Wo Zirkusluft weht und Trapeze schwingen – das circus/werk in Aachen

Foto: Maret Peters

Jonglierbälle und Keulen fliegen durch die Luft, ein Diabolo saust an bunten Schnüren nach oben und aus der Halle ist begeistertes Lachen zu hören. Draußen balanciert eine Gruppe auf Einrädern, drinnen werden erste Tricks am Trapez geübt. Mit dem circus/werk hat Aachen seit Anfang April einen neuen Ort für Bewegung, Kreativität und Begegnung.

In einer rund 800 Quadratmeter großen Halle im C-Werk in Rothe Erde, dem ehemaligen Continental-Werk, entsteht derzeit ein offener Raum für Zirkus, Workshops und gemeinsames Ausprobieren. Die Halle liegt direkt am Vennbahnweg und ist daher auch gut mit dem Fahrrad erreichbar. Unterwegs gibt es bereits bunte Schilder und Kreidezeichnungen zu entdecken, die den Weg weisen. Das Angebot wird jetzt schon sehr gut von sowohl Kindern als auch Jugendlichen und Erwachsenen besucht und in der Halle herrscht ein buntes Treiben.

Hinter dem Projekt steht ein engagiertes Team aus Zirkuspädagoginnen und Zirkuspädagogen, Sozialarbeitenden und jungen Erwachsenen aus verschiedenen Fachrichtungen. Sie alle verbindet die Begeisterung für den Zirkus, die sie nun gerne weitergeben wollen. Die Gruppe hatte sich auf eigene Initiative beim C-Werk beworben, um die leerstehende Halle zu nutzen und mit Leben zu füllen. Schritt für Schritt entsteht dort jetzt ein kreativer Freiraum, der langfristig weiter wachsen soll.

Foto: Nils Kannmacher

Die Idee ist, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen jeden Alters Zirkusdisziplinen kennenlernen, trainieren und gemeinsam Spaß haben können. Mit einem niedrigschwelligen Angebot, welches bisher über Spenden und ein Crowdfunding finanziert wird, wollen die Initiatorinnen und Initiatoren möglichst viele Menschen erreichen. Denn neben Artistik und Bewegung werden beim Zirkustraining auch Selbstvertrauen und Körpergefühl gestärkt.

Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat findet von 17 bis 21 Uhr ein offenes Training statt, wo Interessierte vorbeikommen und unterschiedliche Disziplinen auch ohne Vorkenntnisse ausprobieren können. Wer mag, startet gemeinsam mit der Gruppe bei einem kleinen Aufwärmspiel. Danach kann man sich nach Belieben austoben. Von Tellern zum Drehen über Flowersticks bis hin zu Trapez und Vertikaltuch stehen zahlreiche Materialien zur Verfügung. Das Team leistet bei allem gern Hilfestellung und gibt Tipps zu den Übungen. Daneben können im Rahmen von Workshops zum Beispiel die ersten Fahrversuche auf dem Einrad gemacht werden. Beim Training Anfang Mai lernten die Kinder und Jugendlichen die Grundlagen der Luftakrobatik. Dazu gehörten auch verschiedene Akrobatikfiguren am Luftring, die sie im Workshop unter Anleitung übten. Wer zwischendurch eine kleine Stärkung braucht, bekommt gegen eine Spende Getränke und Sandwiches. Vor Ort gibt es außerdem Umkleiden, wo sich alle vor dem Training bequem umziehen können.

Neben regelmäßigem angeleitetem Training für Kinder und Erwachsene sollen in Zukunft auch Kindergeburtstage angeboten werden. In etwa dreieinhalb Stunden können die Kinder verschiedene Kunststücke einstudieren, die sie am Ende in ihrer eigenen Show aufführen.

Alle, die gerne Zirkusluft schnuppern und Teil des bunten Treibens im circus/werk werden wollen, sind dort herzlich willkommen.

circus-werk.de
goodcrowd.org/neues-zirkuspaedagogisches-zentrum-aachen84

Der Text ist zuerst in der Printausgabe Nr. 135 / Juni/Juli 2026 erschienen.

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