Im November wird auch auf der großen Leinwand der Winter eingeläutet und steht ganz im Zeichen der Jahreszeit des Schnees und natürlich Weihnachten. Einzige Ausnahme: Vaiana 2 entführt die Zuschauer zum zweiten Mal wieder in die paradiesische Inselwelt von Polynesien. Filmprofi Peter gibt euch einen Überblick, teilt seine Einschätzungen der Neustarts mit euch.
Niko – Reise zu den Polarlichtern

Kinostart: 07.11.
FIN/D/IRL/DK 2019 | Regie: Kari Juusonen, Jørgen Lerdam | 86 Min. | FSK: ab 0 Jahren
Rentier Niko wird langsam erwachsen und kommt damit seinem Traum näher, wie sein Vater Teil der „Fliegenden Truppe“ des Weihnachtsmanns zu werden. Allerdings muss er dafür seine Familie verlassen, was ihm schwerer fällt als gedacht. Am Ziel seiner Reise stellt er zudem fest, dass er nicht der einzige Bewerber auf den freien Platz in der Truppe ist; auch die forsche Stella hat es auf den Posten abgesehen, und nun müssen beide bei einem Wettbewerb zeigen, wer besser geeignet ist. Und damit nicht genug, wird zu allem Überfluss am Tag vor Heiligabend der gut gefüllte Schlitten ihres Arbeitgebers gestohlen. Klar, dass es an Niko und seinen treuen Begleitern, dem Flughörnchen Julius und dem Hermelinmädchen Wilma, ist, das himmlische Gefährt wiederzubeschaffen. Nach den ersten beiden Teilen von 2008 und 2012 kommt nach langer Pause jetzt eine dritte Episode der Animationsfilmreihe in die Kinos. Vor allem jüngere Kinder dürften erneut Freude an dem winterlichen Abenteuer und den putzigen Tierfiguren haben, inhaltlich bewegt sich das Ganze jedoch auf sehr konventionellen Pfaden.
Weihnachten in der Schustergasse

Kinostart: 14.11.
N 2023 | Regie: Mikal Hovland | mit Kaya Ekerholt McCurley, Kåre Conradi, Hakon Seip | 93 Min. | FSK: ab 6 Jahren
In Norwegen freut man sich 1945 darauf, das erste Weihnachtsfest nach Ende des Zweiten Weltkriegs zu begehen. Die zehnjährige Stine ist kurz vor den Feiertagen ohne Fahrschein in einem Zug unterwegs. Als sie erwischt wird, glückt ihr beim Halt in einer verschneiten Kleinstadt die Flucht. Unterschlupf findet sie im Haus von Jens Andersen, in das sie mitten in der Nacht einsteigt. Als der Schuster Stine entdeckt, erklärt sie ihm, dass sie auf ihren Vater wartet, der sie in ein paar Tagen abholen wird. Als Gegenleistung für einige Besorgungen, die sie für ihn erledigen kann, beschließt der einsiedlerische Andersen, sie so lange bei sich wohnen zu lassen. Doch sowohl Stine als auch Andersen hüten ein Geheimnis. Übernatürlich wie in „Plötzlich Santa“ oder „Elise und das vergessene Weihnachtsfest“ geht es in diesem neuen norwegischen Weihnachtsfilm zwar nicht zu, magisch ist dessen Atmosphäre dank der liebevollen Ausstattung, der schrulligen Figuren und vor allem der herzerwärmenden Geschichte aber dennoch – eine gelungene Abwechslung zu den zahlreichen Trickfilmstarts in der Vorweihnachtszeit.
Weihnachten der Tiere

Kinostart: 21.11.
F/D 2024 | Regie: Caroline Attia, Ceylan Beyoglu u. a. | 68 Min. | FSK: ab 0 Jahren
Es weihnachtet sehr – und das nicht nur für uns Menschen, sondern auch für so manches Tier. Zumindest ist das in den fünf jeweils etwa 13 Minuten langen Episoden dieses Animationsfilmprojekts der Fall, an dem sechs Regisseurinnen aus der ganzen Welt beteiligt waren. In der ersten Geschichte treibt das Haus des Weihnachtsmanns auf einer Eisscholle davon und er, ein tollpatschiger Storch und ein Fuchs versuchen sich in Schadensbegrenzung. Es folgt ein Ausflug in den Hühnerstall, in dem Hahn, Hühner und Küken das Weihnachtsfest retten müssen. Eine Mutter und ihre Tochter begegnen danach im Wald allerlei Wildtieren, die sie davon abhalten, den letzten Tannenbaum zu fällen. In der vorletzten Story erhalten zwei Kinder Besuch von einem verzauberten Waschbärenmädchen, und im Finale sind es eine Katze, mehrere Lemminge und ein Vielfraß, die ein Abenteuer im Schnee erleben. Die fünf Segmente kommen beinahe ohne Dialoge aus und jedes von ihnen beeindruckt durch den individuellen zeichnerischen und inhaltlichen Stil seiner Macherin – ein wunderschöner Vorweihnachtsfilm für ein ganz junges Kinopublikum.
Vaiana 2

Kinostart: 28.11.
USA 2024 | Regie: David G. Derrick Jr. | Laufzeit und FSK noch unbekannt
2016 entführte der Disney-CGI-Animationsfilm „Vaiana“ sein Publikum in die Inselwelt Polynesiens vor zweitausend Jahren. Dabei durfte es in farbenprächtigen Bildern und mit mancher Musicaleinlage miterleben, wie die titelgebende Häuptlingstochter gemeinsam mit dem gestaltwandelnden Halbgott Maui allerlei Abenteuer zu bestehen hatte. „Vaiana“ war ein großer Kassenerfolg und wird Mitte 2026 eine Adaption als Realfilm erhalten. Bereits jetzt erfahren wir aber in bewährter Trickfilmform, wie die Geschichte der jungen Heldin weitergeht. Diesmal hat Vaiana es sich zur Aufgabe gemacht, einen uralten Fluch, der die Völker Ozeaniens einst auseinandertrieb, zu brechen. Hilfe erhält sie natürlich wieder von Maui, aber auch von Schweinchen Pua, Hahn Hei-Hei und einigen neuen Crewmitgliedern. Ihre Reise führt sie dabei zu einer mysteriösen Insel und auch die fiesen kleinen Kokosnusskrieger aus Teil 1, die Kakamora, kreuzen wieder ihren Weg. Mit bewährten Zutaten und vertrauten Charakteren dürfte Disneys 62. Animationsfilm kaum Schiffbruch erleiden, wie es zuletzt gelegentlich der Fall war.
Hinterlasse einen Kommentar