Leben in Aachen – der Kronenberg: Nähe zur Natur, Erneuerungsbedarf und modernste Freizeitangebote

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Der Kronenberg, ein oft übersehenes Viertel am Rande Aachens, war unter Aachenern lange, wenn überhaupt bekannt, als sozialer Brennpunkt verrufen. Vielen ist das Viertel gar kein Begriff. Sabrina, Mutter von vier Kindern, lebt seit zehn Jahren am Kronenberg und zeigt uns ihr Viertel: Die Vernachlässigung, unsichere Schulwege und abgesperrte Sportanlagen sind ebenso Themen wie die Nähe zur Natur (mit dem tollen Gut Hasselholz) und mit dem KiJuze ein Jugendzentrum, das mit seinen vorwiegend sportlichen Angeboten am Puls der Zeit ist. Der Kronenberg hat uns dabei durchaus überrascht und ist aus verschiedenen Gründen definitiv einen Besuch wert.

Die Wohnsiedlung in Aachens Westen zwischen Amsterdamer Ring und Vaalser Straße ist Anfang der 60er Jahre als eine Mischung aus sozialem Wohnungsbau, Mehrfamilienhäusern und Einfamilienhäusern entstanden. Das Viertel liegt in ruhiger Lage am Stadtrand, hat Wald und Wiesen direkt vor der Tür und das Stadtzentrum in erreichbarer Nähe. Leider ist der Kronenberg wie viele ähnliche Siedlungen, die zur gleichen Zeit erbaut wurden, zum sozialen Brennpunkt geworden. Inzwischen ist die Situation wieder etwas entspannter, die Armutskonzentration hat in den letzten Jahren abgenommen. Durch einen Generationenwechsel sind viele neue Familien hinzugekommen. Insgesamt leben 2.741 Menschen im Stadtteil, wovon etwa 15 Prozent zwischen null und 14 Jahre alt sind. So haben auch Sabrina und ihr Mann vor etwa zehn Jahren ein kleines Einfamilienhaus gekauft, für Sabrina, die damals im Uniklinikum arbeitete, eine gute Lage in der Nähe der Arbeitsstelle. Wir treffen die Mutter von vier Kindern vor der Kita ihrer jüngsten Tochter Hannah in der Händelstraße.

Früher gab es neben der Kita auch eine Grundschule und eine Hauptschule in der Händelstraße. Beide wurden wegen ausbleibender Anmeldungen geschlossen, die Grundschule mit dem Ablauf des Schuljahres 2012/13, der Betrieb der Hauptschule endete mit dem Schuljahr 2015/16. Damals gab es für die Grundschule zu wenig Anmeldungen, da zu dieser Zeit recht wenige Kinder am Kronenberg lebten, inzwischen sind es wieder mehr. Mit dem Schulstandort Kronenberg wurde noch nicht ganz abgeschlossen. Seit Jahren steht zur Debatte, auf dem Gelände der Hauptschule eine fünfte Gesamtschule für Aachen zu schaffen. Allerdings wird der Standort vor allem wegen seiner Lage kritisiert, im Aachener Süden seien die Schulen überlaufen, eine neue Schule im Westen könne dieses Problem möglicherweise nicht adäquat lösen.

Für die Familien aus dem Viertel ist es natürlich schade, aber nicht weiter tragisch, denn bis zur nächsten Grundschule, der KGS Hanbruch – der bevorzugten Schule nahezu aller Kinder hier –, ist es auch nicht weit. Allerdings bereitet den Familien der Schulweg Sorgen. Die Kinder müssen auf dem Weg das Viertel verlassen und den Amsterdamer Ring überqueren, dort gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Unfälle, bei denen Kinder verletzt wurden. Die Verkehrsinsel in der Mitte biete falsche Sicherheit, wenn die Autos auf der Hauptverkehrsachse nur so vorbeirasen, berichtet Sabrina.

