Hallihallo, ich bin Katharina, gerade 18 Jahre alt geworden und habe dieses Jahr mein Abitur am St.-Leonhard-Gymnasium in Aachen gemacht. Bereits in meiner Schulzeit habe ich meine Reiselust entdeckt. Schnell war klar, dass ich nach dem Abitur weiter weg möchte, um neue Menschen, eine andere Kultur und Sprache kennenzulernen. Da mir besonders das „slow traveling“, also eine eher langsame und intensive Art der Reise gefällt, weil ich so das Land und die Sprache in ganz unterschiedlichen Facetten kennenlernen kann und tollen neuen Menschen begegne, ist ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) das perfekte Abenteuer für mich.
Somit geht es für mich bald ein Jahr nach Südamerika, genauer gesagt nach Bolivien. Ein Land, welches für eine atemberaubende Natur, herzliche Menschen und bunte Stoffe genauso bekannt ist wie für die dort herrschende Armut und Gewalt.
„Gestalte dein Leben so, dass es zu der besten Version deines Selbst wird.“ Das ist mein Lebensmotto, und es passt perfekt zu meinem baldigen neuen Leben. Mein Ziel ist es, neue Freunde zu finden und durch das Leben in einer Gastfamilie in die bolivianische Kultur einzutauchen. Gleichzeitig möchte ich auch anderen diese Möglichkeit des Entdeckens und Erlebens ihres Selbst ermöglichen. In El Alto, einer Stadt nahe La Paz, werde ich im Kürmi (auf Deutsch heißt das Regenbogen) in einem Kinderhort arbeiten. Ich hoffe, den Kindern, die eine nicht so unbeschwerte Kindheit erfahren, wie ich sie erlebt habe, mit der Hilfe bei Hausaufgaben, dem gemeinsamen Essen und besonders der Freizeitbeschäftigung ein Stück Freiheit und Unbeschwertheit zu schenken.
Um bestmöglich auf Bolivien vorbereitet zu sein, habe ich bereits jetzt einige Seminartage. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen des SDFV (Sozialer Dienst für Frieden und Versöhnung, ein Zusammenschluss von mehreren Entsendeorganisationen) lernen wir uns und verschiedene Aspekte des FSJ im Ausland kennen. Die bisherigen Seminartage waren immer ein sehr schönes und intensives Erlebnis, wo ich die Möglichkeit hatte, in den Austausch über Erwartungen zum FSJ, die anstehenden Aufgaben und den Umgang mit einer noch unbekannten Kultur zu kommen. Ganz besonders sind aber die daraus entstandenen Freundschaften, wo wir uns beim gemeinsamen Kochen, Lagerfeuer, Karaoke und natürlich bei den Seminaren total gut kennengelernt haben. Diese Freundschaften sind auch neben meiner Familie und meinen Freunden aus Aachen das erste „Gepäck“, was ich mit nach Bolivien nehme. Denn was mir bei den Seminartagen besonders gezeigt wurde, ist, dass es sehr wichtig ist, Menschen zu haben, mit denen man sich über die kommenden Erlebnisse austauschen kann und die vielleicht in der gleichen Situation wie man selbst stecken.
Zudem war ich das erste Mal bei einer Tropenmedizinerin, um die notwendigen Impfungen, wie beispielsweise die Gelbfieberimpfung, zu bekommen. Vor einigen Wochen hatte ich außerdem ein Treffen mit meiner Entsendeorganisation Bolivien-Brücke für eine spezifische Vorbereitung auf das Land Bolivien. Außer über Politik, die Kultur und die Besonderheiten des FSJ in meiner Einsatzstelle konnte ich mich besonders mit ehemaligen Freiwilligen austauschen. Wir haben gemeinsam eine Packliste erstellt, und ich habe sogar schon mit meiner Projektleiterin aus Bolivien auf Spanisch telefonieren können, was mich noch einmal in meiner Entscheidung für das FSJ bestärkt hat. Wenn Bolivien in den Nachrichten oder der Zeitung erwähnt wird, höre ich jetzt immer direkt genauer zu und verspüre sofort die Vorfreude und Abenteuerlust. Ich bin total gespannt, was mich noch alles in den kommenden Monaten erwarten wird!
von Kathrina Nix, Beitrag aus KingKalli Oktober/November 24
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