„Wir sind froh, endlich wieder starten zu können. Die Schultheatertage waren ein wichtiger Hinführer zum Medium Theater“, freut sich Michael Schmitz-Aufterbeck, Generalintendant Theater Aachen. „Jeder von uns spielt Rollen. Festgelegte Rollen behindern uns als Erwachsene aber oft daran, uns auszuprobieren. Der Umgang von Kindern mit Rollenspielen und ihr Erleben der Welt durch das Spiel sind unersetzlich.“ Theater hat für Schmitz-Aufterbeck auch immer viel mit Kommunikation zu tun. Wenn man sieht, wie in manchen Teilen der Welt Kommunikation unterdrückt wird, ist einem die zentrale Bedeutung davon, sich frei und spielerisch ausdrücken zu können, besonders bewusst. „Beim Theater geht es darum, sich selbst im Zusammenspiel mit anderen erfahren zu können“, so Schmitz-Aufterbeck. „Das Theater ist ein Erlebnisort, an dem man sich in ganz anderen Welten wiederfindet.“
Als Nachfolgeprojekte der Schultheatertage bringen das Kindertheater-Festival „Sieh mal an“ und das Kulturfestival „Rampenfieber“ in diesem Jahr wieder Schülerinnen und Schüler auf die ganz große Theaterbühne. Während „Rampenfieber“ sich an die weiterführenden Schulen wendet und neben Theater zusätzlich die Bereiche Literatur, Tanz, Musik, bildende Kunst, Foto und Film mit einschließt, richtet sich „Sieh mal an“ ausschließlich an die Grundschulen der StädteRegion. Vom 21. bis zum 25. März werden rund 300 Grundschüler auf der Kammer-Bühne im Theater Aachen stehen und ihren Eltern, Freunden sowie anderen Schülerinnen und Schülern ihr schauspielerisches Talent zeigen. Im Vorfeld haben professionelle Künstler sowie Theaterpädagogen mit den Lehrern und Schülern die Stücke gemeinsam in den Schulen erarbeitet. Hierbei konnten die Kinder bereits viel über Teamwork und sich selbst lernen. Fast alle Stücke sind von den Schülerinnen und Schülern selbst ausgedacht und eine Klasse wird angesichts der momentanen Situation sehr spontan eine Inszenierung zum Thema Frieden auf die Bühne bringen. Insgesamt nehmen in diesem Jahr 12 Grundschulen teil, die ihrem Auftritt in den letzten Wochen sehr entgegengefiebert haben. „Die Aufregung ist groß, aber sobald sie auf der Bühne stehen, ist das vergessen“, erzählt Jutta Kröhnert, Vorsitzende AKuT. „Es ist einfach durch nichts zu ersetzen, in Person zu erfahren, dass unsere Arbeit Beifall bekommt.“ Ist es sonst oft so, dass Kinder durch ihre Eltern an das Theater herangeführt werden, so hat Jutta Kröhnert im Anschluss an die Schultheatertage gegenteilige Erfahrungen gemacht. „Es sind die Kinder, die im Anschluss mit ihren Eltern ins Theater kommen, um diesen ‚ihre‘ Bühne und ‚ihr‘ Theater zu zeigen“, so Kröhnert.
Projektträger von „Sieh mal an“ ist auch in diesem Jahr wieder die Aachener Kultur- und Theaterinitiative e. V. (AKuT). Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern wie dem Bildungsbüro und dem Schulamt der StädteRegion Aachen sowie dem Theater Aachen entstanden und wurde durch die Victor Rolff-Stiftung als Hauptsponsor unterstützt. Tickets für die Aufführungen sind bereits ausgebucht.
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