Kinderbuchtipps zum Thema Tiere

in Medien

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie kleine Kinder auf Tiere reagieren. Sie sind liebevoll und neugierig, ohne Angst und voller Glück, wenn das Tier die kindlichen Annäherungsversuche zulässt oder gar erwidert. Kinder lieben Tiere, sie tun sich gegenseitig gut. Im besten Fall sind die folgenden Bücher kleine Impulsgeber, um über das gemeinsame Leben mit einem Tier nachzudenken. Fröhliches Lesen!

 

Der Hund, der sein Bellen verlor

Patrick kann sein Glück kaum fassen, er soll tatsächlich einen Hund haben dürfen. Und das, obwohl sein Vater so allergisch auf Hunde reagiert. Aber der ist gerade wieder einmal weit weg auf Tournee in Australien, und deshalb verbringt Patrick mit seiner Mum die Ferien alleine beim Großvater auf dem Land. Dorthin nimmt er den kleinen Hundewelpen, den er sich im Tierheim ausgesucht hat, mit. In den ersten beiden Kapiteln erzählt der Welpe aus der Hundeperspektive seine bisherige Lebensgeschichte, und die ist leider von sehr viel Schrecken geprägt, denn die Menschen waren nicht gut zu ihm. Aus Angst hat er sogar das bellen verlernt. Patrick will es dennoch mit Oz versuchen, und mit einer Engelsgeduld schafft er es, Vertrauen zu seinem neuen Haustier aufzubauen. Bleibt die Frage, wie sein Vater auf den neuen Mitbewohner reagieren wird. Nach und nach wird klar: Der Vater wird nicht mehr zur Familie zurückkehren, denn die Eltern haben sich getrennt. Was in der knappen Inhaltsangabe eher traurig klingt, ist eine der warmherzigsten Tiergeschichten, die ich je gelesen habe. Die Illustrationen von P. J. Lynch sind außergewöhnlich atmosphärisch und runden dieses kleine Meisterwerk ab. Ein wirklicher Lesetipp! Dennoch empfiehlt es sich, das Buch vorab als Erwachsener zu lesen, um seine Wirkung auf die kindlichen Leser abzuschätzen.
Eoin Colfer, P. J. Lynch (Illustr.): Der Hund, der sein Bellen verlor. 142 Seiten, gebunden, 15 x 21,5 cm, Orell Füssli 2019, ISBN: 978-3-280-03577-1, 12,95 Euro, ab 8 Jahren

 

Das Beste überhaupt, Meerschwein sein

Diese Meerschweinchen sind zum Kaputtlachen! Sie jonglieren mit ihren kleinen Köttelchen, machen Handstand oder kümmern sich herzerwärmend um die ganz Kleinen. Und mittendrin ist Miro. Er kann nichts besonders gut, ist weder groß noch klein und eigentlich ziemlich zufrieden mit seiner Rolle mittendrin zwischen all den anderen Meerschweinchen. Nun steht das jährliche Küren des besten Schweinchens überhaupt an, und dazu machen sich alle auf einen gefährlichen Weg. Es geht über den reißenden Fluss, durch Dornengestrüpp und vorbei am gefährlichen Jaguar. Jedes Meerschweinchen beweist eine andere Stärke mit mehr oder weniger Erfolg. Nur Miro ist mittendrin, hilft mal da und ist einfach da, wenn er gebraucht wird. Und dann kommen alle beim großen Wahlstein an. Wer wohl dieses Mal zum besten Meerschweinchen überhaupt gewählt werden wird? Wir ahnen es: Ein Hoch auf das gesunde Mittelmaß! Ein großartiges Bilderbuch, das jetzt im Miniformat zu haben ist.
Lorenz Pauli, Kathrin Schärer (Illustr.): Das Beste überhaupt, Meerschwein sein. 32 Seiten, Miniausgabe gebunden, 12 x 13,5 cm, atlantis 2019, ISBN: 978-3-7152-0773-5, 7,90 Euro, ab 4 Jahren

 

Wer hat hier gepupst? Das ultimativ-tierische Pupsbuch

Ein Buch, in dem sich alles um Pupse dreht? Wunderbar, das wird den Kindern richtig gut gefallen! Zunächst wird ganz sachbuchmäßig erklärt, was Pupse sind, wie sie entstehen und warum sie manches Mal geruchlos sind und ein anderes Mal fürchterlich riechen. Und dann folgen viele unterschiedliche Tiere, immer mit der gleichen Frage „Pupst es?“. Die nächste Seite zeigt in witzigen Illustrationen die Auflösung dieser überaus wichtigen Frage. So lernt man, dass Pferde die Pupsweltmeister sind aufgrund ihrer vielen Darmbakterien, dass Papageien gerne das Geräusch von Pupsen imitieren und bei Spinnen keiner so genau weiß, ob sie es tun. Frettchen erschrecken sich fast zu Tode vor ihren eigenen Pupsen und Seelöwen sind die allergrößten Stinker, weil sie unentwegt Fisch verzehren. Ganz zum Schluss stehen da zwei Kinder. Wie die Antwort auf die Frage „Pupsen sie?“ wohl ausfallen wird? Sehr lustig und eine wunderbare Idee, die Kinder zum Dauerkichern bringen wird.
Nick Caruso, Dani Rabaiotti, Alex G. Griffiths (Illustr.): Wer hat hier gepupst? Das ultimativ-tierische Pupsbuch. 48 Seiten, gebunden, 21 x 23,5 cm, Sauerländer 2019, ISBN: 978-3-7373-5703-6, 14,99 Euro, ab 3 Jahren

