Eine kleine Gondel gleitet über den Fluss, über und über mit Vergissmeinnicht geschmückt, ein lächelnder Gondoliere, eine weiße Taube erhebt sich – diese Karte und 140 weitere „Luxuspapiere“ sind jetzt in einer Sonderausstellung im Papiermuseum Düren zu sehen. Die Ausstellung ist klein aber fein. Für Familien lohnt sich der Besuch, wenn auch Führungen und Papierschöpfen auf dem Programm steht.
Die Ausstellung „Glanz und Glitter – Luxuspapiere aus der Sammlung“ zeigt Objekte aus der Blütezeit der Luxuspapiere (1850–1930). Dies sind neben Glückwunschkarten zu den verschiedenen weltlichen und religiösen Festen des Jahres, Kalender, Glanz- und Lackbilder, Sammelalben, Papierkrippen, Zigarrenringe, Taufbriefchen und Fächer. Der Schwerpunkt liegt auf Glückwunsch- und Kulissenkarten aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Technische Innovationen wie Chromolithografie ermöglichten eine hohe Druckqualität und aufwendige Designs mit geprägten, gestanzten und farbenprächtigen Elementen. Oft wurden Seide, Bänder und Glitzer verarbeitet. Besonders beeindruckend sind die detailreichen „Oblaten“, veredelt mit bis zu 26 Lithographiesteinen.

Deutschland war führend in der Luxuspapierproduktion, besonders in Städten wie Berlin und Dresden. So glamorös die Ergebnisse auch waren, die Arbeitsbedingungen – oft Heimarbeit von Frauen und Kindern – waren zu der Zeit oft schlecht.
Die Dürener Museen bewahren seit den 1930er Jahren Luxuspapiere. Aktuelle Schenkungen und Leihgaben von Sammlern haben die umfassende Realisierung der Ausstellung ermöglicht. Die Exponate verdeutlichen die künstlerische Vielfalt und soziale Hintergründe dieser besonderen Papierkunst.

Eigener Eindruck und Tipp für Familien
Am 30. November habe ich vorbeigeschaut. Die Ausstellung ist winzig aber für Interessierte ein Gewinn. Die älteren Generationen unserer Leserinnen und Leser dürften sich noch an solche Bildchen und die dazugehörigen Sammelalben erinnern!
Mit Familie würde ich den Besuch für einen Familiensonntag vorsehen. Am 3. Sonntag im Monat gibt es eine Familienführung von 11:30 bis 13:00 Uhr. Von 13:00 bis 16:00 Uhr kann man außerdem jeden Sonntag Papier schöpfen.
Derzeit ist in Düren außerdem Weihnachtsmarkt. Fährt man mit der Bahn und geht zum Museum, so kommt man am Weihnachtsmarkt vorbei. Mit dem Zug würde ich allerdings nur fahren, wenn der Blick auf die App auch zusichert, dass alle Züge fahren. Heute fiel jeder zweite aus, in den anderen ging es zu wie in der Sardinenbüchse.
Papiermuseum Düren
papiermuseum-dueren.de
Die Sonderausstellung geht bis zum 18. Mai 2025.
Di-So und an Feiertagen von 10:00-17:00 Uhr
Do bis 19:00 Uhr
Mo geschlossen (auch an Feiertagen)
Geschlossen:
Neujahr (1. Januar), Weiberfastnacht, Karnevalssonntag, Rosenmontag, Ostermontag, Pfingstmontag, Heiligabend (24. Dezember), 1. Weihnachtsfeiertag (25. Dezember), Silvester (31. Dezember)
Bilder aus der Dauerausstellung:
(Da erfährt man so einiges über die Entstehungsgeschichte des Papiers, was es mit Düren zu tun hat und was man damit heute so alles anstellt.)



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