Nach monatelangem gespannten Warten unsererseits, sowie angstvollem und sorgevollem Warten seitens der Stadt Aachen, gekrönt durch Warnungen der Polizei vor der Solidarisierung der Jugendlichen mit kriminellen Gruppen, fand heute endlich die langersehnte internationale Fridays for Future Demo in Aachen statt.
16 verschiedene Nationen waren bei diesem Event vertreten, ebenso wie viele andere Fridays For Future Gruppen aus ganz Deutschland. Dies wirkte sich auch schnell auf die öffentlichen Verkehrsmittel aus. Bereits am Morgen rief mich eine besorgte Freundin aus Bergheim an, die mich davor warnte mit der Bahn zu fahren. Denn der Hauptbahnhof war vollkommen überfüllt. Gerade eben erst war ein Zug mit Demonstranten aus der Schweiz angekommen. So entschieden wir – eine Gruppe aus Jülich – also doch lieber mit dem Bus zur Demo zu fahren. Auch im Bus war die geplante Großdemo ein Thema, denn ein weiterer Busfahrer warnte per Funk seinen Kollegen vor Straßensperrungen und Stau.
Die Demo sollte von drei verschiedenen Standpunkten losgehen: dem Hauptbahnhof, der RWTH und dem Bahnhof Rothe Erde. Auch eine Fahrradgruppe aus Vaals sollte den Protestzug nachher begleiten. Obwohl sich eine riesige Menschenmenge vor dem Hauptbahnhof versammelt hatte, gelang es den Organisatoren den Protestmarsch pünktlich um 12 Uhr losgehen zu lassen. Das war im Oktober in Köln noch ganz anders! Die Stimmmung war ausgelassen und fröhlich.
Die Polizei war, obwohl anders angekündigt, nur wenig sichtbar und hielt sich dezent im Hintergrund.
Wir zogen also mit bunt gestalteten Plakaten und Musik los. Die Demonstranten spornten sich gegenseitig mit Sprüchen und Gesängen an. Sogar eine Brass Band unterstütze die Aktion lautstark. Tapfer hielten nicht nur Jugendliche aller Altersklassen den 3 km langen Marsch zum Tivolistadion durch, sondern auch Vetreter älterer, und deutlich älterer Generationen.
Auch einige Beobachter vom Straßenrand kamen den Aufforderungen nach, sich der Demo anzuschließen.
Große Unterstützung gab es von Geschäften auf der Strecke: Sie versorgten uns mit kostenlosem Trinkwasser.
Der Protestmarsch endete wie geplant am Tivoli. Begrüßt wurden wir von der Band Culcha Candela. Das Gelände und die sonst so befahrene Straße verwandelten sich rasch in ein riesen Picknick. Die Leute legten sich auf den Boden; einige hatten sogar Campingstühle dabei. Die Stimmung ähnelte jetzt mehr einem Festival.
Anders als befürchtet, blieben die Demonstranten durch und durch friedlich und genossen ihren gemeinsamen Aktionstag.
Von Jana Volmer
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