Unsere Runde durchs Viertel beginnt vor der Kita. Auf einem kleinen Fußweg geht es vorbei an vierstöckigen Mehrfamilienhäusern in den großen Park in der Mitte des Viertels. Dort liegt mit der Ulla-Klinger-Halle, im Volksmund meist Westhalle genannt, die stadtteileigene Schwimmhalle. Die Kunst- und Turmspringer des SV Neptun 1910 Aachen e. V., die die Halle für ihr Training nutzen, sind sogar ein überregionales Aushängeschild für Spitzensport aus Aachen.

Ulla-Klinger-Halle
Händelstraße 14, 52074 Aachen
Öffnungszeiten:
Mo, 12:00-22:00 Uhr
Di, Mi 06:30-17:00 Uhr
Do, Fr 06:30-18:00 Uhr
Sa, 13:00-19:00 Uhr
So, 08:00-13:30 Uhr

„Hier haben meine älteren Kinder Fahrradfahren gelernt“, sagt Sabrina und zeigt auf ein Tor am Wegesrand. Dahinter befindet sich ein Sportplatz, den man heute kaum noch als solchen erkennen kann. Ein wilder Dschungel aus Pflanzen und Unkraut aller Art versperrt die Sicht. „Der Sportplatz hat sich mit seinem ebenen Gummiboden super geeignet, um darauf erste Fahrversuche mit dem Rad zu unternehmen. Als der Boden dann immer verdreckter und vermooster war, habe ich vor einigen Jahren beim Stadtbetrieb angefragt, ob sie jemanden herschicken könnten, der den Platz einmal reinigt. Kurz darauf wurde dieses Schloss aufgehängt und der Zugang versperrt. Wir wissen nicht genau, ob dies eine Reaktion auf unsere Nachricht war, aber meine Kinder sagen heute noch ‚Mama, hättest du mal nicht angerufen‘“, erzählt Sabrina frustriert. Bei der Familie herrscht Unverständnis über den abgesperrten Sportplatz, sie wissen bis heute nicht genau, warum der Platz verriegelt wurde und was nun daraus werden soll. Inzwischen ist der Platz, der wohl früher zur Schule gehörte, so weit zugewuchert, dass eine Nutzung definitiv nicht mehr möglich ist, die Basketballkörbe ragen gerade noch so aus dem Gebüsch hervor, der Gummiboden ist kaum noch zu erkennen.

Nur wenige Meter weiter war bis vor einiger Zeit ein Sandkasten für Kleinkinder, auch davon ist heute nichts mehr zu sehen. Es stehen nur zwei Bänke in seltsamer Anordnung um eine Betonfläche, die mal ein Sandkasten gewesen ist. Der erste und einzige nutzbare Spielplatz im Viertel ist zum Glück nicht weit entfernt. In schattiger Lage im Park befinden sich ein Klettergerüst, eine Schaukel und eine steile, bei der vierjährigen Hannah sehr beliebte Rutsche. Die Familie nutzt den Spielplatz gerne, doch auch dort fällt etwas auf. „Es gibt leider nur eine Bank, auf der Eltern Platz nehmen können. Wir haben schon manchmal probiert, uns mit anderen Familien, beispielsweise aus der Kita, zu treffen. Es gibt in der Ecke einen Tisch, aber keine Bänke. Gäbe es dort noch zwei Bänke, könnte man sich toll treffen und gemeinsam ein kleines Picknick machen. So geht das leider nicht.“

Ein Tisch ohne Bänke, ein Basketballplatz ohne Körbe

Ein Tisch ohne Bänke lässt sich trotzdem noch für ein Picknick im Stehen nutzen oder als Ablagefläche. Weniger nutzbar ist der „Basketballplatz“ im Park. Nach Lärmbeschwerden von Anwohnern der anliegenden Häuser hat man dort kurzerhand die Körbe entfernt, die Bälle fliegen seitdem ins Leere oder eher gar nicht mehr. Damit wurde definitiv das Lärmproblem gelöst, dafür aber ein neues Problem und keine Alternative für sportbegeisterte Kinder und Jugendliche geschaffen. Basketballspielen ist am Kronenberg nun nicht mehr möglich. Wenigstens die Tore auf dem Bolzplatz aus Asche hat man ihnen gelassen.