 

Bald schon groß – jetzt noch klein

Tierkinder in Originalgröße fotografiert und mit wichtigen Informationen versehen, das ist die Quintessenz dieses sehr schön gestalteten Sachbilderbuchs. Wer sich das zwei Wochen alte Fischotterbaby anschaut, spürt förmlich das weiche Fell unter den Fingern, und auch die Augen des kleinen Waschbären lösen sofort bei den älteren Betrachterinnen Muttergefühle aus. Wusstet ihr, dass eine Koalamutter ihr Junges ab dem sechsten Lebensmonat mit einem speziellen Babybrei füttert, der aus ihrem eigenen Kot besteht? Oder dass Meerschweinchenbabys schon kurz nach der Geburt beginnen, an Blättern und Heu herumzunagen? Kennt ihr die kältesten Kinderzimmer der Welt? Dort werden die Kaiserpinguine groß, und weil sie nach sechs Wochen einfach zu groß für eine Buchseite sind, kann man den oberen Teil aufklappen und hat so das flauschige Pinguinkind in voller Größe vor sich. Auch das Bonobo-Affenbaby braucht etwas mehr Platz und turnt wie das Tigerkind über zwei Buchseiten. Das Seeschwalbenküken und der Schildkrötenschlüpfling haben es da größenmäßig eindeutig einfacher, man muss sie beinahe suchen. Und zu den ganz Kleinen gehören die Kaulquappe und die Schmetterlingsraupe. Eine sehr schöne Idee, Kindern auf die Weise das Tierleben näherzubringen.
Jens Poschadel: Bald schon groß – jetzt noch klein. Tierkinder in voller Lebensgröße. 46 Seiten, gebunden, 27 x 27,5 cm, Kosmos 2018, ISBN: 978-3-440-15905-7, 14,99 Euro, ab 5 Jahren

 

Ein Garten für alle

Der Bär freut sich, es ist bestes Garten-wetter! Er macht sich daran, auf einer sonnendurchfluteten Lichtung im Wald einen Garten anzulegen, das wollte er schon immer. Gerade ist er fertig mit Umgraben und Einsäen, da kommen die Waldvögel angeflattert und picken alle Samenkörner auf. Am nächsten Tag ist der Garten voller Hügel und wenig später haben die ersten grünen Blätter verdächtige Löcher. Als dann auch die Hasen sich am guten Salat gütlich tun und die Mäuse alle Tomaten ernten, merkt Bär, dass er besser auf seinen Garten aufpassen muss. Aber von all der Arbeit und Aufpasserei ist er furchtbar müde, und das nutzen die Tiere des Waldes, um auch noch die letzten Mohrrübchen zu stibitzen. Bär ist traurig, und plötzlich tut es den Tieren leid. Ob es hilft, wenn alle mit anpacken? Eine schöne Geschichte von Neuanfang, Vergebenkönnen und Sichentschuldigen. Meisterhaft erzählt und illustriert!
Laura Bednarski: Ein Garten für alle. 32 Seiten, gebunden, 21,5 x 30 cm, Ravensburger 2018, ISBN: 978-3-473-44700-8, 13 Euro, ab 3 Jahren

 

10 kleine Miesepeter

Das Konzept ist altbewährt: ein Abzählbuch in Reimen. Generationen von Kindern lieben solche Bücher, und dieses werden sie ganz besonders mögen. Es handelt von kleinen, schlecht gelaunten Tierkindern, die sich beispielsweise über einen defekten Roller, einen Ball in der Baumkrone oder einen Wurm im Apfel aufregen. Da wird gestritten, geschmollt, geschimpft und geheult, rumkrakeelt, gezerrt und gezetert. Aber immer ist einer dabei, der sich freuen kann, und sei es nur über einen kleinen Schmetterling oder den Duft von Blumen. Und so fällt einer nach dem anderen weg aus der Miesepeterriege, bis nur noch ein kleines Zicklein übrigbleibt, ganz alleine vor sich hin muffelnd. Und das ist auf Dauer nicht sehr erquicklich. Ich bin sicher, dass so mancher kleine Miesepeter nach dem Anschauen dieses süßen Pappbilderbuches ganz schnell wieder gute Laune hat.
Markus Reyhani, Constanze von Kitzig: 10 kleine Miesepeter. 24 Seiten, Pappband, 16 x 21,5 cm, Sauerländer 2016, ISBN: 978-3-7373-5381-6, 9,99 Euro, ab 2 Jahren

Buchtipps von Eva Unterburg

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