Eine Eisenbahn dreht ihre Runden – vorbei an Dom und Elisenbrunnen. Reisende sehen den bunten Zügen bei ihrer Fahrt durch Aachen zu. Zwei rote Gondeln einer Seilbahn schweben durch den Raum. Wer Bahn und Gondeln beim Restaurantbesuch unter der Decke der Bahnhofsvision entlangfahren lässt, spendet zeitgleich einen Euro für soziale Projekte. Wir waren bei der Eröffnung des Ausbaus dabei.
Seit fünf Jahren schon dreht eine historische Modelleisenbahn – eine sogenannte Lehmann-Groß-Bahn (LGB) – in der Gaststätte Bahnhofsvision direkt am Vennbahnweg in Kornelimünster ihre Runden. Über den Köpfen der Besucher fährt die Bahn mit von regionalen Unternehmen gesponserten Waggons und sammelt Spendengelder für soziale Projekte des Rotary Clubs Aachen-Land. Abwechselnd fahren vier Waggons hinter der Lokomotive, die anderen zehn stehen einsatzbereit in einer Vitrine im Gastraum.

Im Rahmen der Projektreihe „Kunst an der Bahn“ sind bereits Gebäude aus Aachen entlang der Schienen entstanden. Jetzt wurde die Strecke kreativ ausgebaut und um zahlreiche Kunstobjekte erweitert. Mit einer feierlichen Vernissage wurde am Mittwochabend, 7. Mai, die Dauerausstellung der Lebenshilfe eröffnet.
In der Kunstwerkstatt der Lebenshilfe Aachen haben die Künstler Lars Otten und Ozan Aktas Reisende und Aachener Gebäude geschaffen, die die Bahnstrecke zieren und die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Wer aufmerksam beobachtet, kann Figuren mit Hunden und Blumensträußen und einen Vogel auf dem Bahnhofsdach entdecken.
Der Zug fährt durch Wälder und an Reisenden mit Koffern vorbei, die Lars Otten mit Fineliner und Filzstift auf Papier gezeichnet hat. Die Zeichnungen wurden anschließend digitalisiert, ausgedruckt und ausgeschnitten. Die feinen Liniengitter verleihen den Motiven einen besonderen Wiedererkennungswert.

An den Wänden unter der Bahnstrecke können Zeichnungen des Aachener Doms bewundert werden, welche die bereits bestehenden „Stationen“ Elisenbrunnen und Aachener Dom der Künstlerin Alexandra Rot und das SuperC von Elke Feyerl und Helmut Heimich ergänzen. Mit seinem Formgedächtnis hat Ozan Aktas den Dom ohne Vorlage aus verschiedenen Perspektiven konstruiert und mit zahlreichen Details gezeichnet.
Gäste der Bahnhofsvision können die Fahrt, die von einer im Zug mitfahrenden Kamera gefilmt wird, zusätzlich über einen Bildschirm aus einer Perspektive miterleben, als säßen sie in der Bahn.
Durch den Einwurf von einem Euro können Kinder und Erwachsene die Züge selbstständig in Fahrt bringen und auf eine Reise über die Schienen schicken. Gleichzeitig bewegen sich die Gondeln der Seilbahn zur jeweils anderen Seite. Mit den Einnahmen von bisher rund 7.000 Euro durch Sponsorengelder und Münzeinnahmen unterstützt der Rotary Club jedes Jahr soziale Projekte wie Konflikttraining für Jugendliche und Leseförderung für Grundschulkinder.
Text: Maret Peters
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