Mit den Großeltern in den Urlaub. Ein heikles Thema, gerade wenn man in die Pubertät kommt. Im letzten Sommer habe ich eine Woche bei meinen Großeltern in Düring verbracht. Ein Örtchen in der Nähe von Bremerhaven. Am ersten Tag geschah direkt ein kleines Wunder. Die Deutsche Bahn war pünktlich. Ich hatte aber gleich doppeltes Glück. Die Ferienwohnung war frei, und so konnte ich mich dort einnisten. So hatte ich ein eigenes Bad und konnte ausschlafen. Im normalen Gästezimmer wäre das nicht möglich gewesen, da meine Oma Frühaufsteherin ist. Allgemein lassen Großeltern mehr durchgehen als Eltern. Das ist nicht weiter schlimm, sondern eher bereichernd. Wenn ich mit meinem Vater über die Bundesliga-Ergebnisse diskutieren möchte, blockt er meist ab. Mein Opa macht jedoch fleißig mit, und das besonders gerne, wenn es um Werder Bremen oder gegen den HSV geht. Es ist wichtig, eine gemeinsame Linie zu finden. Das können Themen wie Fußball oder Politik sein. Allerdings ist der Urlaub zu schade, um ihn mit einer endlosen Konsenssuche zu verbringen. Das frustriert beide Seiten. Aber auch die Enkelkinder sollten sich um ein gutes Verhältnis bemühen. Zum Beispiel sollte man es etwas langsamer angehen lassen als sonst. Aber man sollte die Großeltern auch nicht unterschätzen. Während ich meine Eltern bei gemeinsamen Fahrradtouren immer abhänge, kamen sie noch überraschend gut mit. Das liegt zwar auch an den E-Bikes, aber immerhin. Man muss aufeinander zugehen und jeden Moment genießen, den man miteinander hat. Dazu muss man auch mal die Zähne zusammenbeißen. Zum Beispiel wenn meine Oma mal wieder vergisst, dass ich zu den wenigen Menschen gehöre, die kein Eis mögen.
Doch die Zeit mit Oma und Opa lohnt sich, besonders wenn man einige lustige oder gar peinliche Anekdoten aus der Kindheit der eigenen Eltern erfährt.
Wo wir gerade von Vergangenem sprechen, ein kurzer Schwenk in die Vergangenheit und ein kleiner Ortswechsel vom Landkreis Cuxhaven in den Kreis Düren. Wenn ich früher bei meinen Großeltern übernachtet habe, meist gemeinsam mit meinem Vetter, lief das meistens so ab. Um circa 17 Uhr wurden wir bei Oma und Opa abgeliefert. Bis zum Abendbrot saßen wir oft mit Oma im Wintergarten, wo wir Enkel mit LEGO bauten und Oma mit ihren Kreuzworträtseln beschäftigt war. Als wir dann in die Schule kamen, ließ Oma auch mal eine Frage für uns übrig. In unseren ersten Lebensjahren hatte Opa für uns einen Sandkasten gebaut, wo wir in den Sommermonaten spielten, wenn wir nicht gerade die Fische im Gartenteich beobachteten. Natürlich alles unter Opas Aufsicht. Doch irgendwann kamen wir aus dem Sandkasten- und Bauklötzealter heraus und unsere Großeltern setzten uns immer öfter vor den Fernseher. Denn Gesellschaftsspiele konnte man mit uns bis zum achten Lebensjahr nicht spielen, da wir beide sehr schlechte Verlierer waren und teilweise noch sind. Doch wenn wir spielten, verbrüderten wir Enkelkinder uns gegen Oma und Opa. Da ich immer schon ein kleiner Bücherfanatiker war, hat Oma mir oft vorgelesen, was ihr auch sichtlich Spaß gemacht hat. Und das nicht nur, weil Opa sich so um den Abwasch kümmern musste.
Man merkt, man benötigt Zeit, um einen Konsens zu finden. Das liegt oft daran, wie viel Zeit man miteinander verbringt, aber auch, wie offen man ist. Aber man sollte jede Minute genießen, die man gemeinsam hat.
Text: Jonas Thielen (Schülerpraktikant)

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