Freiwilligendienst im Ausland: Ankommen in Togo

in Aktuelles um die Ecke, Auslandsjahr

Am 07.08.2018 stieg ich in Düsseldorf ins Flugzeug. Von dort aus flog ich zu meinem neuen Zuhause in Togo, wo ich für ein Jahr im Rahmen meines Freiwilligendienstes leben und arbeiten sollte.
Als ich abends in Lomé – der Hauptstadt Togos – ankam, war dort erst mal alles wie gewohnt. Erst aussteigen, dann Impfpass- und Reisepass-check und schließlich das übliche Warten auf das Gepäck.
Erst dann wurde ich richtig aufgeregt. Denn nun hieß es, den klimatisierten Bereich des Flughafens zu verlassen, um auf die Hauptstädter, meinen zukünftigen Betreuer Perel und das tropische Klima zu treffen. Glücklicherweise kam ich überraschend gut mit der tropisch hohen Luftfeuchtigkeit klar. Es war zwar ungewohnt, aber irgendwie auch angenehm.
Darüber hinaus war der Wind, der ab und zu aufkam, erfrischend. Nun ja, nach einer Woche habe ich mich komplett an das Klima gewöhnt – auch wenn ich immer noch mehr schwitze und entsprechend mehr trinke. Das macht es auch nicht nur zur Erfrischung nötig, meistens zweimal am Tag zu duschen.
Das aber nur nebenbei. Wirklich gespannt darauf war ich, zu erfahren, wie hier die Leute und v. a. mir nahestehende Personen wohl so sind und ob wir uns gut verstehen.
Nach einer Nacht in einem Hotel in Lomé ging es dann auch endlich nach Kpalimé – meinem Einsatzort.
Ich lebe hier in einem Waisenhaus zusammen mit etwa 15 Kindern, meiner Gastmutter und zwei weiteren Freiwilligen aus Deutschland. Als wir drei Freiwilligen ankamen, wurden wir von allen sehr herzlich empfangen. Ich komme auch bis jetzt mit allen hier gut aus und es herrscht ein familiäres Klima.

Mit unseren Projekten fangen wir erst in drei Wochen an, da die Schulen erst dann wieder öffnen. Das ist ganz angenehm, da man sich so erst mal richtig einleben kann. Außerdem geben wir alternativ Computerunterricht, lernen Ewe – die Lokalsprache im Süden Togos – und haben Zeit, die Stadt zu erkunden.
Auf diesen Erkundungstouren merkte ich ziemlich schnell, dass hier viel auf der Straße los ist, und dementsprechend kann man bei zahlreichen Straßenständen für wenig Geld (sobald ich das Verhandeln richtig draufhabe) leckere togolesische Speisen testen. Aber nicht nur dort, sondern auch auf dem Markt, dessen Stände täglich alles anbieten, was man benötigt – von Nahrungsmitteln über gekochtes Essen bis hin zu Kleidung und Elektronikartikeln.
Was ich sehr praktisch finde, sind die Motorradtaxis, die einen schnell und günstig ans Ziel bringen. Die zwei Kilometer von der Unterkunft in die Stadt kosten gerade mal umgerechnet 30 Cent. Entsprechend verzichten die meisten auch darauf, ein eigenes Fahrzeug zu fahren.
Eine Sache, die für mich am Anfang etwas ungewohnt war, ist die nicht vorhandene Wasserleitung. Daher gibt es einen Brunnen, der, angetrieben von einer Handkurbel, Wasser nach oben transportiert. Meine Mitbewohner können das Wasser problemlos trinken. Ich als Europäer bin aber nicht daran gewöhnt und mir wird deswegen Wasser in Säcken zur Verfügung gestellt. Sobald das Wasser aus dem Brunnen abgekocht ist, kann ich es auch ohne Probleme trinken. Für alle anderen alltäglichen Routinen wie z. B. Spülen, Zähneputzen und Waschen verwenden wir auch das Wasser aus dem Brunnen. Zum Duschen wird dann z. B. ein großer Eimer mit Brunnenwasser gefüllt. Mit einem kleinen Eimer schüttet man sich das Wasser über den Kopf und duscht sich auf diese Weise.

Manchmal ist es ein bisschen nervig, für jeden Schluck Wasser zum Brunnen gehen zu müssen, allerdings gewöhnt man sich daran und es birgt auch keine besonderen Einschränkungen – ein Waschbecken werde ich dennoch vermissen.
Wir Freiwilligen bekommen teils noch recht europäisches Essen wie Nudeln, Reis und Couscous mit Gemüse jeweils als Beilage, da sich unsere Mägen langsam an das lokale Essen gewöhnen müssen. Dieses ist zu meiner Freude meistens scharf gewürzt. Zum Frühstück bekommen wir Baguette. Häufig gibt es Pâte oder Foufou. Das ist Brei aus Mais, Maniok, Reis oder Yams. Es schmeckt ähnlich wie Kartoffelpüree und mundet mir dank der leckeren Soße echt gut.
Die Breie essen auch wir – wie die Kinder alle Speisen – mit der Hand. Mir macht das einen Riesenspaß.

Ein Thema, das mir schon im Voraus Kopfschmerzen bereitete, ist das hohe Mückenaufkommen und die Übertragung von Malaria über die Mücken. Dank langer Hosen und Hemden am Abend, des Insektensprays sowie des Moskitonetzes wurde ich bisher kaum gestochen, was mich als Mückenmagnet sehr erleichtert.
Eine weitere Sache, die ich wertzuschätzen gelernt habe, ist die Möglichkeit, theoretisch 24/7 draußen zu sitzen. Selbst wenn es, besonders in der Regenzeit, sehr stark regnet, kann man sich dennoch auf der überdachten Terrasse aufhalten. Abschließend stelle ich fest, dass ich mich darauf freue, wenn endlich das Projekt beginnt. Zu Beginn war die viele Freizeit sehr angenehm, aber jetzt freue ich mich darauf, auch mal anpacken zu können, anstatt den ganzen Tag zu lesen.

Text: Franz Harren | Fotos: Lisa Ruby



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