Luc I. ergreift das Zepter

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Als Wolfgang Radermacher, der Leiter des AKiKA (Arbeitsausschuss Aachener Kinderkarneval) bei Familie Piwko vor der Tür steht und die Familie fragt, ob Luc der nächste Märchenprinz sein möchte, sagt dieser sofort zu. Natürlich kommt die Anfrage nicht von ungefähr. Schließlich ist Luc bereits seit Jahren im Hofstaat des Märchenprinzen aktiv und hatte schon die Rollen des Pagen, des Jägers, des Noppeney, des Bäckers und des Mandele Leo inne. Da war die Rolle des Märchenprinzen für den Zehnjährigen die logische Konsequenz, zumal Wolfgang Radermacher ihn für seine gewissenhafte, ruhige Art und sein vorbildliches Verhalten lobt.
Auch auf der Bühne hat Luc kein Problem, egal ob es darum geht, einen Spruch auf Öcher Platt aufzusagen, oder darum, ein Lied vorzutragen.

Zum Karneval gekommen ist Luc über seine ältere Schwester. Lina, heute 16 Jahre, ist wiederum über ihren Onkel zum AKiKA gestoßen. „Willst du nicht auch bei uns mitmachen?“, wurde das Mädchen damals gefragt und die Fünfjährige schlüpfte in die Rolle des Pagen – die einzige Rolle, die auch Mädchen innehaben dürfen –, bevor sie in die Tanzgarde wechselte. Heute ist sie bei der KG Eulenspiegel aktiv und begeisterte Unterstützerin ihres jüngeren Bruders.
Ob es nun in der Vorbereitungszeit um einen Gang zur Kostümschneiderin oder zur Hutmacherin oder um einen Pressetermin ging – Lina war mit von der Partie.
„Es ist wichtig, dass die ganze Familie hinter dem Märchenprinzen steht“, betont Mutter Silke Piwko, die selbst den Hofstaat des Märchenprinzen koordiniert. Auch Oma und Tante erfreuen sich an der Rolle ihres Enkels bzw. ihres Neffen und wohnen gerne Terminen bei, gerade wenn es sich um so spannende Dinge wie die Anfertigung des Kostüms handelt.

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Bevor die offizielle Proklamation des Prinzen im Januar über die Bühne geht, gibt es viel zu tun. Neben den Anproben für Kostüm und Mütze musste Luc seine Texte auf Öcher Platt lernen und ein eigens für ihn komponiertes Lied einstudieren und einsingen. Jeden Freitag standen außerdem Proben mit Hofstaat und Garde auf dem Programm.
Seine zahlreichen anderen Hobbys wie Tennis, Tischtennis und E-Gitarre-Spielen müssen für den Bayern-München-Fan in dieser Saison ein bisschen hinten anstehen. Vor allem nach der Proklamation wird es eng. Bis zum Karnevalsdienstag stehen für Luc 70 Termine im Terminkalender.
An Karneval starten die Einsätze um 8 Uhr morgens und gehen bis zum frühen Abend, aber Luc und seine Familie haben schon richtig Lust darauf. „Wir sind mit viel Spaß und mit Leib und Seele dabei!“, so Silke Piwko.
Ein paar Auftritte werden für Luc etwas ganz Besonderes sein. Der Fünftklässler wird in seiner eigenen Schule, dem Pius-Gymnasium, auf der Bühne stehen und freut sich schon auf diese besondere Aufgabe.
Seinen Einsatz beim Kinderzug kann er ebenfalls nicht erwarten.
Am 26. Februar wird er einen eigenen Wagen haben, von dem aus er alleine Kamelle in die jubelnde Menge werfen darf.
Der Wagen bildet den Abschluss des Zugs. Vor ihm fahren die drei anderen Wagen des AKiKA mit Hofstaat, Garde und ehemaligen Prinzen sowie eine Kutsche mit dem Tanzpaar.
Auch beim Rosenmontagszug sind die Kinder des AKiKA dabei. Diesmal kann man sie auf einem Wagen vor dem Rathaus sehen, wo sie noch einmal Kamelle zu ihren Untertanen werfen.
Den Abschluss am Veilchendienstag bildet ein Besuch bei der Kinderkrebsstation im Aachener Klinikum.

Wenn Wolfgang Radermacher im Anschluss am Dienstag die Federn von der Mütze nimmt, ist die Saison für Luc I. beendet. Er wird dann seinen Orden, Kostüm und Mütze samt Federn behalten und das Zepter sowie die Kette mit allen Namen der bisherigen Prinzen weiterreichen. Sein eigener steht auch schon dabei.

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