Anfang März habe ich spontan unserem zukünftigen KingKalli-Mietgarten einen Besuch abgestattet. Draußen auf den Feldern liegt noch Schnee, und Udo Dickmeis führt mich über die Anlage. Meine Fragen des Tages: Wie groß sind wohl die Parzellen und wo liegen sie überhaupt und was erwartet uns da? Frage mehrerer Mitarbeiter von Gut Hebscheid an mich: „Wollen Sie das eigentlich alleine machen?“ – Na, ich hoffe doch nicht!
Udo Dickmeis arbeitet seit vier Jahren auf Gut Hebscheid. Genauso lange werden auch die Bio-Mietgärten an Städter ohne eigenen Garten vermietet. Begonnen wurde 2009 mit 25 vermieteten Parzellen, in diesem Jahr sind es schon 65 – und es können noch einige hinzukommen.
Neu ist seit letztem Jahr das Folienhaus, in dem bei Bedarf auch eine Parzelle gemietet werden kann. Dieses Angebot wird begeistert angenommen, die meisten Mieter haben auch eine Folienhausparzelle hinzugenommen, bietet sie doch die Möglichkeit, Gemüse anzupflanzen, das in den Beeten draußen nicht so gut gedeiht. Vorgepflanzt werden im Folienhaus ein paar Reihen Tomaten, diese faulen auf den Feldern leicht und vertragen sich nicht mit den Kartoffeln, erklärt Udo Dickmeis. Wer seine Küche also mit Gemüse wie Tomaten, Paprika und Auberginen ergänzen will, ist mit einer Folienhausparzelle gut beraten. Im Folienhaus kann es im Sommer natürlich ganz schön warm werden, Temperaturen um die 40 Grad sind normal.
Derzeit ist im Folienhaus und auch draußen noch nichts angepflanzt. Udo Dickmeis hat für Interessierte jedoch alle Parzellengrößen abgesteckt, um die abstrakten Zahlen sichtbar zu machen. Hören sich sieben Quadratmeter klein an, so kann man sich doch vorstellen dass hier einiges an Tomatenpflanzen und, und, und im Folienhaus angepflanzt werden kann. Draußen sind kleine Parzellen ab 30 Quadratmetern beliebt. Die Großen mit 100 oder 125 Quadratmetern werden wenig gebucht. Auch Großfamilien, die schon seit vier Jahren als Mieter dabei sind, belegen inzwischen eher Flächen um die 75 Quadratmeter.
Unsere KingKalli-Parzelle wird 50 Quadratmeter betragen und die gleich dreimal an mich gestellte Frage „Wollen Sie das eigentlich alleien machen?“ macht mich natürlich nervös. Ich hoffe auf ein fleißiges Team und viele begeisterte Gärtner aus unseren Reihen.
Zur Seite stehen den Neu-Gärtnern täglich Udo Dickmeis und Barbara Plessmann. Sie bepflanzen die Beete nicht nur vor Saisonstart, sondern schicken Mails an alle Gärtner, die über Aktuelles aufklären, Tipps zur Pflege geben und vorschlagen, was gerade nachgepflanzt werden kann.
Udo Dickmeis ist von 7 Uhr morgens bis ca. 14 Uhr auch an den Beeten anzutreffen, erklärt den Unterschied zwischen Radieschen und Unkraut und demonstriert den Umgang mit Harke und anderem Werkzeug, um Rückenschmerzen vorzubeugen.
Die Gartenmieter können ganztags bis zum Einbruch der Dunkelheit auf ihren Parzellen arbeiten. Pflanzen – allesamt in Bioqualität, können sie auch per Mail nachbestellen. Udo Dickmeis bereitet diese dann vor und legt sie an der Parzelle bereit.
Um auch den Zusammenhalt und Austausch unter den Mietern zu fördern, gibt es alle sechs Wochen die Möglichkeit, gemeinsam zu grillen. Saisonstart ist der erste Mai, bis dahin stehen noch einige Infotermine an. Also wer noch Lust hat, unser Nachbar zu werden, hat noch die Gelegenheit!
Infos: www.via-aachen.de
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