Am Kronenberg gibt es „größeren Handlungsbedarf“

Wir haben uns bei der Stadt über den geschlossenen Sportplatz, die abgebauten Basketballkörbe und den allgemeinen Zustand der Grünanlage erkundigt. „In den öffentlichen Grün-, Spiel- und Sporträumen des Quartiers Kronenberg gibt es größeren Handlungsbedarf, der sich zum einen aus dem Alter der Anlagen, zum anderen aus den aktuellen und künftigen Nutzungsanforderungen ergibt. Zu den Themen gehören unter anderem Wege und Treppen, Sitz- und Aufenthaltsbereiche, der Spielplatz sowie die Bolz- und Basketballfelder“, heißt es in der Antwort des Fachbereichs für Umwelt- und Grünplanung der Stadt Aachen. Da der Kronenberg kein städtebauliches Fördergebiet ist, müssen die Mittel für Änderungen aus dem städtischen Haushalt kommen. Noch in diesem Jahr sollen bei einem externen Planungsbüro eine Bestandsaufnahme, eine Gesamtkonzeption und eine Kostenermittlung beauftragt werden, um sie dann der Politik vorlegen zu können. Intern werden aktuell Abstimmungen getroffen, um alle Belange einzubeziehen, einschließlich des Schulsportplatzes und des Basketballbereichs. Obwohl es noch dauern wird, bis etwas passiert, können sich die Anwohner auf notwendige Erneuerungen freuen und voraussichtlich ab nächstem Jahr an Beteiligungsverfahren teilnehmen.

Trotzdem lockt es bei schönem Wetter immer wieder Grüppchen von Studenten oder andere Besucher in den hiesigen Park. Grund dafür ist die 2023 eingerichtete Discgolf-Anlage. Zugegeben, den meisten dürfte das erst einmal kein Begriff sein, Discgolf ist durchaus treffend als Nischensportart zu bezeichnen. Es ist wie Golf, nur mit Frisbees statt mit Golfball, und statt Löchern gibt es Fangkörbe aus Metall, in die geworfen wird. Der Kurs startet am oberen Ende des Parks, insgesamt gibt es neun Bahnen. Eine Infotafel am Start gibt einen Überblick über die Strecke, die Regeln sowie ein paar Tipps zur Grundtechnik. Ein Ausflug lohnt sich auch für die, die keine eigenen Frisbees besitzen: Beim Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus können während der Öffnungszeiten Frisbees gegen ein Pfand ausgeliehen werden. An einem warmen Tag im Juli sind gleich mehrere Gruppen von jungen Leuten unterwegs, die das Spiel ausprobieren und dabei jede Menge Spaß haben. Über die Anlage freuen sich sicherlich auch einige Mitglieder der DJK Westwacht, der in der Nähe gelegene Verein war an der Einrichtung der Anlage, die aus städtischen Mitteln finanziert wurde, beteiligt und hat sogar eine eigene Discgolf-Abteilung. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Lärm in Grenzen hält und die Frisbee-Anlage kein ähnliches Schicksal wie der Basketball- oder Sportplatz ereilen wird.

Eine ausgestorbene Ladenzeile und ein Marktplatz

Nach der Erkundung des Parks geht es für uns noch ein Stückchen durchs Viertel. Sabrina und Hannah zeigen uns die Ladenzeile des Viertels, wobei diese Bezeichnung inzwischen nicht mehr ganz zutreffend ist. Früher gab es hier noch einen Metzger, einen Bäcker und eigentlich alles, was man so braucht, das liegt aber schon lange in der Vergangenheit. Heute gibt es leider nur noch Leerstand und eine Sparkasse. Die Rollläden der Ladenlokale sind heruntergelassen, aus dem Weg vor den Läden sprießt das Unkraut. „Wir würden uns freuen, wenn es hier zumindest noch einen Bäcker geben würde oder einen Mini-Supermarkt, dann müsste man nicht immer bis zum Kaufland an der Vaalser Straße. Für uns ist das machbar, aber gerade für die älteren Leute ist das zu weit“, sagt Sabrina.

