Immer mehr Schüler gehen bei Fridays for Future auf die Straße – wir waren auch heute wieder vor Ort. Heute, am 05.04.2019, fand erneut eine Demonstration für eine bessere Klimapolitik, mit anschließendem Marsch durch die Stadt Aachen, statt.
Der Hintergund noch einmal kurz zusammengefasst
Das Vorbild für die internationalen Klimaproteste ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Die 15-Jährige schwänzt jeden Freitag den Unterricht um für mehr Klimarechte zu protestieren. Viele Schüler auf der ganzen Welt tun es ihr gleich, und die Anzahl der demonstrierenden Schüler steigt immer weiter. Die Mitglieder, hauptsächlich Schüler, organisieren die Demonstrationen selbstständig. Sie meinen, auf die meisten Politiker sei kein Verlass, man könne den Klimaschutz nicht allein den angeblichen Profis überlassen, denn sie seien größtenteils nur auf die Wirtschaft fixiert. Die Forderungen der Demonstranten sind klar: Radikale Änderungen, ein früherer Kohleausstieg als geplant, die Erreichung des Pariser 1,5 Grad-Ziels und das die übermäßige Baumrodung gestoppt wird. Außerdem möchten sie darauf aufmerksam machen, dass jeder etwas für den Klimaschutz tun kann, zum Beispiel weniger Autofahren, dafür mehr Fahrrad fahren, weniger mit dem Flugzeug fliegen, Strom sparen.
Wie sieht es mit der Unterstützung von Schulen und Außenstehender aus?
Schüler sind generell verpflichtet zur Schule zu gehen. Deshalb ist es Schulleitern und Schulleiterinnen auch erlaubt, die Teilnahme an den Demonstrationen zu untersagen. Jedoch tolerieren viele Lehrer und Schulleitungen die Schüler und ihren Willen zum Demonstrieren. Die meisten Eltern unterstützen ihre Kinder, solange sich ihre Noten nicht verschlechtern. Ein Schüler sagt bei der heutigen Demo, dass es für seine Eltern in Ordnung sei, wenn er ein oder zwei Mal im Monat nicht zur Schule, aber dafür zu den Demonstrationen ginge.
Sätze wie „Wir schwänzen nicht, wir kämpfen!“ hallen über den Platz am Elisenbrunnen. Das zieht auch die Aufmerksamkeit vieler Außenstehender wie zum Beispiel dienstlich Anwesender und Passanten auf sich. Für viele ist klar, dass die Demonstrationen nicht die gleiche Aufmerksamkeit auf sich ziehen würden, wenn sie an einem Samstag stattfinden würden, so wie viele Politiker es fordern. Es ist beabsichtigt an Freitagen zu streiken und dafür die Schule ausfallen zu lassen. Die Schüler unterstützen Greta Thunbergs Aussage „Warum soll ich für ein Zukunft lernen, die es vielleicht nicht mehr gibt?“ Sie wollen nicht für eine Zukunft lernen, die es nicht mehr geben wird, was sie mit dem Schulausfall unterstreichen wollen.
Fridays for Future, eine reine Schülersache?
Nicht nur Schüler und Studenten sind heute anwesend, auch Eltern und Großeltern beziehungsweise ältere Menschen unterstützen den Protest. Eine ältere Demonstrantin erzählt, dass sie vor allem aus Sorge um die Zukunft ihrer Enkelkinder an der Demonstration teilnimmt. Als sie so alt war wie ihre Enkel, setzte sie sich bereits für viele Dinge, wie zum Beispiel für Frauenrechte, ein. Auf sie wirken die Schüler sehr informiert und engagiert. Viele Leute denken, dass die Schüler die Demonstrationen nur als Ausrede zum Schuleschwänzen nutzen. Sie ist jedoch ganz anderer Meinung. Ihre Worte dazu sind „Alle Muttis, alle Omis, alle Kinder sollten sich einsetzen.“
Hat sich denn bereits etwas verändert oder gebessert?
Ein Mitglied des Aachener Organisationsteams von Fridays for Future erklärte, die Aufmerksamkeit seitens der Presse und die Bekanntheit sei zwar gestiegen, doch wirklich etwas geändert habe sich bislang nicht. Die meisten Politiker sind immer noch der Meinung, dass die Schüler lieber zur Schule gehen sollten, und die Klimapolitik ihnen, den „Profis“ überlassen sollten.
Text & Bilder: Christina Gielchen und Jana Volmer
Alle abgebildeten Personen haben uns die Berechtigung erteilt sie abzubilden; bei Kindern wurden die Eltern gefragt. Sollte jemand wünschen, dass ein Foto entfernt wird, setzen wir das umgehend um.
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