Rund 345.000 Besucher in vier Tagen – das sind 10.000 mehr als 2014. Die Gamescom in Köln hat ihren eigenen Rekord gebrochen. Ich war mit ein paar Freunden einen Tag lang dort.
Wir sind mit dem Zug angereist, was sich auf Grund der Bauarbeiten zwischen Aachen und Düren zuerst schwierig gestaltete. Da die Messe um 10 Uhr ihre Türen öffnet und wir rechtzeitig da sein wollten, verzichteten wir für den ersten Teil der Strecke auf die Ersatzbusse und fuhren mit dem Auto nach Düren. Der Zug war schon voller Messebesucher, die meisten zwischen 15 und 25. Die Gamescomtickets waren gleichzeitig Fahrkarten für den VRS und VRR, und wer ein School & Fun Ticket besitzt, fährt komplett kostenlos.
In Deutz angekommen warteten schon viele Menschen vor dem Eingang. Ich hatte mich bereits auf lange Schlangen und mehrstündiges Anstehen vorbereitet, doch dank des geordneten Einlasses kamen wir schnell auf das Messegelände. Wer kein Ticket hatte, konnte in einem Wartebereich noch darauf hoffen, für den Nachmittag eins zu bekommen.
Das Angebot der Messe war sehr umfangreich. In mehreren Hallen präsentierten große und kleine Spielentwickler die Neuheiten auf dem Markt wie Call of Duty: Black Ops III, Rise of the Tomb Raider, Star Wars Battlefront und viele mehr. Ein Großteil der Spiele konnte auf der Gamescom angespielt werden, allerdings musste man mit langen Wartezeiten rechnen. Wir haben zwei Jungs getroffen, die extra aus München angereist waren und zwei Stunden für Assassin’s Creed Syndicate anstanden. Viele haben sich deswegen Campingstühle mitgebracht und verbrachten die Wartezeit mit zocken und Musik hören. Da die meisten Spiele eine Altersbeschränkung haben, gibt es ein Armbandsystem, bei dem die Besucher am Eingang ein farblich an die USK-Logos angepasstes Bändchen bekommen.
Eine Neuheit dieses Jahr war der große family-&-friends-Bereich in Halle 10.2, der uns wirklich gut gefallen hat. Hier war es heller und entspannter als in den anderen Hallen, man konnte auf großen Sitzkissen entspannen und auf dem Foodcourt gab es ein großes Angebot an Imbiss-Ständen. Die jüngeren Messebesucher konnten hier altersgerechte Games oder Trendsportarten wie Longboarden und Headis ausprobieren, bei dem man einen Ball über eine Tischtennisplatte köpft. Zudem gab es für Retro-Fans in dieser Halle auf rund 1.200 Quadratmetern Einblicke in die Anfänge der Videospiele. Auf alten Computern, Konsolen und Automaten wurden alte Klassiker wieder zum Leben erweckt.
Bei Square Enix in Halle 9 haben wir dann Life is Strange angespielt, ein Adventure-Game, das wir schon kannten aber noch nie selber gespielt haben. Dafür musste man glücklicherweise nicht lange anstehen. Da leider auch drinnen hohe Temperaturen herrschten, wurde uns von den Mitarbeitern netterweise kühle Luft zugefächert.
Weitere Highlights waren für uns die Merchandise-Halle, in der es an vielen Ständen Fanartikel, Cosplay-Accessoires, süße Plüschtiere und vieles mehr gab, und das gamescom cosplay village, ein Treffpunkt für die vielen Cosplayer auf der Messe.
Da wir das erste mal auf der Gamescom waren, haben wir mehr gesehen als ausprobiert. Die Warteschlangen waren einfach zu lang, was bei den Besucherzahlen nicht verwunderlich war. Wer seinen Messebesuch richtig ausnutzen will, sollte mehrere Tage dafür einplanen, die Gamescom wird schließlich auch jedes Jahr größer. Bei den vielen Spielgenres und den unterschiedlichen Indoor- und Outdoor-Events war wirklich für jeden etwas dabei, und es herrschte eine angenehme, freundliche Atmosphäre. Ich habe auf jeden Fall vor, nächstes Jahr wiederzukommen.
Von Nejla Theile | Fotos: Birgit Franchy

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