„Manchmal kaufen wir mittwochs aber etwas auf dem Markt ein, einmal die Woche stehen auf dem Platz am Amsterdamer Ring ein paar Stände. Das ist wirklich schön, der Markt ist auch immer sehr voll.“ Ein kleines Highlight für Hannah am Marktplatz ist die Reiterstatue, die sich, ähnlich wie die Figuren am Puppenbrunnen in der Stadt, an mehreren Gelenken bewegen lässt. „Es gibt eigentlich keinen Weg hier vorbei, an dem Hannah nicht einmal auf dem Rücken des Pferdes Platz nimmt“, scherzt Sabrina. Auch wenn sie uns heute einige Seiten ihres Viertels gezeigt hat, für die sie sich Veränderungen wünscht, fühlt sich die Familie alles in allem sehr wohl. „Anfangs sieht man nur das, was schön ist: die Ruhe, die Nähe zur Natur und zum Wald, den Kindergarten um die Ecke. Heute sehen wir allerdings auch, dass das Viertel an einigen Ecken vernachlässigt ist und es an Möglichkeiten fehlt.“ Trotzdem bleiben die schönen Seiten weiterhin bestehen, die Nähe zur Natur und gleichzeitig zur Stadt ist dabei einer der größten Vorteile. Eigentlich geht es für die Familie mindestens einmal die Woche raus Richtung Wald. „Unser Lieblingsort ist der Hof von Gut Hasselholz, dort gibt es seit einiger Zeit einen kleinen Spielplatz und einen Automaten, an dem man sich ein Getränk holen kann. Wir sitzen im Sommer abends häufig dort und genießen die Natur. Bis zum Hof sind es auch nur zehn Minuten zu Fuß.“

Markt ist mittwochs von 07:00 bis 13:00 Uhr auf dem Johannes-Ernst-Platz neben der Kirche St. Hubertus direkt am Amsterdamer Ring.

Gut Hasselholz: beliebtes Ausflugsziel

Der Hof ist nicht nur bei Kronenbergern ein beliebtes Ausflugsziel. Kein Wunder bei der tollen Lage im Johannisbachtal mit Blick auf den Aachener Wald und der Möglichkeit, die Kühe in ihrem Außenstall zu besuchen. Im Hofladen werden Obst und Gemüse, Rindfleisch, Milch, Eier sowie Honig aus eigener Produktion verkauft. Einmalig für die Region: Das Rindfleisch kommt nicht nur von den eigenen Tieren, sondern der Hof hat sogar eine Schlachtlizenz und schlachtet vor Ort. So müssen die Tiere nicht mehr in ein Schlachthaus transportiert und zusätzlichem Stress ausgesetzt werden.

Zudem gibt es auf dem Hof regelmäßig verschiedene pädagogische Angebote, die wir ebenfalls in unserem Kalender haben.

Öffnungszeiten Hofladen:
Do, Fr 14:00-18:00 Uhr
Sa, 10:00-16:00 Uhr
Am Hasselholz 8, 52074 Aachen
hasselholz.de

