Kurzurlaub am Meer: Nieuwpoort im Herbst

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Endlich hatte ich Urlaub und musste dringend raus aus der Stadt. Mit meiner Zweijährigen fuhr ich mit dem Auto quer durch Belgien an die Küste. In Nieuwpoort haben wir für drei Nächte ein privates Ferienhäuschen bekommen.

Erst während der Fahrt ist mir wieder bewusst geworden, wie schnell man von Aachen aus am Meer sein kann. Wir fuhren mit dem Auto, weil wir einiges an Gepäck mithatten. Mit dem Zug kommt man jedoch in vergleichbarer Zeit sehr günstig ans Ziel. An den Bahnhöfen in Belgien (z. B. Welkenraedt) kann man ein 10-Fahrten-Ticket für insgesamt 77 Euro kaufen. So kommt man also für 7,70 Euro pro Strecke direkt an die Küste!

Nieuwpoort ist ein hübscher Ferienort, der uns im Herbst noch Sonnenstrahlen bot, ohne überlaufen zu sein. Unsere Unterkunft befand sich in der Nähe der IJzer, die die Verbindung zwischen Nordeuropas größtem Jachthafen und dem offenen Meer darstellt. Bereits am Fluss kann man viel Zeit damit verbringen, die Segelboote zu beobachten, die je nach Wetter im Sekundentakt vorbeifahren. An der linken Uferseite gibt es einen eigenen Weg für die Fußgänger und einen für Fahrradfahrer, sodass sich beide Parteien nicht in die Quere kommen. Ausschließlich an Wochenenden und Feiertagen verkehrt eine Fähre. Kostenlos kann man von einer Uferseite auf die andere übersetzen. Auf der rechten Uferseite erwartet einen ein Naturschutzgebiet, in dem auch ein schöner Leuchtturm (von außen) zu bewundern ist.

Als Verlängerung des Kanals ragen auf jeder Uferseite Stege weit ins Meer hinein. Am Ende des Stegs fühlt man sich ein bisschen wie auf hoher See. Hier musste meine Kleine im Buggy sitzen bleiben, weil ich zu ängstlich war, dass sie vor lauter Neugier zum Geländer rennen und sich zu weit hinauslehnen würde. Ein Kleinkind passt da ohne Probleme durch. Trotzdem ein großartiges Erlebnis, da wir gerne die Möwen beobachteten, wie sie sich durch die Luft gleiten ließen und auf das Geländer setzten.

Getreu dem Motto, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gibt, verbrachten wir viele Stunden am Strand mit dem Backen von Kuchen und dem Sammeln von Muscheln. Mit Gummistiefeln und Matschhose durfte meine Tochter auch in den Wellen und in Sandmatsche rumplanschen. Am Strandabschnitt befinden sich mehrere Seilklettergerüste, die sie zwischendurch sehr gerne erklomm.

Am Boulevard gönnten wir uns ein paar Fritten und Eis. Die Preise sind etwas höher als gewohnt. Ein häufig gesehenes Merkmal an der belgischen Küste sind die Hochhäuser direkt am Strandboulevard. Aus den Fenstern der obersten Etagen hat man bestimmt eine tolle Aussicht auf das Meer. Leider liegt der Boulevard dadurch lange im Schatten, bis erst im späteren Verlauf des Tages, wenn die Sonne hoch genug steht, die Spaziergänger mit ein paar Sonnenstrahlen verwöhnt werden.

Nachdem wir am ersten Tag stundenlang auf den Beinen waren, wollte ich den zweiten Tag etwas ruhiger gestalten. An der gesamten belgischen Küste entlang fährt die „Kusttram“, eine Straßenbahn, von Ferienort zu Ferienort. Von Nieuwpoort ist man in einer halben Stunde für drei Euro in Ostende und schaut dabei immer mal wieder auf das Meer. Nach kurzer Zeit hatte die Tochter jedoch schon keine Lust mehr zu sitzen, und so stiegen wir bereits in Middelkerke aus. Zuerst war ich etwas enttäuscht, denn nach diesem Ort beginnt der Streckenabschnitt bis Ostende, an dem man unmittelbar an der Nordsee vorbeifährt. Die Enttäuschung war jedoch schnell verflogen, als wir den langen Sandstrand vor uns sahen. An einigen Stellen führen Rutschen vom Boulevard direkt zum Strand hinunter. Wir entdeckten einen Spielplatz im Sandstrand. Mein persönliches Highlight, eine Schaukel mit Blick auf das Meer, gab mir ein richtig tolles Urlaubsgefühl.

In unserem Gepäck hatte ich als Überraschung einen Drachen geschmuggelt. In meinen Kindheitserinnerungen war es immer ein Riesenakt, bis der Drachen endlich in der Luft war. Innerlich auf einen längeren Prozess eingestellt, wollten wir kurz vor Ende des Urlaubs den Drachen steigen lassen. Es war ganz leicht: Drachen einfach losgelassen – und schon flog er fröhlich in der Luft. Zum Drachensteigen lohnt es sich absolut, ans Meer zu fahren. Es machte mir Riesenspaß. Die Kleine wollte lieber die Enden des Schweifs festhalten, um mit mir Pferdchen zu spielen. Vielleicht findet sie im nächsten Jahr mehr Freude daran. Es war bestimmt nicht unser letzter Urlaub an der belgischen Küste!



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