Aus einer Brache entwickelte sich mit Hilfe zahlreicher Hände aus der Nachbarschaft in den letzten zehn Jahren ein wahres Gartenparadies. Hier wirkt nun auch die Künstlerin Barbara Brouwers. Mit Kindern setzt sie Weidenzäune, erforscht das Leben der Bienen und Schmetterlinge und gestaltet insektische Ornamente, an denen Blumen ranken. Im Sommer hat sie über ihr Projekt erzählt. Da es 2025 weitergeht, wollten wir das nicht unerwähnt lassen.
Fangen wir mit Krystyna Rütten an. Seit 40 Jahren wohnt sie in Aachen am heutigen Suermondt-Park. Sie war von Anfang an im Boot, als die Idee aufkeimte, aus einer Brache einen urbanen Garten zu schaffen. 2013 war sie bei der Vereinsgründung dabei, engagiert sich mit einem harten Kern von zehn bis zwölf Ehrenamtlern für den Garten, der zunächst aus ein paar Beeten bestand und der heute ein bunter, blühender Dschungel ist. Mit Beeten, Hecken, Sträuchern, Magerwiesen und kleiner Bühne, direkt neben einem großen Spielplatz gelegen.
2022 traf Krystyna Rütten auf die Künstlerin Barbara Brouwers. Brouwers war in Aachen bereits mit diversen Projekten in Erscheinung getreten (man erinnere sich an das Knopfprojekt in der Soers) und stellte gerade bei der „essbaren Innenstadt“ in der Annahalle aus. Dort trafen die beiden aufeinander, sprachen über verschiedene Ideen und Projekte und es war klar, „wir müssen etwas zusammen machen“. Barbara Brouwers hatte mit Designstudenten in den vergangenen Jahren des Öfteren mit Weiden gearbeitet, einem idealen Werkstoff für transparente und dennoch stabile Strukturen. Zum Beispiel auch für Zäune.

Bruder des Opas war Korbmacher
„Der Bruder meines Opas war Korbmacher, da liegt das wohl im Blut“, lacht Brouwers. Im Ludwig Forum hat sie mit Kindern schon mit Weidenruten gearbeitet. Dort entstanden ein Weidenuniversum und Kostüme für mehrere Tanzprojekte.
„Weiden sind ein toller Werkstoff, leicht, biegsam, man arbeitet mit Material, das nichts kostet“, so die Künstlerin. Mit Weiden zu agieren erde, man arbeite mit den Händen und das biete Herausforderung und zugleich Erfolgserlebnisse für Kinder jeden Alters. Bei den Tanzprojekten wurden einzelne Elemente noch mit Kabelbinder verbunden, heute arbeitet Brouwers ausschließlich mit Weidenzweigen, die die Kinder schälen und deren Rinde vielseitig verwendet werden kann.
Gefällt auch Jungs: „Insekten sehen gefährlich aus.“
Und was hat das nun mit dem HirschGrün zu tun? Bei dem Gedanken, auf dem wundervollen Gelände mitzuarbeiten, war Barbara Brouwers gleich Feuer und Flamme.
Gemeinsam mit Krystyna Rütten entwickelte sie die Idee, um die Blumenwiese mit den Bienenstöcken einen lebenden Zaun zu pflanzen. Während der Arbeit mit den Grundschulen Beeckstraße und Feldstraße hatte Brouwers festgestellt: „Es braucht ein Ziel, das für die Kinder greifbar ist.“ Und los ging es mit dem „Bienenprojekt“. Ein Thema, das in den Schulfächern Kunst, Deutsch und Biologie bearbeitet werden kann. Barbara Brouwers zeigt den Kindern Filmdokus und lässt sie darauf aufbauend zeichnen und gestalten … Bienen und ihre Körperteile. Sie dokumentiert alles sehr detailreich in ihren Skizzenbüchern, in denen die Schülerinnen und Schüler blättern dürfen. Am Ende können sie in Imkeranzügen sogar nah ran an die Bienenstöcke und erleben so die Bienen live.
Durch das weite Spektrum der Gestaltungsmöglichkeiten sind alle Kinder mit im Boot. „Die einen arbeiten gerne mit Weiden, die anderen malen und auch die Jungs sind begeistert dabei, denn „Insekten sehen gefährlich aus“.
An der KGS Feldstraße wurde schließlich ein Schmetterlingsgärtchen angelegt, für das HirschGrün entstanden Weidenzaun, Tor und große Insektenornamente. „Obwohl wir im Garten mit Vandalismus zu tun haben, wird die Weidenkunst nicht zerstört – vielleicht weil es so freundlich aussieht“, freuen sich Rütten und Brouwers.
Und wie soll es weitergehen? Auch 2025 möchte Barbara Brouwers mit Kindern und Schulen arbeiten. Fördermöglichkeiten werden ausgelotet, Sponsoren gesucht.
Wer sich beteiligen oder das Projekt unterstützen möchte, kann sich gerne bei Barbara Brouwers (info@pureporcelain.de) melden.

Der Beitrag ist in KingKalli 125 erschienen (Oktober/November 2024).
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