Pumptrack und Calisthenics-Anlage des KiJuze St. Hubertus am Puls der Zeit

Apropos pädagogische Angebote: Ein weiteres großes Highlight im Viertel für die Familie ist das Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus. „Unser zehnjähriger Sohn geht regelmäßig dorthin, um auf dem Pumptrack Rad zu fahren, das ist wirklich super. Außerdem hat er in den Sommerferien an der Ferienfreizeit teilgenommen. Wir hatten Glück, dass er noch einen Platz ergattern konnte, da die Ferienfreizeiten vom KiJuze immer beliebt und häufig schon wenige Stunden nach Anmeldebeginn ausverkauft sind.“ Kein Wunder, für nur 50 Euro sind die Ferienfreizeiten preiswert, das Programm ist vielseitig mit verschiedenen Ausflügen und die Betreuungszeit ab 08:00 Uhr morgens kommt den berufstätigen Eltern entgegen. Für Sabrina und Hannah geht es nach unserer Tour wieder nach Hause, wir werfen noch einen Blick in das Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus, kurz KiJuze, als letztem Ort auf unserem Weg. Am Eingang empfängt uns Birgitt Klevers-Valk, gemeinsam mit Christel Schäfer teilt sie sich Leitung der Einrichtung. Mit Lars Lummerich und Sebastian Graf ist das Team der hauptamtlichen Mitarbeiter komplett. Wobei das so nicht ganz richtig ist, da wäre noch Rumo, Sebastians Hund, den er mehrmals die Woche mitbringt. Bei den Kindern ein sehr beliebter Mitarbeiter und eine emotionale Stütze. Das Team wird von Honorarkräften ergänzt, die regelmäßig kommen, um verschiedene Angebote durchzuführen. Birgitt nimmt uns mit auf einen kleinen Rundgang durch die Einrichtung.

Verteilt auf zwei Etagen gibt es in der OT eigentlich alles, was sich Kinder und Jugendliche zur Freizeitgestaltung wünschen. Ein Spielzimmer, Kicker, Billard, eine Playstation, eine Sporthalle und eine Bar mit dem hauseigenen Kiosk, an dem ein paar Süßigkeiten erworben werden können (natürlich nur eine begrenzte Menge pro Kind und Tag). Im Untergeschoss befindet sich ein Werkraum, die wöchentlichen Kreativkurse sind vor allem bei den Besucherinnen beliebt. Das Gebäude aus den 60er Jahren verfügt außerdem noch über ein typisches Relikt der Zeit, über eine Kegelbahn, die auch immer noch gut frequentiert wird. „Regelmäßig kommen Kinder und fragen, ob sie Bowling spielen können, ich sage dann immer, dass wir leider nur eine Kegelbahn und keine Bowlingbahn haben. Aber den Kindern heutzutage ist eben eher Bowling ein Begriff“, erzählt Birgitt, die inzwischen seit über 20 Jahren im KiJuze arbeitet.

Besonders stolz ist das Kinder- und Jugendzentrum auf die Fahrradwerkstatt im Untergeschoss, dort hängen jede Menge hochwertige Räder an der Wand, die während der Öffnungszeiten ausgeliehen werden können. Außerdem steht alles an Werkzeug zur Verfügung, was für Reparaturen am eigenen Fahrrad benötigt wird. Einmal in der Woche können Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene mit ihren Rädern vorbeikommen, um angeleitet Reparaturen an ihren Rädern vorzunehmen. Auf dem eigenen oder einem geliehenen Rad kann es dann auf dem Pumptrack zur Sache gehen. Ein Pumptrack ist eine angelegte Mountainbikestrecke, auf der mit dem entsprechenden Rad, ohne in die Pedale zu treten, mit pumpenden Bewegungen Schwung geholt wird, um dann über verschiedene Rampen zu fahren. Dabei können erfahrene Fahrer mit ihren Rädern ordentlich Geschwindigkeit aufbauen und Tricks machen.

