Oberverwaltungsgericht Münster entscheidet: Kein vorläufiger Räumungsstop für Lützerath

Lützerath, Duissener Hof, 2021 | Foto: Birgit Franchy

Gestern hat das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen entschieden: Es gibt keinen vorläufigen Räumungsstopp für Lützerath. Lützerath ist Dreh- und Angelpunkt der Proteste gegen den Braunkohleabbau im Rheinischen Revier. Hier kämpfen Bauer Eckardt Heukamp und zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten für den Verbleib des Hofes an der Tagebaukante. Weitere Protestaktionen wurden angekündigt.

Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster hat das Aktionsbündnis Ende Gelände Widerstand gegen die Räumung des Dorfes Lützerath angekündigt. Am 28.03.2022 hat das Gericht RWE gestattet, das Gelände des letzten verbliebenen Bauern vorzeitig in Besitz zu nehmen, obwohl Eckardt Heukamps Klage gegen die Enteignung noch läuft. Damit sind weite Teile des Dorfs an der Grubenkante des Braunkohletagebaus Garzweiler II nun akut vom Abriss bedroht. Ende Gelände bereitet sich deshalb ab sofort auf den Tag der Räumung vor.
Laut zuständiger Polizeibehörde ist die Räumung noch nicht geplant. Auf dem Grundstück stehen ettliche alte Bäume, da die Rodungssaison erst im Herbst wieder beginnt, könnte sich die Räumung noch bis dahin hinausziehen.
Die Klimagerechtigkeitsbewegung Ende Gelände ruft dazu auf, die Räumung von Lützerath zu verhindern. Ende Gelände betreibt ein großes Protestkamp auf Heukamps Gelände. Hier wurden bereits Festivals, Spaziergänge, Demonstrationen und Kohlebaggerblockaden organisiert.

Im April wird es an jedem Wochenende Aktionen vor Ort geben.

So 3. April:
Spontan-Dorfspaziergang mit Eva Töller und Michael Zobel
Treffpunkt 11:30 Uhr Mahnwache Lützerath, Beginn 12:00 Uhr

So 10. April:
96 Monate Wald- und Dorfspaziergänge, Radtour rund um die Orte der Zerstörung und zum großen Frühlingsfest in Lützerath
Treffpunkt 11:30 Uhr Keyenberg, Grünfläche an der Plektrudisstraße, hinter der Kirche
Anreise auch möglich über die Bahnhöfe Hochneukirch oder Erkelenz
12:00 Uhr Beginn der Radtour, durch Dörfer und Felder nach Lützerath, dort gibt es ein großes Frühlingsfest mit ganz viel Programm, Musik, Redebeiträge, Dorfspaziergang, Bagger stoppen, Kinderschminken, Wildkräuterspaziergang, Besichtigung der Kolawi / Kollektive Landwirtschaft Lützerath, Bar & vegane Würstchen, Kletterkurse, Märchenstunde, Reibekuchen, Kaffee und Kuchen, dies und das …
Menschen, die nicht mit dem Rad kommen können/möchten, treffen sich direkt in Lützerath und erwarten dort die Radfahrerinnen und Radfahrer, die gegen 13:00 Uhr eintreffen werden
twitter.com/AlleDoerfer

Sa 23. April:
Großdemo in Lützerath
Mitten im Wahlkampf in NRW wird es heißen: „Lützerath muss bleiben, der zerstörerische Kohleabbau muss ein Ende haben!“

Für weitere aktuelle Informationen rund Aktionen zur Braunkohle öfter mal nachschauen unter
twitter.com/LuetziBleibt
twitter.com/MaWaLuetzerath
verheizte-heimat.de

Hier die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes zum Nachlesen:
ovg.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilungen/21_220328/index.php

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