Im Kita-Streik sind die Fronten derzeit verhärtet. Auch für die Woche nach Pfingsten sind weitere Streiks angekündigt. Ausgetragen wird das Ganze nicht zuletzt auf dem Rücken der Familien, die sich zumeist jedoch solidarisch mit dem Kita-Personal zeigen.
Auf Facebook hat sich nun eine Gruppe aus Aachen gebildet, die die Situation der Familien diskutiert und es in Erwägung zieht auch die Kita-Gebühren einzuklagen, sollten diese nicht erlassen werden.
Welche gravierenden Konsequenzen der Streik hat, erzählen Eltern (bis auf eine Ausnahme ausschließlich Mütter) in der Gruppe „Kinder erobern das Rathaus“.
Ilka Niemann arbeitet selbst im Nachtdienst, ihr Mann ist tagsüber Vollzeit bei der Arbeit. Für sie bedeutet das, dass sie nun aufgrund des Streiks tagsüber nicht schlafen kann. Auf ihre Frage an die Gruppe, wie es anderen ergeht bekommt sie sofort zahlreiche Rückmeldungen. Wie viel Kreativität die Organisation den Müttern abverlangt spiegeln die Antworten. Malgorzata Luczak-Przybyla berichtet, dass in ihrem Fall extra die Mutter aus Polen angereist ist, um sie zu unterstützen. Allerdings könne diese nur zwei Wochen bleiben. Die meisten haben niemanden in der Nähe, der die Kinder übernehmen kann. Wer in Elternzeit ist oder studiert übernimmt teilweise noch die Kids von Freunden, die sich die Zeit nicht so gut einteilen können.
Einige Arbeitgeber ermöglichen es den Müttern, die Kids mit zur Arbeit zu bringen. Dass dies jedoch maximal eine Notlösung sein kann verdeutlichen andere Kommentare, denn natürlich passen sich die Kleinen nicht mir nichts, dir nichts an so einen veränderten Rhythmus an, sondern reagieren mit Unruhe und Schlafstörungen auf das veränderte Programm. „Meine Kleine schläft nur noch super schlecht weil das ganze Hin und Her in ihren kleinen 1,5 jährigen Kopf nicht passt, selbst unser 4,5-Jähriger trotzt nur noch rum, will nicht mehr „abgegeben“ werden“, berichtet Stephanie Meiendresch. Besonders unpassend finden die Mütter das Angebot der Stadt, doch selber in den städtischen Räumlichkeiten für eine Betreuung zu sorgen, denn auf die Nachfrage von Stephanie Meiendresch wer denn in diesem Falle hafte, wenn einem der Kinder etwas zustößt, war die lapidare Antwort, dafür müssten die Eltern dann schon selber herhalten. Dass sich nur die wenigsten der für Erziehungsberufe ungelernten Eltern in diesem Fall die Betreuung von 10 bis 20 Kindern zutrauen und zumuten möchte, liegt auf der Hand.
Besonders verärgert sind die Eltern darüber, dass der Streik auf dem Rücken der Familien ausgetragen wird und die Stadt bisher noch nichtmal angekündigt hat, auf die Kitagebühren für diese Zeit zu verzichten. Dass die Stadt quasi zeitgleich auch schon eine Erhöhung der Kitagebühren für die Zukunft angekündigt hat, mutet wie ein schlechter Witz an.
Einige Familien erwägen bereits für die Erstattung der Kitagebühr, die während des Streiks angefallen sind, Klage einzureichen.
Ilka Niemann hat derweil für nächste Woche ein Treffen von Eltern mit OB Marcel Philipp vereinbart. Wer sich dafür interessiert, wie es weitergehen soll, kann sich gerne bei der Gruppe „Kinder erobern das Rathaus“ auf facebook anmelden und aktiv einbringen.
Das Treffen mit dem OB findet am Dienstag statt. Treffpunkt ist um 12:15 Uhr am Münsterplatz, dann geht es ins Centre Charlemagne.
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Foto (thinkstock): Mit Kind im Büro? Für keinen sehr entspannend und allemal eine Notlösung.
Interessanterweise entscheiden sich Eltern oft gegen eine Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter/-vater, weil sie befürchten, dass diese durch Krankheit oder Urlaub ausfallen könnte … aber wer hat je eine Tagesmutter im Kreis Aachen streiken sehen ;-) …
Vielleicht sollte man dies bei der Wahl der Kleinstkinderbetreuung (U-3) bedenken.
Ich bin selbst betroffen hab gerade Nachtdienst und schlafe kaum ich suche nach einem guten Anwalt weil ich bin der Meinung das der Stadt auf Kosten der Bürger spart mann kassiert weiter Beiträge aber Kitas Personal bekommt keinen Gehalt dann kommt was schönes zusammen oder?