Fokus auf Sport und Bewegung

Die Idee für den Pumptrack auf dem Außengelände kam von Mitarbeiter Lars, er selbst fährt leidenschaftlich Rad und war lange Zeit Mitglied des Radvereins Geländefahrrad Aachen e. V. Als er vor mehr als zehn Jahren anfing, am Kronenberg zu arbeiten, hat er sein Interesse am Radsport sofort eingebracht. Durch einen glücklichen Zufall war die Stadt zum selben Zeitpunkt auf der Suche nach einer Fläche für den Bau eines Pumptracks – ein Jugendlicher hatte die Idee an sie herangetragen (wir haben berichtet). Das große Außengelände der Einrichtung bot sich an, und so entstand 2013 die Anlage. Anfangs noch auf Erde, seit einigen Jahren ist sie sogar betoniert. „Da die Anlage für die Region einmalig ist, kommen unsere Besucher nicht nur vom Kronenberg, sondern von überall aus Aachen. Da sind sogar die Großeltern dabei, die mit dem Fahrradanhänger kommen und ihre Enkel nachmittags hier absetzen und später wieder holen kommen. Das freut uns natürlich sehr, denn als damals die Grundschule im Viertel geschlossen wurde, mit der wir viel zusammengearbeitet haben, wurde auch unsere Daseinsberechtigung infrage gestellt.“ Und so hat das KiJuze sich dann vor allem auf den sportlichen Bereich spezialisiert und damit auch immer mehr Besucher von außerhalb angelockt. Zum Pumptrack und zur eigenen Sporthalle mit jeder Menge Material ist Ende 2015 noch eine Calisthenics-Anlage auf dem Außengelände hinzugekommen. 2015 war die Einrichtung damit der absolute Vorreiter in der Region, inzwischen hat Calisthenics gerade bei jungen Leuten immer mehr an Popularität gewonnen.

Das Außengelände der Einrichtung ist übrigens, genau wie der Pumptrack, öffentlich und auch am Wochenende und außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich. Während der Öffnungszeiten können aus einem Container zusätzliche Trainingsmaterialien und Gewichte ausgeliehen werden. Das Gelände wird ebenfalls von den Bartans, dem ersten Aachener Calisthenics Verein, genutzt, die dienstags und donnerstags am KiJuze trainieren (Instagram: bartans_calisthenics).

Birgitt und ihre Kollegen sind schon lange dabei und kennen die jungen Menschen hier gut. Gerade die beiden Leiterinnen – Christel ist seit 30 Jahren dabei – haben schon viel erlebt. „Früher ging es hier rauer zu, da wehte noch ein anderer Wind und es gab häufiger mal Auseinandersetzungen“, berichtet sie. Birgitt erinnert sich an eine Zeit, als Jugendliche anderen Jugendlichen „Kronenberg-Verbot“ erteilt haben, sie durften sich dann nicht mehr im Viertel aufhalten. Damals war der Kronenberg in Aachen noch sehr verrufen. Das ist aber inzwischen ungefähr 20 Jahre her. „Mit der Zeit hat sich das geändert, heute ist es ruhiger, der Kronenberg hat mit dem Zuzug vieler neuer Familien insgesamt eine positive Entwicklung gemacht, darüber sind wir froh. Da unsere Besucher inzwischen auch viel aus anderen Stadtteilen kommen, ist unsere Klientel aber ohnehin sehr gemischt.“

Kinder- und Jugendzentrum St. Hubertus
Händelstraße 6, 52074 Aachen
Öffnungszeiten:
Mo, Di, Do 14:00-21:00 Uhr
Mi, Fr 14:00-19:00 Uhr
kijuze.de

Feste Angebote im KiJuze:
Kinderyoga: Mo 16:30-17:30 Uhr
Bitte mit Voranmeldung an info@kijuze.de
Kreativwerkstatt: Mi 16:00-18:00 Uhr
Kindertag (6-12 Jahre): Mi ab 14:00 Uhr
Boxen (ab 14 Jahren): Di, Do 19:30-21:00 Uhr
Fitnesstraining (ab 16 Jahren): Mo 19:30-21:00 Uhr
Fahrradwerkstatt: Do 18:00-20:00 Uhr
Calisthenics für Mädchen (14-21 Jahre): Di 16:30-18:00 Uhr

Vielen Dank an Sabrina für die Einladung. Mit dem Kronenberg haben wir ein vielseitiges Viertel kennengelernt, das weit mehr zu bieten hat als sein Wahrzeichen, den „Backenzahn“.

Mancherorts nagt zwar der Zahn der Zeit an den öffentlichen Plätzen, doch es besteht Hoffnung, dass Bewegung in die Entwicklung kommt. Die überraschenden Highlights machen zudem einen Besuch auch für Außenstehende interessant. Die Discgolf-Anlage muss unbedingt demnächst ausprobiert werden!

Weitere Impressionen aus dem Viertel:

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