FSJ im Ronald McDonald Haus Köln: Resumee – Mein FSJ neigt sich dem Ende entgegen

in Von und für Jugendliche

Mein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) habe ich im September 2022 begonnen. Langsam, aber sicher geht die Zeit im Ronald McDonald Haus Köln für mich zu Ende. Die vergangenen Monate waren voller neuer Erfahrungen, Herausforderungen und toller Begegnungen.

Das Ronald McDonald Haus Köln bietet Angehörigen kranker Kinder direkt neben dem Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße ein Zuhause auf Zeit. Eltern können in einem von 14 Apartments mit Bad übernachten. Auch kochen, Wäsche waschen, Kaffee trinken und einiges mehr ist im Kölner Haus möglich.

Als FSJlerin unterstütze ich das kleine Team hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir versuchen, den Eltern ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Wir möchten, dass die Eltern sich wohlfühlen. Damit das gelingt, füllen wir zum Beispiel Verbrauchsgüter auf, wechseln täglich die Lappen in der Gemeinschaftsküche und reinigen die Kaffeemaschine. Zu meinen Aufgaben gehören ebenso administrative Tätigkeiten. Ich erstelle unter anderem Rechnungen, kommuniziere mit Krankenkassen oder erfasse Spenden. Zusätzlich mache ich Fotos und betreue die Social-Media-Kanäle des Elternhauses. Eine meiner Lieblingsaufgaben ist das Willkommenheißen von Eltern. Jeder Familie, die ein Apartment bekommt, zeigen wir das Haus. Dabei komme ich schnell ins Gespräch. Viele Eltern erzählen mir, warum ihr Kind im Krankenhaus ist, worum sie sich sorgen und wie es ihnen geht.

Da mein kleiner Bruder vor zwei Jahren mehrfach im Kinderkrankenhaus operiert wurde und ich längere Zeit als Geschwisterkind im Ronald McDonald Haus Köln gewohnt habe, kann ich die Angehörigen sehr gut verstehen. Vielen Eltern hilft es, sich alles von der Seele reden zu können oder auch mal Tränen fließen zu lassen. Am Anfang hatte ich Sorge, in solchen Situationen nicht richtig zu reagieren. Wenn Eltern aufgelöst sind, bin ich mittlerweile sehr gefasst und sicher in meiner Reaktion.

Die meisten Familien bleiben nur ein oder zwei Wochen. Es gab jedoch schon einige Eltern, die deutlich länger im Haus gewohnt haben. Ich werde nie vergessen, wie eine glückliche Mutter nach über fünf Monaten mit ihren zwei neugeborenen Kindern nach Hause gehen konnte. Wenn die Mutter mit ihren Kindern einen Termin zur Nachsorge im Krankenhaus hat, besucht sie uns und bedankt sich für unsere Arbeit. Das ist der schönste Lohn, den ich für meine Arbeit bekommen kann. Diese und viele weitere Familien, die länger oder mehrmals im Haus gewohnt haben, werde ich wohl nie vergessen. Auch an zahlreiche starke Geschwisterkinder kann ich mich noch gut erinnern. Für sie ist die Situation nie leicht. Meistens kommen sie hier mit ihren Eltern an und sind sehr schüchtern. Mich freut es, zu sehen, wie sie aufblühen, vor dem Büro rumrennen oder ausgelassen in der Spielecke des Elternhauses toben. Ich freue mich für alle Eltern und Kinder, die gemeinsam nach Hause gehen können und nicht mehr ins Krankenhaus müssen.

Wenn eine Familie abreist, machen wir das Apartment wieder sauber und bereiten es für die nächste vor. Bei solchen Aufgaben gibt es viele Menschen, die das Ronald McDonald Haus Köln unterstützen. Beispielsweise gibt es zwei ehrenamtliche Teams, die je an einem Tag in der Woche Frühstück und Abendessen für die Angehörigen zubereiten. Als FSJlerin arbeite ich immer wieder mit Ehrenamtlichen zusammen und lerne dadurch viele tolle Menschen und Geschichten kennen.

Bei den Seminarwochen, die der Träger meines Freiwilligen Sozialen Jahres veranstaltet, habe ich ebenfalls einige wunderbare Personen getroffen, die auch ein FSJ machen. Die meisten in meiner Seminargruppe arbeiten im Krankenhaus oder in einer psychiatrischen Klinik. Das sind ganz andere Arbeitsbereiche als die Tätigkeitsfelder im Ronald McDonald Haus Köln. Deswegen ist es für mich so interessant, mich mit anderen Freiwilligen auszutauschen. Besonders die bewegenden Gespräche mit Eltern oder den ehrenamtlichen Mitarbeitenden, aber auch die lockeren und witzigen Momente mit meinen Kolleginnen und Kollegen bereichern meine Arbeit sehr.

Ich habe in diesem Jahr viel gelernt und an Selbstbewusstsein gewonnen. Meine Stärken kenne ich nun deutlich besser und weiß, woran ich noch arbeiten kann. Zudem konnte ich erste Einblicke in die Arbeitswelt erlangen. Insgesamt bin ich sehr glücklich darüber, dieses Jahr im Ronald McDonald Haus Köln verbracht zu haben.

Ich freue mich auf das, was mich nach meinem FSJ erwartet.

von Estelle Storms

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