im Einsatz sehen. Er setzte sich nicht nur für die ganze Geschäftswelt seiner Nachbarn an der Straße ein, sondern sprang in Ausnahmefällen sogar persönlich ein, um den Verkehr zu regeln. Wenn wieder eine Baustellenampel ausfiel, sah man ihn mit hochgekrempelten Hemdsärmeln auf der Straße stehen und den Kunden Zeichen geben, wie sie sich einreihen konnten.
Auch der Mitte-20-jährige Enkel Max ist heute im Familienbetrieb am Start und setzt sich für die ein oder andere moderne Änderung ein. Josef Stenten senior: „Zum Beispiel der Sushi-Stand war seine Idee. Das ist ja was für die jungen Leute.“
Die ganze Familie hält seit Jahrzehnten die Augen offen, wenn es um Trends und Wünsche der Kunden geht. Dabei ist ihnen auch die Umwelt ein Anliegen. So sind viele regionale Produkte erhältlich und werden besonders präsentiert.

Gemüse“ – die Bananen sind eins seiner Lieblingsprodukte.
Ohne die ganze Mannschaft geht es nicht
Was ist das Spezielle an dem Familienbetrieb, in dem Josef Stenten senior mit 91 Jahren immer noch täglich sechs Stunden mit Leidenschaft vor Ort mitwirkt?
„Wenn man Familie ist und sich versteht, dann kann man das zusammen machen!“, resümiert er.
Ganz wichtig sei aber die Mannschaft, mit der man arbeite und ohne die man auch nicht so viele Preise ins Haus holen könne, denn neben dem Titel „Lieblingsmarkt“ ist REWE Stenten auch für die „beste Gemüseabteilung“ und die „beste Presseabteilung“ ausgezeichnet worden.
„Letztlich sind wir alle hier eine ganz große Familie. Und wenn wir einen Preis gewinnen, laden wir die ganze Mannschaft ein und sie bringen auch noch ihre Familien mit“, erklärt Josef Stenten.
Und hier geht zu „5 Fragen an die Herren Stenten“
Stenten ist mein Lieblingsmarkt. Ich gehe meistens dahin.
Hier merkt man, dass die ganze Familie dahintersteht.
Der Markt ist Spitze.
Liebe Marlies, danke für Dein Kommentar. Unser Verlag ist in der Nachbarschaft und meine Söhne und ich kaufen auch sehr gerne dort ein. Es war mir eine besonderes Vergnügen und eine Ehre, diesen Artikel schreiben zu dürfen und Herrn Josef Stenten senior zum Fototermin zu treffen :)
Schöne Grüße, Birgit Franchy