Flüchtlinge verlassen Inda-Gymnasium zum Ende der Woche

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Foto: Birgit Franchy

Es ist brütend heiß, als ich heute Nachmittag beim Inda-Gymnasium vorbeischaue. Auf Wäscheleinen trocknen Handtücher und Kleidungsstücke, Schuhe sind auf den Fensterbänken der Klassenräume zum Auslüften herausgestellt. In der Aula sitzen Menschen an Tischen und unterhalten sich. Ein paar kleine Jungen kickern. An einem Tisch in der Ecke spielen kleine Mädchen mit ihren Müttern mit Barbiepuppen. Im Inda-Gymnasium hatten in den Sommerferien auf Anweisung der Bezirksregierung Arnsberg 300 Flüchtlinge Platz gefunden, vor allem Familien mit Kindern und junge Männer, – wie Siegbert Gossen, Pressesprecher des Malteser Hilfsdienstes berichtet. 100 von ihnen sind am letzten Freitag bereits nach Bonn verlegt worden, wo sie nun einen Asylantrag stellen können. 200 Menschen haben diesen Schritt noch vor sich und warten darauf, einem Ort zugewiesen zu werden.
In den wenigen Tagen, in denen das Inda-Gymnasium ihr zu Hause auf Zeit ist, hat der Malteser Hilfsdienst mit Hilfe zahlreicher Ehrenamtler einen Wohnraum mit möglichst viel Privatsphäre geschaffen. Nach wenigen Tagen konnten die Flüchtlinge aus der Turnhalle in die Klassenräume umziehen. Zudem gibt es einen Stillraum, eine Kinderbetreuung, eine Kleiderkammer, einen Gebetsraum und sogar einen Waschsalon, den Dieter Claßen, Geschäftsführer des Waschsalons Eco-Express kurzerhand gesponsored hat, nachdem er erfahren hatte, dass die Flüchtlinge ihre Wäsche in Waschbecken waschen müssen.

Wirklich zur Ruhe kommen können die neuen Inda-Bewohner aber nicht, laut einer Pressemitteilung der Stadt Aachen vom heutigen Abend werden die verbliebenen Personen die Schule am Gangolfsweg bis spätestens Ende der Woche wieder verlassen haben, denn dann soll die Schule für den startenden Schulbetrieb kommende Woche wieder hergerichtet werden.
Geplant ist zurzeit, dass die Flüchtlinge nach Dortmund zurückgebracht und von dort aus auf verschiedene Kommunen in Nordrhein-Westfalen verteilt werden. Gesichert ist dies jedoch noch nicht.
Sollte die Bezirksregierung Arnsberg die Flüchtlinge in Kornelimünster nicht rechtzeitig oder nur teilweise von Aachen in ihre Notunterkünfte in Dortmund oder Bielefeld verlagern können, werden die verbliebenen dann anderswo in Aachen untergebracht.
Ab dem 8. August stünden entsprechend die ehemalige Hauptschule Franzstraße, die Turnhalle in der Reumontstraße, die Turnhalle Michaelsbergstraße sowie die Turnhalle Barbarastraße zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit. Dazu haben sich heute Nachmittag Politik und Verwaltung in einem interfraktionellen Gespräch geeinigt.

Die Flüchtlinge, die aktuell in der ehemaligen Hauptschule Franzstraße leben, werden zu diesem Zweck in Wohnungen im inzwischen fertiggestellten Bushof sowie in verschiedene Einzelwohnungen verlagert. Die drei Turnhallen werden so hergerichtet, dass sie weiterhin für eine eingeschränkte sportliche Nutzung bereit stehen, aber innerhalb von kürzester Zeit für Flüchtlinge hergerichtet werden können.

Alle Helfer zeigen sich übrigens begeistert von der Hilfsbereitschaft der Bürger, deshalb wurde ich gebeten noch einmal darauf hinzuweisen, dass derzeit keinerlei weitere Sachspenden benötigt werden.

Fotos: Birgit Franchy

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