Kurzweilige Unterhaltung: Der Aachener Weihnachtscircus 2025

Rasant starten die drei Geschwister Tiziano, Mary und Nataly als Skating Balkanski mit einer Rollschuhdarbietung die Show. Ab dann wird man förmlich ins Programm gesogen, bis sich etwa drei Stunden später der Kreis ebenso rasant wieder schließt, wenn die Globo de los Robles mit ihren Motorrädern durch eine Stahlkugel flitzen. Das Regieteam Thomas Bruchhäuser und Sandor Donnert haben ganze Arbeit geleistet und bieten dem Aachener Publikum noch bis zum 4. Januar eine toll durchchoreografierte Show. Starke Nerven muss man wie immer mitbringen.

Einblick ins Programm

Leosvel & Diosmani

Die Vorstellung lebt eindeutig von der Artistik. Nach den Skating Balkanski bleiben weitere Gruppen im Gedächtnis. Leosvel & Diosmani waren schon mit Starmagier Hans Klok oder bei „Supertalent“ im Fernsehen zu sehen. Sie lassen ihre Muskeln am Chinese Pole spielen. Eine Nummer will nicht im ersten Anlauf gelingen, es gibt einen kurzen Schreckmoment, als ein Artist an der Stange abrutscht. Das Publikum hätte es nicht gestört, erst als die Passage wiederholt wird, versteht man, was noch dazugehörte. Der Applaus ist den sympathischen Athleten gewiss.

Bei Alain Alegria kann zumindest ich gar nicht hinschauen, wenn er in acht Metern Höhe auf einem Stuhl, der auf einem Seil ausbalanciert ist, durch die Manege schwingt. Nervenkitzel pur. Die Ukrainerin Kateryna Fedorovych legt sich in schwindelerregender Höhe in Ringe, Maria Terentyeva aus Kasachstan führt mit schwingendem Kostüm und wallendem Haar die Nummer „Look at the Sun“ am Strapatenseil vor.

The Robles

The Robles bringen das Publikum mit ihrem Hochseilakt ins Schwitzen. Die „sieben Schwaben“, die ursprünglich aus Kolumbien stammen, balancieren in dreistöckigen Pyramiden über das Hochseil, springen Seilchen und treiben weiteren Schabernack in der Höhe, der einem den Schweiß auf die Stirn treibt. Kein Wunder, dass danach erstmal Pause ist.

Auf klassische Clowns verzichtet der Zirkus. Humoristische Nummern fehlen trotzdem nicht. Bauchredner Serge Massot fällt die Aufgabe zu, auch Gäste aus dem Publikum auf die Bühne zu bitten. Fréderique Snoeks (Fred genannt) lässt Bert mal mit einem von oben auf ihn zu herabfallenden Messer zittern, dann wieder schwingt sie den Hammer oder bewirft den unterwürfigen Kerl, während er auf einem Seil balanciert, auch noch mit Pfeilen.

Eine Tiernummer ist im Programm. Amber – bekannt aus den TV-Casting-Shows „Got Talent“ in den Niederlanden, Belgien und Großbritannien – ist mit ihren zwei Dancing Collies dabei. Die Hunde drehen sich und wirbeln um sie herum, springen ihr auf den Rücken oder in den Arm. Interessant ist, wie kreativ Zirkus heute mit Erinnerungen an alte Tiernummern spielt. Daniel Gollas Nummer mit Modellflugzeugen lässt an Papageienkunststücke denken, die man aus anderen Shows kennt.

Tatiana Perez in einer ihrer zahlreichen Roben.

Zwischen den einzelnen Nummern entstehen keine Pausen. Sängerin Tatiana Perez und die Donnert Dancers bringen in hochwertigen Kostümen immer neue Showeinlagen, während – kaum zu sehen – im dunklen Hintergrund schwarz gekleidete Bühnenarbeiter die nächste Attraktion vorbereiten.

Hat sich gut unterhalten gefühlt: Birgit Franchy / KingKalli

Eine Pause gibt es in der atemlosen Show natürlich auch. Sie kann genutzt werden, um sich einen Snack zu holen. Es gibt nicht nur im Zelt das obligatorische Popcorn zu kaufen, sondern draußen wurde auch ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, wo es Pommes und Glühwein gibt und wo geraucht werden darf. Im Zelt können sich die Gäste an verschiedenen Spots fotografieren, auch die Pause ist damit flugs schon wieder vorbei.

Dem Regieteam Thomas Bruchhäuser und Sandor Donnert sowie allen Artisten gilt der Dank: Der diesjährige Weihnachtszirkus ist durchweg gelungen! Empfehlen würde ich ihn mit Kindern ab vielleicht acht Jahren.

weihnachtscircus-aachen.eu

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