Frühchen: Angebote der Geburtsstationen in der StädteRegion und Düren

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Pro Jahr erblicken in Deutschland rund 63.000 Kinder das Licht der Welt bereits vor der 37. Schwangerschaftswoche und gelten somit als Frühgeburt. Für den Säugling beginnt das Leben außerhalb des Mutterleibs dann mit Risiken – Eltern sehen mitunter einer Zeit der Ungewissheit entgegen. Im Aachener Klinikum (und in der StädteRegion) begegnet man dieser besonderen Situation mit Empathie, Professionalität und einer hochmodernen Ausstattung.

Da sich auch rund um die 37. Schwangerschaftswoche der Körper eines Kindes noch rasch entwickelt, ist jede zusätzliche Woche im Mutterleib von großem Wert. Kommt es jedoch zu einer verfrühten Geburt – absehbar oder unerwartet –, unterscheiden die Experten zwischen „extrem früh Geborenen“ (weniger als 28 Schwangerschaftswochen), „sehr früh Geborenen“ (28 bis 31 Schwangerschaftswochen) und „mäßig früh Geborenen“ (32 bis 37 Schwangerschaftswochen). Demnach war es sehr früh, als Andrea Knops’ Tochter vor zwei Jahren nach bereits 29 Wochen im Aachener Klinikum zur Welt kam. Für die dortige Versorgung findet die zweifache Mutter lobende Worte: „Die Krankenschwestern der Neonatologie waren sehr einfühlsam und bereit, jede Frage zu beantworten. Auch die Ärzte waren jederzeit zu sprechen und hatten stets aufmunternde Worte für uns.“ Beistand leisten, Ängste nehmen, kommunizieren – neben der medizinischen Versorgung von Kind und Mutter sind das die wichtigsten Komponenten. Andrea Knops erinnert sich: „Die Gespräche mit anderen Eltern in der gleichen Situation waren sehr hilfreich – davon gab es damals sehr viele auf der Station. Man ist nicht alleine.“

Und das sollte in dieser Ausnahmesituation auch niemand sein, schließlich benötigen Frühchen eine intensivmedizinische Behandlung. Meist muss die Atmung des Kindes unterstützt werden, da die Lunge noch unreif und „steif“ ist. Möglicherweise liegen Anpassungsstörungen der Wärmeregulation und der Magen-Darm-Funktion vor; auch Infektionen und mütterliche Krankheiten wie Diabetes können eine Rolle spielen. Im Aachener Klinikum besteht für Eltern von frühgeborenen Kindern die Möglichkeit, im fußläufigen Ronald McDonald Haus eine Unterbringung wahrzunehmen. „Elterlicher Kontakt ist essentiell“, weiß Andrea Knops und nennt die sogenannte Känguru-Methode, bei der das Frühgeborene Haut an Haut auf den Oberkörper eines Erwachsenen gelegt wird. „Zusätzlich zur Bindungsstärkung bildet das ,Kangarooing‘ eine Hilfestellung zum Atmen“, so die Mutter.

Zwillinge können beisammen sein

Bei rund der Hälfte aller Zwillings- und nahezu allen Drillingsschwangerschaften sind Frühgeburten der Fall. Auch im Aachener Klinikum weiß man von entsprechend vielen vorzeitigen Mehrlingsgeburten zu berichten – seit November letzten Jahres kommt dort ein Spezialbett für frühgeborene Zwillinge zum Einsatz. Die Anschaffung in Höhe von 10.000 Euro wurde durch den Aachener Förderkreis Schwerkranke Kinder ermöglicht. Dessen Leiterin Elke Henche berichtet: „Das Bettchen ist bislang einzigartig in Aachen. Oft gibt es bei den Zwillingen Abweichungen in Größe oder Gewicht; die Säuglinge benötigen dann ein unterschiedliches Maß an Wärme.“ Das hochmoderne Spezialbett besitzt daher zwei Kammern, die mit warmem Wasser zur individuellen Temperaturregelung beheizt werden können. „Es kommt sehr oft zum Einsatz und die Eltern sind glücklich, dass die Kinder beisammen sind“, freut sich Elke Henche, deren Förderkreis sich vor 25 Jahren aus Klinikumsangehörigen und betroffenen Familien gegründet hat. Anschaffungen dieser Art werden komplett aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert; auch bietet der Förderkreis Eltern finanzielle Hilfen sowie einen ehrenamtlichen Beratungs- und Betreuungsdienst durch Kinderkrankenschwestern an.

Letztlich bleibt festzuhalten: Ein Frühstart ins Leben gestaltet sich für alle Beteiligten aufreibend und bringt die ein oder andere Ungewissheit mit sich. Umso beruhigender, wenn hochqualifiziertes, umsichtiges Personal und modernes Equipment manch eine Sorge vergessen machen können. Andrea Knops fasst dank ihrer Erfahrungen treffend zusammen: „Jede Schwangerschaft ist unterschiedlich – Gleiches gilt für den Grund einer frühen Geburt. Wichtig ist es, immer positiv zu denken und geduldig zu bleiben.“
Link: Geburtshilfe/Uniklinikum

Förderkreis Schwerkranke Kinder in der Region Aachen: fsk-aachen.de

Versorgung in der StädteRegion

Betlehem Gesundheitszentrum Stolberg
Die Pädiatrie des Stolberger Gesundheitszen­trums verfügt über eine hochmoderne Neonatologie und Kinderintensivstation. Frühgeborene Kinder erhalten rund um die Uhr eine Versorgung durch Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen. Etwa 1.600 Neugeborene kommen hier insgesamt jährlich zur Welt; Eltern werden per Känguru-Methode in die Pflege mit einbezogen. Still- und Laktationsberaterinnen unterstützen vor Ort.

St. Marien-Hospital Düren
Im Dürener Perinatalzentrum wird Neu- und Frühgeborenen eine ungestörte Entwicklung ermöglicht. Individuelle Bedürfnisse des Kindes und dessen Eltern stehen bei der Intensivpflege im Mittelpunkt. Jedes Kind bringt dabei einen anderen Rhythmus mit – das St.-Marien-Team passt die Versorgung daran an. In der Nähe von Inkubatoren oder Wärmebettchen ist Ruhe angesagt: Monitoralarm und technische Geräusche werden bestmöglich vermieden.

 

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